Wie eine Beziehung funktioniert

Wenn aus Freundschaft Liebe wird

Sie haben einen besten Freund oder eine beste Freundin. Irgendwann fühlen Sie, dass Sie mehr empfinden als Freundschaft. Sie hätten gern eine richtige Beziehung. Das kann funktionieren, vorausgesetzt, beide sind davon überzeugt.

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Kann aus einer Freundschaft eine Beziehung werden?
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Sie kennen sich seit Kindertagen, lachen zusammen, albern herum – und haben plötzlich Schmetterlinge im Bauch, wenn Sie Ihren besten Freund oder Ihre beste Freundin sehen. Statt einer Freundschaft möchten Sie eine Beziehung. Aber kann das gut gehen? Ja, es kann. Eine solche Beziehung  birgt zwar Risiken, aber die Vorteile sind eindeutig: Sie kennen sich seit Langem. Nicht nur die Vorteile, sondern auch die Macken des anderen. Sie wissen, wie Sie damit umgehen und Sie können mit Ihrem Freund/Ihrer Freundin über alles reden. Sie vertrauen einander und haben gemeinsam schon so manche Klippe umschifft. Insgesamt eine sehr gute Basis für eine Beziehung. Zum Problem kann es werden, wenn der Sprung von der Freundschaft zur Beziehung nahtlos verläuft. Nicht jeder kann damit umgehen, wenn die Phase der „rosaroten Brille“ und ersten Verliebtheit fehlt.

Wenn aus Freundschaft Liebe wird

Bevor Sie das Gespräch mit dem besten Freund suchen, sollten Sie sichergehen, dass die Schmetterlinge im Bauch nicht nur ein Strohfeuer sind. Denn Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass nach diesem Gespräch in Ihrer Freundschaft nichts mehr so ist, wie vorher. Einfach ist es, wenn Sie sich sicher sein können, dass Ihr bester Freund genauso empfindet wie Sie.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Freund genauso empfindet wie Sie, versuchen Sie zunächst, herauszufinden, wie er zu dem Thema Freundschaft und Beziehung steht. Danach wissen Sie, woran Sie sind. Sollte er eine Beziehung kategorisch ablehnen, kann es schwierig sein, die Freundschaft weiter aufrecht zu erhalten. Dann müssen Sie entscheiden, ob es Ihnen die Freundschaft genug wert ist, Ihre Gefühle dauerhaft zu unterdrücken.

Wenn schon streiten, dann konstruktiv!

Um es vorweg zu klären: Streit in einer Beziehung dauerhaft zu vermeiden ist weder möglich noch sinnvoll. Denn an einem vernünftig geführten Streit wachsen sowohl Sie selbst als auch Ihr Partner. Sehen Sie Streit in Ihrer Beziehung als etwas Normales. Jedes Paar streitet irgendwann. Über Haushaltspläne, Geld, sogar über das Fernsehprogramm. Doch richtig streiten will gelernt sein. Es bringt nichts, wenn Sie Ihren Partner in einer Wutsituation mit Vorwürfen überschütten und am Ende auch noch beleidigen. Genauso wenig ist wortloses Umdrehen und gehen die richtige Lösung. Und Bestrafungsaktionen des Partners sollten Sie sich generell verkneifen. Aber wie sollen Sie sich dann streiten?

Vermeiden Sie Rundumschläge

Wenn es zwischen Ihnen und Ihrem Partner kracht, möchten Sie ihn vermutlich am liebsten anbrüllen und Ihrem Ärger Luft machen. Das ist verständlich, hilft aber nicht weiter. Achten Sie darauf, dass Ihnen nichts herausrutscht, was Sie später bereuen. Dazu gehören Befehle, Schimpfworte oder sarkastische Bemerkungen ebenso wie Verallgemeinerungen à la „immer bist Du so“ oder „nie machst Du...“. Bleiben Sie stattdessen beim Thema, auch im Streit. Benennen Sie das, was Sie im Augenblick stört. Wenn es noch andere Dinge gibt, die Sie Ihrem Partner längst einmal sagen wollten, verschieben Sie diese auf einen späteren, ruhigen Zeitpunkt. Genauso wenig sollten Sie Ihre Meinung um des lieben Friedens Willen aufgeben. Aber auch nicht darauf beharren. Bedenken Sie, dass auch Ihr Partner eine Meinung hat und finden Sie einen Kompromiss. Am Ende eines Streits sollte immer die bewusste Versöhnung stehen. Mag sein, dass es Ihnen schwer fällt, um Verzeihung zu bitten. Aber es erleichtert Ihrem Partner, auf Sie zuzugehen.

