Herz-Kreislauf-Risiko

Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck oder Hypertonie, so der Fachausdruck, ist vor allem bei älteren Menschen sehr häufig. Langfristig kann ein erhöhter Blutdruck Organe schädigen, vor allem Herz- und Nierenerkrankungen zählen zu den möglichen Folgen.

Bluthochdruck (Hypertonie)
Ein Blutdruck von unter 140 mmHg (systolisch) und 90 mmHg (diastolisch) gilt bei Erwachsenen als normal.

Von Bluthochdruck oder Hypertonie sprechen Mediziner bei Blutdruckwerten über 140 mmHg. Der Wert bezieht sich auf den systolischen Blutdruck. Damit ist der Druck auf die Wände der Blutgefäße gemeint, der entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Er wird auch arterieller Druck genannt. Der zweite, niedrigere Wert, der beim Blutdruckmessen ermittelt wird, ist der diastolische Blutdruck. Er gibt den Druck auf die Gefäßwände in der Erschlaffungsphase des Herzmuskels an.

Optimaler Blutdruck liegt unter 120 mmHg

Die Maßeinheit mmHg, die zur Angabe des Blutdrucks verwendet wird, steht für Millimeter auf der Quecksilbersäule und geht auf frühere Messmethoden zurück. Die aktuelle Europäische Bluthochdruckleitlinie unterscheidet zwischen einem optimalem, einem normalen und einem normalem Blutdruck im oberen Bereich.

  • Als optimaler Blutdruck wird dabei ein systolischer Wert unter 120 mmHg bei einem diastolischen Wert von unter 80 mmHg angegeben.

  • Normal sind Werte zwischen 120 bis 129 mmHg systolisch und 80 bis 84 mmHg diastolisch.

  • Als Normalwerte im oberen Bereich gibt die Leitlinie Werte von 130 bis 139 mmHg systolisch und 85 bis 89 mmHg diastolisch an.

  • Bei Werten über 140 mmHg handelt es sich um Bluthochdruck.

Diese Werte gelten für Erwachsene; für Kinder gelten andere Werte, die unter anderem von Alter, Körpergröße und Gewicht abhängen.

Unterschiedliche Hypertonie-Grade

Bluthochdruck wird in unterschiedliche Schweregrade unterteilt.

  • Eine Hypertonie ersten Grades liegt vor bei systolischen Werten zwischen 140 und 159 mmHg.

  • Hypertonie zweiten Grades bei Werten zwischen 160 und 179 mmHg.

  • Darüber liegende Werte gelten als Bluthochdruck dritten Grades.

Ein Sonderfall ist der isolierte systolische Bluthochdruck. Dabei ist nur der systolische Blutdruck erhöht, während der diastolische Wert, der ansonsten mit dem systolischen Wert korreliert, im Normalbereich von unter 90 mmHg liegt.

So messen Sie Ihren Blutdruck richtig

Bluthochdruck bleibt oft lange unerkannt

Bluthochdruck verursacht bei den Betroffenen keine spezifischen Symptome. Gerade darin aber liegt eine große Gefahr der Hypertonie: Die Behandlung bleibt aus – unbehandelt kann Bluthochdruck jedoch zu schweren Folgeerkrankungen führen. Hier sind vor allem Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit (KHK) und Nierenerkrankungen zu nennen.  So gilt Bluthochdruck als größter Risikofaktor für Niereninsuffizienz und Herz-Kreislauferkrankungen.

Risiko für Bluthochdruck steigt mit dem Alter

Gerade für ältere Menschen ist das Risiko für Bluthochdruck hoch. Während bei den unter 44-Jährigen in Deutschlund laut Robert-Koch-Institut weniger als zehn Prozent von Bluthochdruck betroffen sind, steigt die Häufigkeit (Prävalenz) unter den 45- bis 64-Jährigen auf 34,4 Prozent bei den Männern und 28,7 Prozent bei den Frauen. In der Altersgruppe über 65 ist unabhängig vom Geschlecht etwa jeder Zweite betroffen. Ein regelmäßiger vorsorglicher Blutdruck-Check ist also durchaus sinnvoll.

Bluthochdruck: Typische Symptome

Bluthochdruck wird von den Betroffenen oft lange nicht bemerkt, da die Symptome unspezifisch sind und auch andere Ursachen haben können.

