Nebenwirkungen von Krebstherapien

Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung: Wie behandeln?

Verstopfung und Erbrechen bei Krebsbehandlung

Eine recht häufige Folge von Krebserkrankungen und ihren Therapien sind Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung. Diese Beschwerden schränken die Lebensqualität der Betroffenen mitunter enorm ein, können aber in aller Regel gut behandelt werden.

Frau mit Magenschmerzen
Erbrechen, aber auch Verstopfung sind typische Nebenwirkungen der Krebstherapie.
©istock.com/PORNCHAI SODA

Eine häufige Folge von Krebserkrankungen und den Behandlungsoptionen bei Krebs sind Verdauungsstörungen, welche die Lebensqualität und das Befinden der Betroffenen enorm einschränken können. Besonders oft quälen dann Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung (Obstipation). Solche Beschwerden lassen sich mit geeigneten Mitteln heuzutage jedoch gut behandeln.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen können sowohl durch die Krebserkrankung selbst als auch durch die Therapien, insbesondere Chemo- und Strahlentherapie sowie Schmerztherapie mit Opioiden hervorgerufen werden.

Bei Chemo- und Strahlentherapie sind Übelkeit und Erbrechen in unterschiedlichen Therapiephasen möglich:

  • Akutes Erbrechen/Übelkeit: Tritt innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Therapie auf.
  • Verzögertes Erbrechen/Übelkeit: Entwickelt sich ein bis fünf Tage nach der Therapie.
  • Antizipatorisches („vorwegnehmendes“) Erbrechen/Übelkeit: Entwickelt sich erst nach der Therapie und ist eine Art Lernprozess. Die Betroffenen reagieren wie bei einer klassischen Konditionierung auf bestimmte Reize (z.B. Gerüche oder den Anblick der Klinik) mit Erbrechen und Übelkeit.

Heute sind zahlreiche Therapiemaßnahmen bekannt, um dem akuten und verzögerten Erbrechen bzw. Übelkeit vorzubeugen. Damit sie effektiv wirken können, muss mit der Umsetzung dieser „gegen das Erbrechen wirkenden“ (antiemetischen) Therapien bereits vor der Chemo- und Strahlentherapie begonnen werden. Als sogenannte Antiemetika stehen insbesondere 5-HT3-Rezeptorantagonisten (z.B. Palonosetron), Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten (z.B. Aprepitant), Kortisonpräparate (Glukokortikoide wie z.B. Dexamethason), Neuroleptika (z.B. Promethazin), Benzamide (z.B. Metoclopramid) und Cannabinoide (z.B. Dronabinol) zur Verfügung. Um die antiemetische Wirksamkeit zu steigern, werden sie in Kombination eingesetzt.

Der Körper gewöhnt sich an die Medikamente

Bei Übelkeit und Erbrechen infolge einer Schmerztherapie mit Opioiden tritt in der Regel nach acht bis zehn Tagen eine Gewöhnung ein. Brechreiz und Übelkeit lassen nach. Eine antiemetische Therapie ist dann nicht mehr notwendig.

Daneben können auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen beitragen. Hierzu gehören die Einnahme von Speisen in ruhiger Umgebung, der Verzehr kleinerer Mahlzeiten und das Vermeiden von Speisen und Getränken, die bereits durch ihren Anblick oder Geruch Übelkeit und Erbrechen verursachen.

Antizipatorisches („vorwegnehmendes“) Erbrechen ist durch die genannten Medikamente in der Regel nicht behandelbar. Da es sich um eine Konditionierung handelt, eignen sich zur Behandlung Psychotherapien wie die progressive Muskelrelaxation oder Hypnose.

Verstopfung (Obstipation)

Verstopfung ist die häufigste und hartnäckigste Nebenwirkung einer Schmerztherapie mit Opioiden. Die Betroffenen leiden unter zu seltenem Stuhlgang, zu geringen Stuhlmengen, hartem Stuhl und einer als schwierig und schmerzhaft empfundenen Stuhlentleerung. Eine Gewöhnung nach einigen Therapietagen tritt nicht ein.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen, die im Allgemeinen gegen Verstopfung helfen, sind eine ballaststoffreiche Ernährungsweise, häufiges Trinken und eine Steigerung der körperlichen Aktivitäten. Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung können diese Maßnahmen allerdings oftmals nicht mehr ausreichend realisieren. In diesem Fall wird eine Therapie mit Abführmitteln, sogenannten Laxanzien, durchgeführt. Sie beeinflussen die Wasser- und Elekrolytmenge des Stuhls, weichen den Stuhl dadurch auf und setzen die Stuhlentleerung in Gang.

Eine vorbeugende Behandlung mit Laxanzien wird in der Regel über den gesamten Verlauf einer Opioidtherapie empfohlen.

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