Blasenentzündung: Symptome und Hausmittel bei Zystitis

Sie ist ein im wahrsten Wortsinn brennendes Problem: Die Blasenentzündung kann starke Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen verursachen. Auch häufiger Harndrang und trüber Urin sind typische Symptome. Meist sind es Frauen, die an Blasenentzündung leiden. Beim Mann kommt sie weitaus seltener vor, gilt dann aber meist als kompliziert. Warum Frauen häufiger betroffen sind, welche Hausmittel helfen und ob die Zystitis ansteckend ist: All das erfahren Sie hier.

Frau krümmt sich auf Bett
Eine Blasenentzündung äußert sich durch verschiedene Symptome, zum Beispiel Brennen beim Wasserlassen, aber auch Krämpfe im Unterbauch.
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Die Blasenentzündung – auch bekannt als untere Harnwegsinfektion oder Zystitis – zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Jede zweite Frau erkrankt mindestens einmal in ihrem Leben daran, in der Schwangerschaft treten Blasenentzündungen besonders oft auf. Bei einer Blasenentzündung beschränken sich die Beschwerden auf den unteren Harntrakt im Gegensatz zur Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), bei der sich die Infektion auf die oberen Harnwege ausdehnt.

Die Antwort darauf, wieso die Blasenentzündung beim Mann so viel seltener vorkommt als bei Mädchen und Frauen, liegt in der anatomischen Bauweise: Die weibliche Harnröhre ist sehr viel kürzer als die männliche, so dass Bakterien – die häufigsten Auslöser einer Blasenentzündung – schneller in die Blase gelangen und dort die Schleimhaut entzünden können.

Außerdem liegen bei der Frau Harnröhre und Darmausgang relativ nah beieinander. Kolibakterien aus dem Darm verirren sich also leicht in die Harnröhre. In über 75 Prozent der Fälle werden Blasenentzündungen durch Bakterien der Art Escherichia coli – abgekürzt E. coli – ausgelöst. Die Übertragung der Erreger aus dem Darm in die Blase zählt also zu den häufigsten Infektionsgründen.

Aber auch andere Bakterienspezies, zum Beispiel Klebsiellen, Proteus mirabilis oder Staphylokokken, gehören zu den üblichen Verdächtigen. In selteneren Fällen können auch Pilze oder Viren für die Zystitis verantwortlich sein.

Trotz der begünstigenden anatomischen Umstände bei Frauen können auch Männer an einer Zystitis erkranken. Genauere Informationen zur Blasenentzündung beim Mann finden Sie hier.

Was tun bei einer Blasenentzündung? Tipps und Hausmittel

Die meisten Harnwegsinfekte sind unkompliziert und mit der richtigen Behandlung relativ schnell in den Griff zu bekommen. Jedoch besteht bei den ersten Anzeichen einer Harnwegsinfektion bereits Handlungsbedarf, um einen komplizierten Verlauf zu verhindern. Sollte sich das Allgemeinbefinden verschlechtern und Fieber auftreten, sind ein Arztbesuch sowie meist eine Behandlung mit Antibiotika unumgänglich. Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung gibt es noch einige Tipps und Hausmittel, die bei einer Blasenentzündung die Genesung fördern können.

  • Hilfe aus der Apotheke

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    Schon bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung anwendbar. Wirksam und sehr gut verträglich.

  • Viel trinken: Geeignete Getränke sind Kräutertees oder Wasser.

  • Viel Wasser lassen: Der Toilettengang sollte nicht zu lange hinausgezögert werden, da sich sonst Bakterien im Harntrakt konzentrieren können. Pflanzliche, aquaretisch (harntreibend) wirkende Präparate können die Ausscheidung unterstützen. Auch begleitend zu einer möglicherweise notwendigen Antibiotika bei Blasenentzündung haben sich diese pflanzlichen Arzneien zur Durchspülung der Harnwege bewährt.

  • Wärmezufuhr: Kälte vermindert die Durchblutung, auch im Intimbereich, Wärme mobilisiert hingegen die Abwehr. Am besten hilft immer noch die gute alte Wärmflasche oder ein heißes Bad. Darüber hinaus warme Kleidung anziehen (zum Beispiel Baumwollunterwäsche) und besonders die Füße stets warm halten.

  • Ruhe und Entspannung: Das gibt dem Körper Gelegenheit, seine Abwehrkräfte neu aufzutanken.

  • Hygiene: Den Genitalbereich gründlich waschen, damit nicht erneut Bakterien in die Blase gelangen. Keine Intimsprays benutzen, da diese die natürliche Schutzfunktion der Scheide beeinträchtigen können. Lieber sanfte, pH-neutrale Waschlotionen verwenden.