Typische Symptome für Bluthochdruck gibt es nicht; meist verursacht die Hypertonie lange Zeit gar keine Beschwerden. Treten Symptome auf, sind sie allgemeiner Natur und könnten auch andere Ursachen haben. Zu den möglichen Anzeichen für Bluthochdruck zählen:

  • Kopfschmerzen, die besonders unter körperlicher Belastung auftreten
  • häufiges Nasenbluten
  • Ein- oder Durchschlafstörungen
  • Schwindel, vor allem bei Anstrengung
  • innere Unruhe
  • Ohrgeräusche
  • rotes Gesicht nach Alkoholgenuss
  • Potenzprobleme
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    Fieber, Schmerzen, Atemnot: Suchen Sie gezielt nach Symptomen und deren möglichen Auslösern

Typische Wechseljahresbeschwerden bei Frauen um die 50 wie Schwindelgefühle oder Hitzewallungen können mit Bluthochdruck zusammenhängen, werden aber meist nicht entsprechend wahrgenommen.

Erst bei sehr hohen Blutdruckwerten (Bluthochdruck dritten Grades) stellen sich Symptome ein, die von starken Kopfschmerzen über Sehstörungen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen bis zu Benommenheit und Krampfanfällen reichen.

Oft sind es jedoch Folgeerkrankungen, die zu Symptomen führen und zur Diagnose des Bluthochdrucks führen. So kann Bluthochdruck Herzerkrankungen verursachen und damit beispielsweise die typischen Symptome der Angina Pectoris wie Atemnot, Brustschmerzen und Engegefühl in der Brust, die bei Anstrengung auftreten.

Bluthochdruck: Ursachen, Auslöser, Risikofaktoren

Die Entstehung von Bluthochdruck hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter einige, die nicht beeinflussbar sind. So spielen Lebensalter und genetische Disposition eine entscheidende Rolle bei den Bluthochdruck-Ursachen. Andere Faktoren wie Ernährungsgewohnheiten und Lebensweise haben wir selbst in der Hand.

Die Ursachen von Hypertonie sind verschieden, je nachdem, welche Form des Bluthochdrucks vorliegt:

  • primäre (essentielle) Hypertonie
  • sekundäre Hypertonie

Bei zehn bis 15 Prozent der Hypertonie-Patienten handelt es sich um eine sekundäre Hypertonie. Das bedeutet, der hohe Blutdruck wurde durch eine andere Erkrankung ausgelöst. Hauptsächlich sind dies Nierenerkrankungen wie eine Verengung der Nierenarterie, auch als Nierenstenose bezeichnet. Als Ursachen der sekundären Bluthochdrucks kommen darüber hinaus hormonelle Störungen (beispielsweise während einer Schwangerschaft), eine angeborene Verengung der Hauptschlagader oder eine Schlafapnoe in Frage.

Primärer Bluthochdruck häufigste Form

Die weitaus häufigere Form mit bis zu 90 Prozent aller Fälle ist der primäre Bluthochdruck, auch als essentielle Hypertonie bezeichnet. Sie liegt vor, wenn sich keine erkennbare direkte Ursache des Bluthochdrucks feststellen lässt. Hier spielen unterschiedliche Faktoren als mögliche Ursachen des Bluthochdrucks zusammen. Hintergrund ist, dass der Blutdruck von zwei Größen bestimmt wird:

  • dem Blutvolumen, das in die Adern gepresst wird, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht
  • dem Widerstand der Blutgefäße

Faktoren, die zu einer höheren Pumpleistung des Herzens führen oder die Elastizität der Blutgefäße beeinträchtigen, zählen damit zu den Ursachen des Bluthochdrucks. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Blutgefäße ab. Das erklärt, dass das Risiko für Bluthochdruck mit den Lebensjahren steigt.

Disposition für Bluthochdruck kann erblich sein

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Ein weitere Ursache, die wie das Älterwerden nicht beeinflusst werden kann, ist die genetische Disposition: Wenn viele der nächsten Verwandten Bluthochdruck haben, ist das eigene Krankheitsrisiko erhöht.

