Richtig essen bei Diabetes

Ernährungstipps für Diabetiker

In vielen Köpfen geistert das Vorurteil: Bei Diabetes gibt es in Sachen Ernährung fast mehr Tabus als Genuss! Allerdings sind rigorose Verbote heute weitestgehend überholt. Nichtsdestotrotz sollten Diabetiker einige grundlegende Punkte bei der Ernährung beachten.

Ernährungs-Tipps für Diabetiker
Diabetikern wird eine individuelle Ernährungsberatung empfohlen.
© iStock.com/Nikada

Grundsätzlich wird Diabetikern eine individuelle Ernährungsberatung sowie die Teilnahme an einer Diabetes-Schulung empfohlen. Hier lernt man den Umgang mit Schätzhilfen wie BE (Broteinheiten) beziehungsweise KE (Kohlehydrateinheiten) und erhält speziell auf die eigene Situation abgestimmte Ernährungsempfehlungen.

Diabetes: Diese Lebensmittel regulieren den Blutzucker

Zudem werden folgende grundlegenden Tipps von Experten empfohlen:

Diabetes: Abbau von Übergewicht

Übergewichtigen Diabetikern wird geraten, Normalgewicht anzustreben (BMI: 18,5 bis 24,9 kg/m²). Muss das Gewicht reduziert werden, empfiehlt die Deutsche Adipositasgesellschaft, abhängig vom Ausgangsgewicht die Kalorienzufuhr um täglich etwa 500 Kilokalorien (kcal) zu verringern. Um das Gewicht zu erhalten, lautet die Empfehlung, nur so viel Nahrungsenergie aufzunehmen, wie verbraucht wird.

Optimale Zusammensetzung der Nahrung bei Diabetes

Die Zufuhr an gesättigten Fettsäuren soll verringert, die an ungesättigten, vor allem einfach ungesättigten, erhöht werden. Zu bevorzugen sind komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Vollkornprodukten, Obst und Gemüse enthalten sind. Empfohlen wird eine Ernährung, wie sie auch Nicht-Diabetikern empfohlen wird: faserreich und pflanzenbetont mit hochwertigen Ölen und Nüssen und geringer Zufuhr an tierischen Produkten, aber ausreichend Milchprodukten und Fisch. Daraus abgeleitete praktische Ratschläge sind zum Beispiel:

  • Legen Sie auf eine Scheibe Vollkornbrot nur eine Scheibe Belag wie Wurst oder Käse.

  • Ersetzen Sie mindestens eine Fleischmahlzeit pro Woche durch eine Fischmahlzeit.

  • Versuchen Sie, mindestens einmal pro Woche ein vegetarisches Gericht zu genießen.

Die individuellen Ernährungsempfehlungen richten sich nach der Art der Therapie und der Insulinempfindlichkeit. Bei einer durch Basalinsulin unterstützten Therapie gelten die gleichen Ernährungsempfehlungen wie bei einer Therapie mit ausschließlich oralen Antidiabetika.

Ernährungsregeln: So essen Sie sich gesund und fit

Zwischenmahlzeiten sind nicht zu empfehlen

Zwischenmahlzeiten sind meist aufgrund zusätzlicher Kalorien nicht empfehlenswert, es sei denn, ein Diabetiker wünscht sich diese und/oder er kann damit Heißhungerattacken bei der nächsten Mahlzeit vermeiden. Ob die Insulinzufuhr nach einem Schema berechnet wird oder über KE-Faktoren selbst errechnet werden kann, richtet sich nach der jeweiligen Insulinempfindlichkeit. Diabetiker mit einem Mehrbedarf an Insulin von mehr als 4 IE pro Kohlenhydrateinheit (KE) bekommen bei sehr unterschiedlichen Mahlzeitengrößen Probleme mit der Wirkdauer des Insulins. Auch überschreiten Diabetiker mit einer Insulintherapie mit KE-Faktoren häufig ihre Energiemenge, weil sie beispielsweise Kohlenhydrate in Form von Kuchen mit Insulin abdecken.

Beispiel: Diabetiker B. ist zu einer Geburtstagsfeier in ein italienisches Restaurant eingeladen. Statt seinen gewohnten 4 KE isst er mittags nun eine Pizza mit 10 KE. Er weiß, dass er 5 IE pro KE benötigt und nun statt 20 Einheiten 50 Einheiten spritzen muss. Da die 50 IE nicht nur stärker, sondern auch länger wirken, isst er am Nachmittag noch eine zusätzliche KE zum Kaffee, um einer drohenden Unterzuckerung vorzubeugen. Diabetiker B. weiß, dass dies eine Ausnahme sein sollte, da er damit seine tägliche Kalorienempfehlung überschreitet.

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