Seitensprung: Gefahr und Chance für die Beziehung

Wenn einer der Partner untreu ist, ist das Vertrauen in die Beziehung erschüttert. Darum ist Fremdgehen kein Mittel, um die Liebe aufzufrischen. Im Gegenteil. Die Gefahr, die Liebe zu zerstören ist groß. Es mag verführerisch sein, das was Sie bei Ihrem Partner nicht mehr bekommen, bei jemand anderem zu suchen. Und so vielleicht wieder Sehnsucht nach dem Partner zu bekommen. Aber machen Sie sich bewusst, dass eine gut funktionierende Partnerschaft keine Auffrischung nötig hat. Wenn Sie also über das Fremdgehen nachdenken, läuft in Ihrer Beziehung etwas schief. Und das beheben Sie nicht, indem Sie Ihrem Partner auch noch untreu werden. Es ist normal, dass sich Liebe und Partnerschaft im alltäglichen Ablauf verändern und abflauen. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Partner darüber reden und Ihre Bedürfnisse offen legen. Sagen Sie ehrlich, was Sie stört. Im besten Fall ist Ihnen der Partner dankbar, dass Sie den ersten Schritt gewagt haben und wird mit Ihnen überlegen, wie Sie gemeinsam an Ihrer Beziehung arbeiten.

Wenn der Seitensprung doch passiert

Wenn es dafür bereits zu spät und der Seitensprung schon geschehen ist, hängt die Zukunft der Beziehung in erster Linie davon ab, wie die Parteien mit der Situation umgehen. Fremdgehen erschüttert das Vertrauen untereinander. Aber wenn beide Partner nach einem Seitensprung offen miteinander reden, besteht die Chance, die Beziehung zu retten oder gar einen Neuanfang zu wagen. Ziehen Sie schonungslos Bilanz Ihrer bisherigen Beziehung. Sobald Sie sich auf einen Neuanfang geeinigt haben, sollte der Seitensprung Tabuthema sein. Besiegeln Sie Ihren Entschluss mit einem Versöhnungsritual. Danach gilt: Setzen Sie Ihren Partner nicht noch Jahre später immer wieder verbal auf die Anklagebank. Es ist normal, dass Sie Zeit brauchen um Ihm oder Ihr wieder zu vertrauen. Ständige Vorwürfe sind dabei nicht hilfreich. Absolut tabu ist es, gleiches mit gleichem zu vergelten. Wenn Sie Ihrem Partner den Seitensprung mit gleicher Münze heimzahlen, setzen Sie Ihre Beziehung endgültig aufs Spiel.

Eifersucht: Kein Liebesbeweis, sondern Störfaktor

Sie könnten vor Wut an die Decke gehen, Wenn Ihr Partner mit anderen Menschen spricht oder nur jemand anderem hinterher sieht? Dann sind Sie eifersüchtig und in bester Gesellschaft. Denn fast jeder verspürt im Leben einmal Eifersucht. Bleibt es bei einem schwachen Gefühl, kann Ihnen die Eifersucht helfen, Ihre Beziehung aufzufrischen, die Liebe zum Partner wiederzuerkennen und Sie dazu bewegen, sich wieder mehr um Ihren Partner zu bemühen. Fangen Sie jedoch an, heimlich das Handy oder die Mails Ihres Partners zu kontrollieren, sollten Sie die Notbremse ziehen. Denn krankhafte Eifersucht kann Ihre Beziehung zerstören, wenn sich Ihr Partner kontrolliert oder eingeengt fühlt. Eifersucht hat Ihren Grund meist in Selbstzweifeln und mangelndem Selbstwertgefühl. Wenn Sie sich selbst nicht lieben, können Sie nicht glauben, dass andere dies tun.