  • Kein Sex: Bis die Blasenentzündung überstanden ist, empfiehlt es sich, mit dem Geschlechtsverkehr zu warten.

Unkomplizierte und komplizierte Harnwegsinfektion

Die meisten akuten Harnwegsinfektionen bei Frauen werden als unkompliziert eingestuft, bei der Behandlung haben sich pflanzliche Wirkstoffe bewährt. Eine Blasenentzündung gilt als unkompliziert, wenn sich keine funktionellen oder anatomischen Anomalien im Harntrakt finden und keine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf wie Vorerkrankungen (zum Beispiel Diabetes oder Autoimmunerkrankungen) oder eine Schwangerschaft vorliegen.

Neun natürliche Hilfen für eine starke Blase

Bei Männern dagegen sind Harnwegsinfektionen in der Regel kompliziert und sollten vom Arzt abgeklärt werden, da etwa die Hoden in Mitleidenschaft gezogen werden könnten oder mitunter eine Grunderkrankung der Prostata vorliegt.

Wichtig: Starke Beschwerden, Schmerzen in der Rücken-, Nieren- oder Flankengegend, Fieber oder Blut im Urin deuten auf einen komplizierten und schweren Verlauf einer Harnwegsinfektion hin (etwa eine Nierenbeckenentzündung) und sollten bei Frauen wie Männern unbedingt vom Arzt abgeklärt und behandelt werden.

Brennen beim Wasserlassen: Typische Symptome einer Blasenentzündung

Wenn Sie bereits von einer Zystitis betroffen waren, ist das Erkennen eines Infekts der Blase relativ leicht. Sollte es Sie zum ersten Mal erwischt haben: Folgende Beschwerden sprechen für eine Blasenentzündung:

  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • verstärkter Harndrang (Pollakisurie): Sie müssen bei nur kleinen Urinmengen öfter auf die Toilette als üblich
    • zum Selbsttest

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  • krampfartige Schmerzen im Bereich der Blase (Unterbauchschmerzen)
  • Probleme, den Harn halten zu können
  • trüber, streng riechender Urin

Erfahren Sie hier mehr über Symptome und mögliche Komplikationen eines Harnwegsinfekts.

Risikofaktoren für Blasenentzündungen

Unter anderem erhöhen folgende Faktoren das Risiko für eine Blasenentzündung:

  • Geschlechtsverkehr: Bakterien gelangen durch die Bewegung in die Blase (auch als Honeymoon-Zystitis bekannt). Wasserlassen nach dem Sex kann das Risiko mindern, da die Bakterien dadurch ausgespült werden.
  • Verwendung von Verhütungsmitteln wie Diaphragma oder Spermiziden. Dadurch wird die Scheidenflora verändert und Infektionen werden begünstigt.
  • vorangegangene asymptomatische Bakteriurie (Keime werden im Urin nachgewiesen, ohne jedoch Beschwerden zu verursachen)
  • vorangegangene Harnwegsinfektionen
  • jugendliches Alter bei der ersten Blasenentzündung
  • Vorkommen von Harnwegsinfektionen in der Familie
  • Stress, zu wenig Schlaf, ungesunde Ernährung oder andere Faktoren, die das Immunsystem schwächen

Außerdem treten Harnwegsinfektionen wie die Zystitis bei ansonsten gesunden Schwangeren gehäuft auf, vor allem im letzten Trimester. Auch ältere Frauen in den Wechseljahren (vor allem in der Postmenopause, also einem Zeitraum von zehn bis 15 Jahre nach der letzten Regelblutung) sind stärker gefährdet, weil sich die Scheidenflora – ein natürlicher Schutzschild gegen Infekte – in dieser Phase ändert und eine verminderte Besiedelung mit Laktobazillen einen Infekt begünstigen kann.

Krankheiten, beispielsweise Diabetes mellitus, können das Risiko für eine Blasenentzündung ebenfalls steigern, da bei Diabetikern der Zuckergehalt im Urin erhöht ist, was die Vermehrung von Bakterien fördert. Ein Arztbesuch ermöglicht es, zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen oder zielgerichtet zu behandeln.

Vorsicht, Bakterien: Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Eine Zystitis entsteht, indem Keime – meist E.coli-Bakterien aus dem eigenen Darm – in die Harnröhre und von dort in die Blase gelangen. Das kann über verschiedene Wege geschehen, häufig etwa über Geschlechtsverkehr, wenn Erreger aus dem Darmbereich regelrecht in die Scheide und Harnröhre einmassiert werden.

Auch die gemeinschaftliche Benutzung von Toiletten kann ein gewisses Risiko darstellen. Dieses geht jedoch weniger von einer verkeimten Klobrille aus als vielmehr von Gegenständen, die üblicherweise vor und nach dem Toilettengang angefasst werden, etwa Türklinken. Gelangen Bakterien von dort auf die Finger und dann in die Vagina, zum Beispiel beim Einführen eines Tampons, können die Keime in die Harnröhre wandern und dort zu einer Blasenentzündung führen.

