Melanom (schwarzer Hautkrebs): Ursachen

Als Hauptursache für die Zunahme der Erkrankungshäufigkeit in den letzten Jahrzehnten wird das ausgedehnte Sonnenbaden und die zahlreichen Urlaubsreisen in südliche Länder angesehen.

Weitere mögliche Bedingungen für die Melanomentstehung sind auffällige Muttermale, Krebsvorstufen wie die so genannte Lentigo maligna und eine Häufung in bestimmten Familien.

Zum einen hat aufgrund des Dünnerwerdens der schützenden Ozonschicht die Intensität der UV-Strahlung im Bereich der Erdoberfläche zugenommen; zum anderen hat sich das Freizeitverhalten der Menschen verändert: die Mitteleuropäer halten sich in ihrer Freizeit und im Urlaub mehr an der prallen Sonne auf als noch vor 65 Jahren. Als besonders gefährlich gelten Sonnenbrände in Hautarealen wie Rücken beziehungsweise Waden, die sonst nicht der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Die Haut dieser Partien ist normalerweise durch Kleidung vor der UV-Strahlung geschützt. Sie ist also nicht an eine Exposition gegenüber UV-Licht gewöhnt und wird, zum Beispiel im Urlaub in südlichen Ländern, unvorbereitet einer intensiven Strahlung ausgesetzt. Insbesondere hellhäutige Menschen mit lichtempfindlicher, heller Haut sind gefährdet, Jahre bis Jahrzehnte nach einem schweren Sonnenbrand an einem malignen Melanom zu erkranken. Extrem lichtempfindlich ist auch die Haut von Kindern. Die Exposition gegenüber UV-A-Strahlung im Solarium führt zwar nicht zum Sonnenbrand, kann jedoch ebenfalls das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken, erhöhen.

Nävuszellnävi (Muttermale) und maligne Melanome

In etwa 60 Prozent der Fälle entsteht ein Melanom im Bereich eines bereits lange Zeit (Jahre beziehungsweise Jahrzehnte) bestehenden Nävuszellnävus. Unter einem Nävuszellnävus versteht man ein Pigmentmal (Muttermal, Leberfleck), das sich feingeweblich aus rundlichen pigmentbildenden Zellen (so genannten Nävuszellen) zusammensetzt. Nävuszellnävi können bei Betrachtung mit bloßem Auge recht unterschiedlich aussehen. Es kommen sowohl im Hautniveau liegende Flecken als auch erhabene Knötchen vor. Die sichtbaren Hautveränderungen können punktförmig bis großflächig sein. Die Farbpalette reicht von Hautfarben über Rötlich-Hellbraun beziehungsweise Mittelbraun bis zu tiefem Schwarzbraun beziehungsweise Schwarz. Nävuszellnävi sind in der Regel harmlos und nicht als Krebsvorstufe anzusehen. Allerdings können sie sich unter Umständen zu so genannten dysplastischen Nävuszellnävi weiterentwickeln. Dysplastische Nävuszellnävi sind Pigmentmale mit auffälliger Struktur, die bei der körperlichen oder der feingeblichen Untersuchung durch den Arzt erkannt werden können und bei denen ein erhöhtes Risiko einer Entartung zu einem malignen Melanom besteht.

Familiäre Häufung

Etwa zehn Prozent aller malignen Melanome treten familiär gehäuft auf, das heißt bei nahen Verwandten von Patienten mit einem malignen Melanom. Dies weist darauf hin, dass manche Menschen aufgrund einer erblichen Veranlagung ein erhöhtes Risiko haben, an einem malignen Melanom zu erkranken. Häufig haben die Betroffenen beziehungsweise ihre Verwandten zahlreiche Pigmentmale mit erhöhter Entartungsgefahr, die so genannten dysplastischen Nävuszellnävi. Die Zahl der dysplastischen Nävuszellnävi kann in der Größenordnung von 20 bis über 50 Hautveränderungen liegen. Diese genetisch bedingte Störung mit Entwicklung zahlreicher dysplastischer Nävuszellnävi im Erwachsenenalter und mit einem gegenüber der Durchschnittsbevölkerung deutlich erhöhten Melanom-Risiko wird auch Syndrom der dysplastischen Nävuszellnävi genannt.

Entstehung aus einer Krebsvorstufe

Eine weitere Hautveränderung, aus der sich im Laufe von Jahren beziehungsweise Jahrzehnten ein malignes Melanom entwickeln kann, ist die so genannte Lentigo maligna (Lentigo = Linsen- oder Leberfleck, maligna=bösartig). Diese Krebsvorstufe kann etwa ab dem 50. Lebensjahr auftreten und macht sich in der Regel als bräunlicher Fleck im Bereich des Gesichts bemerkbar. Ungefähr zehn Prozent aller malignen Melanome entstehen aus einer Lentigo maligna. Etwa 20 Prozent aller malignen Melanome dagegen treten auf vorher unveränderter Haut auf.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 07. August 2012

Gesundheit und Medizin
Spina bifida

Die Spina bifida ist eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und – in den meisten Fällen – des... mehr...

Was Ebola so verhängnisvoll macht

Gegen Ebola gibt es weder eine Impfung noch Medikamente mehr...

Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...
Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Zum Seitenanfang