Überdenken Sie Ihre Gefühle

Wenn Sie Ihre Eifersucht in den Griff bekommen wollen, machen Sie sich zunächst klar, dass nicht Ihr Partner schuld an Ihren Gefühlen ist. Dafür sind Ihre eigenen misstrauischen Gedanken verantwortlich, ausgelöst durch Ihre Angst, den Partner zu verlieren. Der zweite Schritt besteht darin, dass Sie lernen, sich selbst so zu mögen wie Sie sind und sich mit allen Eigenschaften anzunehmen. Positiven wie negativen. Außerdem müssen Sie lernen, sich nicht von Ihrem Partner abhängig zu machen. Suchen Sie sich Hobbys, denen Sie allein nachgehen und pflegen Sie Ihren eigenen Freundeskreis. Wenn Sie feststellen, dass Sie nicht allein mit der Bewältigung Ihrer Eifersucht klar kommen, suchen Sie sich professionelle Hilfe. Starke Eifersucht ist eine Krankheit, die mit den richtigen Therapien heilbar ist.

Angst vor Bindung auf den Grund gehen

Wenn Partnerschaften oberflächlich bleiben oder nur von kurzer Dauer sind, steckt oft Angst vor einer Beziehung oder besser Bindungsangst dahinter. Hinter Bindungsangst verbirgt sich nicht unbedingt die Angst vor einer Partnerschaft, sondern vielmehr verschiedene Ängste, die dem Betroffenen gar nicht bewusst sind. Teilweise reichen diese Ängste bis in die Kindheit zurück. Grund kann eine fehlende oder schlechte Bindung zu den Eltern sein. Aber auch schlechte Erfahrungen in früheren Liebesbeziehungen können Bindungsangst auslösen. Aber auch Angst vor dem Verlust der persönlichen Unabhängigkeit kann dafür sorgen, dass Sie sich nicht fest binden wollen. Wenn Sie regelrechte Panikattacken und Fluchtimpulse bekommen, sobald eine Beziehung fester wird, sollten Sie über professionelle Hilfe nachdenken. Eine Therapie kann Ihnen helfen, die Ursachen Ihrer Bindungsangst herauszufinden. Sie lernen, mit Ihren Ängsten umzugehen und sich wieder auf andere Menschen einzulassen.

Wenn Ihr Partner Bindungsphobiker ist

Geraten Sie häufiger an Partner, die schon bei der Erwähnung des Wörtchens „Zusammenziehen“ fluchtartig Reißaus nehmen? Die sich nicht mehr melden, sobald Ihre Beziehung intensiver wird? Es ist nicht leicht, mit einem Menschen zusammen zu sein, der Angst vor einer festen Bindung hat. Unmöglich ist es jedoch nicht. Sie brauchen nur sehr viel Geduld. Sobald Sie bemerken, dass Ihr Partner unter Angst vor zu viel Nähe leidet, schalten Sie einen Gang zurück. Nehmen Sie sich besonders viel Zeit zum Kennenlernen. Ein Mensch mit Bindungsangst kann durch positive Erlebnisse lernen, seine Ängste abzubauen. Signalisieren Sie Ihrem Partner, dass Sie bereit sind, Ihm Sicherheit und Geborgenheit zu geben, aber drängen Sie nicht. Sollte sich Ihr Partner zu einer Therapie entschließen, unterstützen Sie ihn. Dann haben Sie die Chance, dass aus einer lockeren Bindung doch noch eine feste Partnerschaft wird.

