Von der Frühzeit bis heute

Migräne - ein altes Leiden

Migräne_altes-Leiden
Die Geschichte der Migräne reicht weit bis in die Vergangenheit zurück.
(c) iStockphoto

Auch wenn die Migräne häufig mit dem Stress und der Hektik unserer modernen Zeit in Zusammenhang gebracht wird – unter den teuflischen Kopfschmerzattacken haben schon unsere Vorfahren gelitten.

Die ältesten Beschreibungen der Migräne stammen aus der Frühgeschichte. Unsere Vorfahren glaubten offensichtlich, dass solch höllische Kopfschmerzen nur durch böse Wesen verursacht werden können, die sich direkt im Kopf eingenistet haben oder die Schmerzen heimtückisch in den Kopf zaubern. Geisterbeschwörungen und Beschwichtigungen durch Opfergaben oder Gebete gehörten daher zu den gängigen Behandlungsmethoden von Migräne. In ausgeprägten Fällen wurde sogar ein Loch in den Kopf gebohrt, damit der böse Geist entweichen kann.

Etwa 600 vor Christus kam man dann langsam zur Überzeugung, dass die Kopfschmerzen doch eher eine natürliche Ursache haben. Von Magie und Mystik der Priester wechselte die Behandlung zu Trinkkuren und primitiven chirurgischen Verfahren der Ärzte. Profitiert haben die Patienten von diesen Einsichten noch nicht – die jetzt angewandten Verfahren waren oft wirkungsloser und zudem schädlicher als die alten Zaubersprüche.

Der griechische Arzt Hippokrates führte etwa 400 vor Christus die Kopfschmerzen auf giftige, von der Leber aufsteigende Dämpfe zurück. Seine Therapie: Blutegel oder sogar Öffnung des Kopfes.

Um 160 nach Christus prägte der römische Arzt Galen den Begriff "Hemicrania", was wörtlich übersetzt Kopfhälfte heißt. Aus diesem Begriff ist die heute verwendete Bezeichnung "Migräne" entstanden.

Im Mittelalter wurden bei der Migräne-Forschung keine großen Fortschritte erzielt. Mit Essig und Opium getränkte Tücher auf dem Kopf, Aderlässe und sogenannte Blutreinigungen waren einige der üblichen Therapien.

Ein Durchbruch im Verständnis der Migräne war die im 17. Jahrhundert von Willis formulierte "vaskuläre Hypothese". Er stellte die Behauptung auf, dass die Kopfschmerzen auf einer Anschwellung der Blutgefäße beruhen – und schuf damit die Basis für eine Vielzahl von Medikamentenentwicklungen im 20. Jahrhundert.

Bis zum heutigen Verständnis der Migräne kam es noch zu einigen Irrungen und Wirrungen. Man glaubte zum Beispiel an nervöse Stürme ähnlich der Epilepsie, Infektionsherde oder auch an einen schädigenden Einfluss der Masturbation. Auch die alte Vorstellung, dass die Gebärmutter eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Migräne spielt, konnte sich lange in den Köpfen halten.

Dank moderner Methoden aus Forschung und Wissenschaft ist die Migräne heute ein relativ klar umrissenes Krankheitsbild, über dessen Ursachen man mittlerweile weiter Klarheit gewonnen hat. Und auch wenn nicht alle Fragen um das Thema Migräne auch im heutigen Zeitalter vollständig beantwortet werden können, steht fest: Es gibt heute gute Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben mit Migräne deutlich erleichtern können.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2012

Fünf überraschende Migräne-Helfer

Zum Seitenanfang