Am 5. Mai ist Welt-PH-Tag

Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie, PH)

Pulmonale Hypertonie wird oft erst spät erkannt, doch unbehandelt führt die Krankheit schnell zum Tod. Alles über Ursachen, Anzeichen und Therapie des heimtückischen Lungenhochdrucks lesen Sie hier.

Pulmonale Hypertonie
Pulmonale Hypertonie: Ursache für Lungenhochdruck ist häufig COPD.
iStock

Ständig müde und abgeschlagen, Atemnot schon bei kleinen Belastungen, manchmal auch geschwollene Beine und blaue Lippen. Diese Anzeichen sind sehr unspezifisch. Das heißt, ganz unterschiedliche Krankheiten können dahinter stecken, darunter:

Dass jedoch auch Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie, PH) der Auslöser sein könnte, wird oft nicht wahrgenommen. Unbehandelt kann PH jedoch schon nach weniger als drei Jahren zum Tode führen. Die Aktion "Blaue Lippen" soll daher das Bewusstsein für die seltene Erkrankung bei Ärzten und in der Öffentlichkeit stärken.

Pulmonale Hypertonie: Die Ursachen

Bei der Pulmonalen Hypertonie sind diejenigen Blutgefäße verengt, die sauerstoffarmes Blut vom rechten Herzen zur Sauerstoffanreicherung in die Lungen leiten. Mit der Gefäßverengung steigt der Widerstand und in der Folge auch der Blutdruck in diesen Gefäßen. Die Sauerstoffaufnahme ins Blut ist gestört und das Blut staut sich in die rechte Herzkammer zurück. Das rechte Herz muss gegen den krankhaft erhöhten Druck vermehrt arbeiten. Die zunehmende Belastung vergrößert und schwächt das rechte Herzen, was letztendlich zu Herzversagen und in der Folge zum Tod führen kann.

Ein besonders Risiko tragen gerade jüngere Menschen, die im Alter von 20 bis 30 Jahren bereits an einer Lungenembolie erkrankt waren. Bleibt das Gerinnsel in der Lunge unerkannt oder kann bei einem Eingriff per Katheter nicht vollständig aufgelöst oder entfernt werden, verwachsen sich die Reste des Blutpfropfens mit den Gefäßen in der Lunge. Ein narbiger Gewebeklumpen aus den Resten des Blutpfropfens entsteht, der den Blutdurchfluss in der Lunge staut. Dies belastet das rechte Herz, dass dann mit mehr Kraft gegen den Widerstand zu schlagen versucht, und den Blutdruck in der Lungenarterie - unabhängig vom am Arm oder Handgelenk messbaren Blutdruck - steigert. In der Folge verdickt sich die rechte Herzkammer und das Herz überanstrengt sich.

Pulmonale Hypertonie und COPD

Pulmonale Hypertonie entsteht auch bei einer chronischen Linksherzerkrankung, aber auch bei Lungenerkrankungen wie COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Zu Grunde liegt dabei immer eine Fehlfunktion der Gefäßwände.

Pulmonale Hypertonie: die Diagnose

Um eine pulmonale Hypertonie zu erkennen, müssen mehrere Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Röntgen

  • Lungenfunktionsprüfung sowie Blutgase feststellen  (um Lungenkrankheiten mit ähnlicher Symptomatik wie die Pulmonale Hypertonie – insbesondere (COPD) – auszuschließen.)

  • Untersuchung des Herzes mit Ultraschall und Herzkatheter (Untersuchung der Durchblutung mit Kontrastmittel) und Radioszintigraphie der Lunge (Belüftung)

Bei Lungenhochdruck am besten in ein PH-Zentrum

Weisen alle Befunde auf eine pulmonale Hypertonie hin, sollte der Patient unverzüglich in ein PH-Zentrum überwiesen werden. Diese hoch spezialisierten PH-Zentren sind für den betroffenen Patienten deshalb so wichtig, weil hier aufgrund der großen Erfahrung bei der Behandlung einer Vielzahl von PH-Patienten die weitere diagnostische und therapeutische Weichenstellung in der Regel am schnellsten und zielsichersten durchgeführt werden kann.

Pulmonale Hypertonie: Therapie

Die Therapie der pulmonalen Hypertonie ist abhängig von der Krankheitsursache. Eine spezifische medikamentöse Therapie ist seit Kurzem für die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) zugelassen, die die Ursache zwar nicht heilen kann, aber den betroffenen, meist jüngeren Patienten, eine deutliche Steigerung der Lebensqualität schenkt.

Die Therapie der Wahl bei der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) ist die pulmonale Endarteriektomie (PEA). Dieser hochkomplexe Eingriff  kann bei geeigneten Patienten die Durchblutungssituation und damit die klinischen Symptome deutlich verbessern oder sogar heilen. Dabei wird operativ das narbige, mit der Gefäßwand verwachsene, krankhafte Gewebe aus den Lungenarterien entfernt.

Für die anderen Klassen des Lungenhochdrucks steht keine spezifische Therapie zur Verfügung. Hier muss die Grunderkrankung therapiert werden.

Was PH-Patienten selbst tun können

Patienten mit pulmonaler Hypertonie können auch selbst bei der Therapie mitwirken. Es verdichten sich die Hinweise, dass gezieltes körperliches Training in auf PH spezialisierten Einrichtungen einen positiven Effekt auf den Erkrankungsverlauf haben kann. Ein gutes Instrument zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Patienten und zur Verlaufskontrolle der Therapie stellt der Sechs-Minuten-Gehtest dar. Dazu geht der Patient auf ebenem Boden über sechs Minuten so weit, wie es sein Zustand zulässt. Pausen und Tempowechsel sind erlaubt.

Fünf wichtige Ursachen von COPD

Autor:
Letzte Aktualisierung:05. Mai 2014
Letzte Änderung durch: ag / lifeline

Quellen: Pressemitteilung Bayer Health Care

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