Allerdings gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die beinflussbar sind. Dies sind vor allem Lebens- und Essgewohnheiten. Darauf lassen Vergleiche mit anderen Volksgruppen schließen. Die Bevölkerung in Asien und Afrika bleiben von einem Blutdruckanstieg im Alter verschont, während in Deutschland jeder Zweite über 65 unter Bluthochdruck leidet.

Selbstverursachte Ursachen des Bluthochdrucks

Als mögliche beeinflussbare Ursachen für Bluthochdruck gelten:

  • Übergewicht (das meist über den Body-Mass-Index (BMI) definiert wird)
  • salzreiche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • Rauchen

Psychosoziale Einflüsse sind ebenfalls als Ursache des Bluthochdrucks von Bedeutung. Länger anhaltender Stress oder Ängste ohne genügenden Ausgleich können zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen.

Bluthochdruck-Diagnose: So stellt der Arzt Hypertonie fest

Bei der Diagnose des Bluthochdrucks steht neben der Anamnese, dem ausführlichen Gespräch, die Blutdruckmessung im Vordergrund. Damit stellt Arzt das Ausmaß des Bluthochdrucks fest. Weitere Untersuchungen sind nötig, um die Ursache des Bluthochdrucks festzustellen und zu ermitteln, ob Folgeschäden vorliegen.

Im Rahmen der Diagnose des Bluthochdrucks ermittelt der Arzt die Beschwerden und untersucht, ob bereits Folgeerkrankungen vorliegen oder ob Risiken dafür vorhanden sind. Bei einem sekundären Bluthochdruck gilt es, die auslösende Krankheit festzustellen.

Fragen, die der Arzt bei der Anamnese stellt

Der erste Schritt zur Diagnose des Bluthochdrucks ist eine ausführliche Befragung des Patienten, die als Anamnese bezeichnet wird. Der Arzt wird Sie beispielsweise fragen,

  • ob in Ihrer Familie häufig Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in Zusammenhang mit Bluthochdruck stehen, vorkommen.
  • ob bei Ihnen Vorerkrankungen bestehen oder bereits erhöhte Blutdruckwerte festgestellt wurden.
  • ob beziehungsweise welche weiteren Risikofaktoren bei Ihnen vorliegen für Herz-Kreislauf-Erkranken (zum Beispiel Rauchen, Alkohol).
  • ob beziehungsweise welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen.
  • wie Ihre Lebensumstände sind, ob Sie beispielsweise großem Stress ausgesetzt sind.

Blutdruckmessung

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Bei der körperlichen Untersuchung steht die korrekte Messung des Blutdrucks an erster Stelle. Sie erfolgt am sitzenden Patienten nach einer Ruhepause von etwa fünf Minuten. Sie sollten eine halbe Stunde vor der Messung keinen Kaffee trinken und nicht rauchen, da dies zu einer Blutdruckerhöhung führen kann. Bei  der Erstuntersuchung wird der Arzt oder die Medizinische Fachangestellte (Arzthelferin) eventuell an beiden Armen messen, um mögliche Seitenunterschiede festzustellen.

Die ambulante Blutdruckmessung (ABDM) ist eine genaue Aufzeichnung der Blutdruckwerte über 24 Stunden außerhalb der Arztpraxis. Mit einer speziellen Blutdruckmanschette wird in regelmäßigen Abständen (15 bis 30 Minuten) der Blutdruck gemessen und aufgezeichnet. Dies umfasst sowohl Alltags-, Arbeits- als auch Ruhe- und Schlafbedingungen. Vor allem dient diese Untersuchung der Feststellung der so genannten Praxishypertonie, bei der die Patienten ausschließlich bei Messungen in der Arztpraxis erhöhte Blutdruckwerte aufweisen.

Körperliche Untersuchung bei zu hohem Blutdruck

Die körperliche Untersuchung eines Patienten mit Bluthochdruck (Hypertonie) verschafft dem Arzt einen Überblick über mögliche Ursachen oder Folgeschäden der Erkrankung:

  • Die Messung von Größe und Gewicht dient der Feststellung von Übergewicht als Risikofaktor. Zusätzlich gibt das Bild der Fettverteilung auf die einzelnen Körperregionen Hinweise auf mögliche hormonelle oder Stoffwechselerkrankungen, die den Bluthochdruck auslösen können.