Fernbeziehung

In der heutigen Zeit wird von Arbeitnehmern viel Flexibilität verlangt. Dazu gehört auch die Bereitschaft, des Öfteren den Arbeits- und somit den Wohnort zu wechseln. Das führt dazu, dass viele Paare in einer Fernbeziehung leben. Wenn Sie und Ihr Partner regelmäßig für längere Zeit räumlich getrennt sind, ist es nicht einfach, eine langfristige Beziehung aufzubauen und sich dabei auch als Paar zu fühlen. Sie sind mit Ihrem Problem nicht allein: Schätzungen zufolge ist jede achte Beziehung eine Fernbeziehung. Das größte Problem einer solchen Beziehung sind die zwei getrennten Alltagswelten der Partner. Unter der Woche leben Sie beide Ihr eigenes Leben, am Wochenende soll dann möglichst viel nachgeholt werden. Wenn Sie zu hohe Erwartungen an die Treffen stellen, werden Sie schnell enttäuscht.

Schaffen Sie Rituale

Aber wie die Distanz überwinden? Entwickeln Sie gemeinsame Rituale, die nur Ihnen beiden gehören. Das kann eine Gute-Nacht-SMS sein oder ein gemeinsamer Spaziergang beim Wiedersehen. Mit solchen Ritualen schaffen Sie bewusst ein Wir-Gefühl. Ihre gemeinsame Zeit an den Wochenenden dürfen Sie planen, aber lassen Sie zwischen einzelnen Unternehmungen Raum für spontane Ideen. Achten Sie darauf, dass Sie auch unter der Woche regen Kontakt halten. Ob per Telefon, E-Mail oder SMS ist egal. Eine nette Geste gegenüber dem Partner sind auch handgeschriebene Briefe oder Karten.

Eine Trennung überwinden

Auf einmal wieder Single sein, ist ein Schock und ein Angriff auf das eigene Selbstbewusstsein. Dennoch müssen Sie die Entscheidung Ihres Ex-Partner und die Trennung akzeptieren. Auch wenn Sie in der Beziehung noch glücklich waren. Wichtig in dieser Situation ist, dass Sie nichts überstürzen. Sie haben ein Recht, traurig zu sein. Versuchen Sie nicht, sich gewaltsam in fröhliche Aktivitäten zu stürzen. Geben Sie sich Zeit, die Trennung zu verarbeiten. Zwar ist es natürlich, dass Sie die schmerzliche Situation so schnell wie möglich hinter sich lassen möchten. Aber ein Neuanfang, womöglich gleich mit einem neuen Partner, wird unweigerlich scheitern, wenn Sie Ihre alte Beziehung noch nicht verarbeitet haben.

Lassen Sie negative Gefühle zu

Vor der Trauer kommt der Zorn. Kurz nach der Trennung sind Sie einfach nur wütend auf den Partner, der Sie einfach so im Stich gelassen hat. Erst später kommt die Trauer über den Verlust des Partners. Erst viel später folgt Bedauern. Bedauern darüber, dass Sie die Entscheidung des Partners nicht ändern können und Bedauern, dass die schöne Zeit mit dem Partner vorbei ist. Lassen Sie Ihre Gefühle zu. Alle. Auch die negativen. Wenn es Ihnen hilft, schreiben Sie dem Ex-Partner einen Brief, in dem Sie Ihre Gefühle offenlegen. Schreiben Sie, dass Sie sehr verletzt sind und traurig, weil Sie keinen Einfluss auf die Entscheidung hatten. Auch Ihren Zorn dürfen Sie ansprechen. Schreiben Sie sich alles von der Seele – und schicken Sie den Brief nicht ab. Allein das Aufschreiben und Zulassen Ihrer Emotionen unterstützt den Verarbeitungsprozess enorm. Versuchen Sie zu erkennen, dass Ihr Glück nicht von diesem Partner abhängt, sondern dass Sie selbst dafür verantwortlich sind. Das ist der wichtigste Schritt, um so etwas wie ein versöhnliches Gefühl zu empfinden. Verzeihen Sie Ihrem Partner innerlich die Trennung. Dann können Sie offenen Herzens eine neue Beziehung beginnen.

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