Eine direkte Infektion auf dem Weg von einem Erkrankten auf einen Gesunden ist dagegen eher unwahrscheinlich. Die Blasenentzündung innerhalb der Familie weiterzugeben, etwa über die gemeinsame Benutzung der Toilette, stellt kein gesondertes Risiko dar und braucht daher nicht befürchtet zu werden.

"Eine klassische Blasenentzündung ist per se nicht ansteckend", erklärt Eliane Sarasin Ricklin, Gynäkologin und Sexualmedizinerin. Sexuell übertragbar sei eine Blasenentzündung ebenfalls nicht. Ohnehin hätten "wenige Frauen mit einer Blasenentzündung Lust auf Sex, weil es Schmerzen bereitet".

Blasenentzündung: Über diese 13 Mythen sollten Sie Bescheid wissen!

Zystitis kann chronisch werden

Haben Sie bereits eine akute Blasenentzündung hinter sich, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass diese Sie noch im selben Jahr erneut einholt. In manchen Fällen kommt es sogar zu einer chronisch wiederkehrenden (rezidivierenden) Blasenentzündung. Statistiken besagen, dass bei rund 50 Prozent der Patientinnen innerhalb eines Jahres erneut eine Blasenentzündung auftritt.

In etwa 90 Prozent der Fälle wird eine solche wiederkehrende Blasenentzündung durch den gleichen Erreger ausgelöst. Ein möglicher Grund kann sein, dass eine vorangehende Entzündung nicht gründlich auskuriert wurde. Daher kommt auch der Nachsorge einer akuten Blasenentzündung und der gründlichen Ausspülung möglichst aller Erreger eine besonders wichtige Rolle zu.

Auch über das Andauern der akuten Symptome hinaus sollte eine Durchspülungstherapie fortgesetzt werden. Geeignet sind dazu neben einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr – etwa in Form von Tees – pflanzliche Arzneimittel. Auch wenn ein Antibiotikum zum Einsatz kommt, ist eine Durchspülung der Harnwege – sowohl begleitend als auch einige Zeit darüber hinaus – empfehlenswert, um die Erreger auszuschwemmen.

Bei einer Antibiotikabehandlung sollten Sie die Medikamente zudem unbedingt nach den Vorgaben des Arztes und/oder Apothekers einnehmen. Ein zu frühes, eigenmächtiges Absetzen des Antibiotikums, beispielsweise weil Nebenwirkungen auftreten oder die Beschwerden bereits abgeklungen sind, kann das Wiederaufflammen der Blasenentzündung begünstigen, da noch nicht alle Bakterien abgetötet wurden. Auch das Risiko für Antibiotikaresistenzen steigt.

Neben der nicht ausreichenden Ausheilung eines vorangegangenen Harnwegsinfekts kommen noch weitere Wege infrage, wie die Erreger erneut eine Blasenentzündung verursachen können. Im Artikel Die vielfältigen Auslöser einer Blasenentzündung können Sie herausfinden, ob Sie eine mögliche Krankheitsquelle übersehen haben.

Tritt ein unkomplizierter Harnwegsinfekt nicht mehr als dreimal pro Jahr auf, sind aber keine weiteren Komplikationen für die beteiligten Organe wie Harnwege oder Nieren zu befürchten. Kehrt eine Infektion immer wieder, sollten Sie das mit ihrem behandelnden Arzt besprechen und weitere Untersuchungen beim Frauenarzt/Urologen vornehmen lassen, um organische Ursachen auszuschließen.

Prophylaxe: Der Blasenentzündung zuvorkommen

Egal ob gelegentlich auftretende oder wiederholte Blasenentzündung: Besser als einen vorliegenden Harnwegsinfekt zu behandeln ist die Vorbeugung. Natürlich ist das nicht immer möglich. Denn: Nicht jeder auslösende Faktor ist vermeidbar. Doch wer sein persönliches Risiko kennt sowie mögliche Prophylaxe-Maßnahmen, ist besser vor einer Blasenentzündung geschützt. Wie Sie einer Blasenentzündung vorbeugen, lesen Sie hier. Für eine erste Einschätzung eignet sich unser Selbsttest, der typische Symptome der Blasenentzündung abfragt.

Blasenentzündung: Was die Beschwerden lindert

Beitrag zum Thema aus der Community

Letzte Aktualisierung: 11. März 2015
Durch:
Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF); Dr. med. Eliane Sarasin Ricklin, Schweizerische Gynäkologin und Sexualmedizinerin

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