  • Die Untersuchung des Halses durch Abtasten und Abhorchen mit dem Stethoskop dient dem Auffinden von Strömungsgeräuschen in den Halsschlagadern oder einer Schilddrüsenvergrößerung.

  • Die Betrachtung des Augenhintergrunds ist eine unverzichtbare Untersuchung bei jedem Patienten mit Bluthochdruck. Die Netzhaut des Auges, die durch die Pupille mit einem Augenspiegel betrachtet werden kann, ist die einzige Körperregion, in der Blutgefäße direkt angesehen werden können. Sieht man an den Netzhautarterien beispielsweise Verengungen oder Blutaustritt durch brüchige Gefäßwände, so kann man davon ausgehen, dass solche Zustände auch in Arterien des Gehirns, des Herzens oder anderen Organen zu finden sind.

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    Die Untersuchung des Herzens durch Abklopfen des Brustkorbes und Abhören mit einem Stethoskop dient der Feststellung der Herzgröße, der Herzschlagfrequenz und möglicher Herzklappenschäden.

  • Die Untersuchung des Bauchs durch Abtasten und Abhören mit einem Stethoskop wird durchgeführt, um auffällige Strömungsgeräusche in Schlagadern oder Vergrößerungen der Nieren festzustellen.

  • Die Extremitäten (Arme und Beine) werden auf Zeichen von Durchblutungsstörung (abgeschwächter oder fehlender Puls) oder Herzschwäche (Wasseransammlung in den Beinen) untersucht.

  • Schließlich dient eine orientierende Untersuchung des Nervensystems der Auffindung möglicher Durchblutungsstörungen des Gehirns. Solche können sich beispielsweise in Sprach- oder Gedächtnisstörungen oder veränderten Reflexen der Muskulatur äußern.

Apparative Untersuchungen

  • Ein Elektrokardiogramm (EKG) sollte bei jedem Patienten mit Bluthochdruck durchgeführt werden. Es gibt Aufschluss über Folgeschäden des Bluthochdrucks an Herzmuskel oder Herzkranzgefäßen. Eine Erweiterung des EKG stellt die Ergometeruntersuchung dar. Hierbei wird das EKG unter Belastungsbedingungen (auf einem speziellen Fahrradergometer) abgeleitet und erlaubt eine weiter reichende Beurteilung der Herzfunktion.

  • Mit einer Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) kann die genaue Herzgröße ermittelt werden. Bei Bluthochdruck ist der Herzmuskel vergrößert.

  • Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) der Halsschlagadern und der Hauptschlagader zeigen, ob es hier durch den Bluthochdruck zu Gefäßveränderungen wie Ablagerungen und Verengungen gekommen ist.

  • Die Sonographie von Niere und Nebenniere zeigt, ob diese Organe vergrößert oder verkleinert sind. Eine Vergrößerung der Nebenniere könnte Hinweis auf eine Geschwulst (Tumor) sein, die Blutdruck steigernde Hormone produziert. Eine Nierenverkleinerung kann als Folge eines lange bestehenden Bluthochdrucks auftreten.

Laboruntersuchungen

Untersuchungen von Urin- und Blutproben sollen mögliche Ursachen des Bluthochdrucks feststellen oder ausschließen, aber auch helfen, das Risiko von Herz- oder Nierenschäden als Folge des Bluthochdrucks oder von Begleiterkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus) abzuschätzen.

Behandlung von Bluthochdruck: Diese Therapien stehen zur Verfügung

Zur Therapie der Hypertonie können verschiedene Wirkstoffe eingesetzt werden. Aber auch eine Gewichtsreduktion und Umstellung der Lebensgewohnheiten sind wichtige Maßnahmen zur Therapie des Bluthochdrucks.

Auch wenn Bluthochdruck keine Beschwerden bereitet, sollte er behandelt werden, um Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Bei der Therapie des Bluthochdrucks wird eine Senkung des Blutdrucks auf Werte unter 140/90 mmHg angestrebt. Noch niedrigere Werte galten lange Zeit als Zielvorgabe bei Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, eine Herzschwäche oder Nierenschäden. Neue Behandlungsleitlinien haben dies nun revidiert und empfehlen niedrigere Zielwerte nur bei bestimmten Hochrisikopatienten. Eine Lockerung der Therapieziele gibt es auch bei älteren Patienten. Hier werden inzwischen auch systolische Werte um 150 mmHg für tolerierbar gehalten.

Wichtige Maßnahmen gegen Bluthochdruck

Unverändert ist die Auffassung, dass Veränderungen des Lebensstils Grundlage der Therapie des Bluthochdrucks bilden sollten. Diese Maßnahmen sind auch zur Vorbeugung von Hypertonie geeignet. 

  • Abnehmen: Gewichtsverlust hat direkten Einfluss auf den Blutdruck. Pro Kilogramm Gewichtsabnahme sinkt der Blutdruck eines übergewichtigen Menschen um etwa zwei mmHg. Schafft es ein Hypertonie-Patient, zehn Kilogramm Übergewicht zu verlieren, kann er dadurch seinen Blutdruck um 20 mmHg senken. In vielen Fällen reicht das aus, um den Blutdruck zu normalisieren.

  • Salzarm essen: Die täglich aufgenommenen Menge an Kochsalz sollte auf fünf bis sechs Gramm reduziert werden. Salz kann durch das Würzen mit Kräutern ersetzt werden, auf Nachsalzen sollte verzichtet werden. Besonders salzhaltige Speisen wie Snacks, Fertiggerichte, geräucherte Fleisch- und Wurstwaren sowie Hartkäse am besten meiden.

  • Für Raucher, bei denen eine Therapie des Bluthochdrucks notwendig wird, gehört eine Raucherentwöhnung dazu.

  • Sport: Bei systolischen Blutdruckwerten unter 160 mmHg ohne Begleiterkrankungen ist Ausdauersport sehr empfehlenswert. Ein wöchentliches Ausdauertraining von drei mal 45 Minuten senkt den systolischen Blutdruck unter Belastung um zehn bis 20 mmHg und in Ruhe um etwa zehn mmHg senken. Günstig sind Sportarten wie Laufen, Wandern, Bergwandern, Walking, Radfahren oder Skilanglauf. Ungünstig auf den Bluthochdruck wirken sich hingegen Kraft- und Hochleistungssport aus. Patienten mit schwerem Bluthochdruck, die trotz Medikamenten systolische Werten über 160 mmHg erreichen, sollten mit dem Arzt absprechen, welche Bewegungsmöglichkeiten für sie geeignet sind.

  • Entspannungstechniken gegen Stress: Yoga oder Autogenes Training zum Stressabbau können zumindest bei manchen Patienten eine Verringerung des Blutdrucks um fünf bis zehn mmHg bewirken.

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Medikamente zur Therapie des Bluthochdrucks

Genügen Änderungen des Lebensstils nicht zur Therapie des Bluthochdrucks, wird der Arzt eine medikamentöse Behandlung einleiten. Dazu gibt es verschiedene Wirkstoffgruppen.

  • ACE-Hemmer: Der Körper reguliert den Blutdruck, in dem er den Durchmesser der Schlagadern verändert. Dies wird erreicht über ein Zusammenziehen der Muskelschicht, die diese Blutgefäße umgibt. Je enger ein Gefäß, umso höher ist der Druck, mit dem eine bestimmte Blutmenge pro Zeiteinheit den Gefäßabschnitt durchfließt. Die Signale zur Verengung der Schlagadern erhält die umgebende Muskelschicht durch ein Hormon, zu dessen Bildung so genannte Angiotensin-Converting-Enzyme, kurz ACE notwendig sind. Hier setzen ACE-Hemmer an und unterbinden die Bildung des Hormons, das die Verengung der Schlagadern auslöst. Die Gefäßwände erschlaffen und bilden somit weniger Widerstand, und der Blutdruck sinkt.

  • Kalziumantagonisten: Diese Wirkstoffe wirken dem Anspannen und Verengen der Muskelschicht in der Blutgefäßwand entgegen, in dem sie die Zufuhr von Kalzium hemmen, das die Muskelzellen zum Anspannen benötigen. Auch dies führt zum Erschlaffen der Gefäßwände und damit zum Sinken des Bluthochdrucks.

  • Diuretika: Diese Wirkstoffe wirken entwässernd, in dem sie für eine vermehrte Salz- und Wasserausscheidung über die Niere sorgen. Dadurch vermindert sich das im Kreislauf zirkulierende Blutvolumen, wodurch der Blutdruck sinkt.

  • Betablocker: Sie hemmen die Signalübertragung des "Aktivitätsnervensystems" Sympathikus an Herz und Gefäßen. Dadurch schlägt das Herz langsamer und weniger kraftvoll und wirft weniger Blut in einer bestimmten Zeit in die Schlagadern aus. Unerwünschte Wirkungen treten in der Regel nur vorübergehend auf und lassen sich durch sorgfältige Wahl der Dosis beeinflussen.

  • AT1-Antagonisten: Diese Präparate führen direkt an den Arterien zu einer Erweiterung und damit zu einem Absinken des Gefäßwiderstandes, der dem durchströmenden Blut entgegen wirkt. Die Folge ist ein Absinken des Blutdrucks. Zusätzliche Wirkungen dieser Stoffgruppe bestehen in günstigem Einfluss auf die Blutfette.

Neue Leitlinien setzen verstärkt auf die Kombination mehrerer Wirkstoffe. Ob Kombinationstherapie oder Therapie des Bluthochdrucks mit nur einem Wirkstoff: Wichtig ist, dass das Medikament nach Anweisung des Arztes eingenommen wird, auch wenn die angestrebten Zielwerte erreicht wurden. Keinesfalls sollten Patienten die Medikamente zur Therapie des Bluthochdrucks eigenmächtig absetzen, da dies zum erneuten Anstieg des Blutdrucks kommen würde.

Bluthochdruck vorbeugen: Das tut den Gefäßen gut

Bluthochdruck vorbeugen ist gleichbedeutend mit der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der häufigsten Todesursache in westlichen Industrienationen. Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Stress und Bewegungsmangel zu vermeiden und auf eine ausgewogene, nicht zu salzhaltige Ernährung zu achten, sind die wichtigsten Maßnahmen.

Vorbeugen gegen primären Bluthochdruck heißt in erster Linie, die Risikofaktoren zu vermeiden:

  • Vermeidung von Übergewicht
  • ausgewogene, nicht zu salzhaltige Ernährung
  • Rauchstopp
  • ausreichende Bewegung
  • maßvoller Alkoholgenuss
  • Vermeidung von Stress

Diese Maßnahmen senken nicht nur das Risiko für Bluthochdruck, sondern auch für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen allgemein. Das Vorbeugen gegen Bluthochdruck lohnt sich also in vielfacher Hinsicht.

Das Gläschen in Ehren schadet dem Blutdruck nicht

Rauchen begünstigt Gefäßablagerungen und verengt die Gefäße. Nicht nur dem Blutdruck zuliebe sollte deshalb ganz darauf verzichtet werden. Bei Alkohol dagegen ist zum Vorbeugen gegen Bluthochdruck keine völlige Abstinenz notwendig. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass moderater Alkoholgenuss gesundheitsfördernd ist.

Bis zu 30 Gramm Alkohol an einem Tag - aber nicht jeden Tag - sind erlaubt. Das entspricht etwa einem Viertelliter Wein oder zwei 0,3-Gläsern Bier. Eine regelmäßig höherer Alkoholkonsum führt jedoch zu einer Blutdrucksteigerung.

Um den Risikofaktor Stress beim Vorbeugen gegen Bluthochdruck zu vermeiden, können Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training helfen.

Regelmäßig Blutdruck messen

Schließlich gehört zum Vorbeugen gegen Bluthochdruck auch Blutdruckmessen in regelmäßigen Abständen, um bereits auf einen leichten Anstieg reagieren zu können. Eine Möglichkeit dazu ist die allgemeine Vorsorgeuntersuchung Check-up 35, die von den Krankenkassen alle zwei Jahre für alle über 35-Jährigen bezahlt wird.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. April 2016
Durch:
Quellen: 2013 ESH/ESC Guidelines for the management of arterial hypertension, Journal of Hypertension 2013, 31, S. 1281 - 1357;Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBDE) Nr. 43 zur Hypertonie, Stand 12.01.2009; Robert-Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin, Ausgabe 13/2013 vom 02.04.2013, Informationen des Berufsverbandes Deutscher Internisten e.V., Januar 2014;

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