Tollkirsche und Sonnentau gegen Erkältung

Erkältung: Mit Homöopathie gegen grippalen Infekt

Man fühlt sich schlapp, die Glieder schmerzen und die Nase läuft: Ein grippaler Infekt macht keinen Spaß, schlägt vor allem im Herbst und im Frühjahr zu – dann, wenn die Jahreszeiten sich abwechseln. Anfällig sind wir besonders dann, wenn sich unser Immunsystem nicht gegen Viren wehren kann. Homöopathische Einzel- und Komplexmittel sind dann eine besonders schonende Weise, die Symptome erträglich zu machen. Welche Wirkstoffe es gibt und bei welchen Erkältungsbeschwerden sie angewendet werden.

Globuli mit grünem Hintergrund
Die Homöopathie nutzt nicht nur Auszüge aus Pflanzen, um Erkältungsbeschwerden zu lindern.
Julia Pfeifer

Die Nase läuft, die Glieder schmerzen, der Hals kratzt, man fühlt sich hundeelend: Zwei bis fünf Infekte muss ein ansonsten gesunder Erwachsener pro Jahr überstehen. Bei manchen fallen sie harmlos aus, dann ist von einer normalen Erkältung die Rede. Der grippale Infekt, den manche umgangssprachlich fälschlicherweise , ist angriffslustiger, setzt uns außer Gefecht. Er ist damit der häufigste Grund für Krankschreibungen in Deutschland: Bei 17 Prozent aller Arztbesuche klagen die Patienten über die typischen Symptome wie Kopfschmerzen, Schnupfen, Halsweh und Abgeschlagenheit. Fieber kann, muss aber nicht vorkommen.

Homöopathie gegen Erkältung: 15 wirkungsvolle Arzneien

Um die Beschwerden zu lindern, greifen viele Menschen zu homöopathischen Präparaten. Diese können:

  • die Selbstheilungskräfte fördern
  • die körpereigene Abwehr stimulieren
  • Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen lindern
  • die Abwehrfunktion der Schleimhäute stabilisieren
  • Schwere und Dauer des grippalen Infekts positiv beeinflussen
  • die Ausbreitung des Infekts im Körper stoppen
  • Vereiterungen lösen
  • Abgeschlagenheit lindern
  • Hustenanfälle reduzieren

Die Abwehr stärken mit Homöopathie

Im Normalfall bessern sich die Symptome bei einem grippalen Infekt nach wenigen Tagen. Vorausgesetzt, man schont sich, schläft und trinkt viel Wasser oder Tee. Die Selbstheilungskräfte lassen sich aktiv unterstützen. Homöopathische Einzel- und Komplexmittel können dem Körper auf sanfte Weise helfen, die Krankheit schneller zu bewältigen – ohne den Körper zusätzlich durch mögliche Nebenwirkungen zu belasten.

Immunsystem stärken mit Homöopathie

Komplexhomöopathika enthalten mehrere Wirksubstanzen, die sich durch ihre Kombination gegenseitig verstärken. Im Fall von Erkältungsbeschwerden sind das zum Beispiel Mercurius cyanatus und Aconitum napellus, die auch einzeln Verwendung finden (siehe unten). Mehr über Komplexmittel lesen Sie hier!

Dabei richtet sich die Homöopathie nicht nur nach Krankheitssymptomen, sondern bezieht ganzheitlich auch das Wesen und die Lebensgewohnheiten des Patienten mit ein. Daher wird der Heilpraktiker oder homöopathische Arzt bei zwei sehr unterschiedlichen Patienten trotz gleicher Diagnose unterschiedliche homöopathische Arzneimittel empfehlen.

Zur Selbstmedikation eignen sich frei verkäufliche Niedrigpotenzen aus der Apotheke. Wenn Sie unsicher sind, welchen der folgenden homöopathischen Wirkstoffe Sie gegen Erkältungsbeschwerden einsetzen können, hilft Ihnen ein homöopathisch ausgebildeter Arzt oder Heilpraktiker weiter. Gute Beratung bieten auch homöopathisch geschulte Apotheker.  

Eine Übersicht über homöopathische Mittel gegen Erkältungsbeschwerden:

Schnupfen

Entzündungen der Atemwege

Kopfschmerzen 

Husten

Weitere Wirkstoffe gegen grippale Infekte

Auch Halsschmerzen lassen sich homöopathisch lindern. Lesen Sie hierzu unseren ausführlichen Artikel zum Thema.

Nebenwirkungsarme Schmerzmitteln

Viele Ärzte greifen bei der Diagnose "grippaler Infekt" zu konventionell-medizinischer Arznei wie Antibiotika, Hustenstillern und fiebersenkenden Mitteln. Nicht immer der richtige Weg: Antibiotika etwa wirken nur gegen bakterielle Infektionen, doch die Mehrzahl der Erkältungen mit Infektionen des Rachens und der oberen Atemwege sind viral bedingt. Auch andere konventionell-medizinische Präparate wie Fiebersenker mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen sollten bei ansonsten gesunden Patienten nicht sofort zum Einsatz kommen: Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um Krankheitserreger abzutöten.

Verschwinden die Beschwerden des grippalen Infekts nach drei Tagen nicht von selbst, sollte der Weg zum Arzt führen, denn es kann in seltenen Fällen eine echte Grippe, Lungenentzündung oder Meningitis hinter den Beschwerden stecken.

25 wichtige Arzneimittel für die homöopathische Reiseapotheke

Nux vomica und Pulsatilla gegen verstopfte Nase bei Schnupfen

Sieben Tage kommt er, sieben Tage bleibt er und sieben Tage geht er: Diese Volksweisheit ist nicht ganz verkehrt. Ein hartnäckiger Schnupfen dauert bis zu zwei Wochen. Die Nasenschleimhaut ist dabei entzündet, man kann schlecht ein- und durchschlafen und auch das Atmen durch die Nase fällt schwer. Schnupfen, medizinisch Rhinitis, ist ein Hauptsymptom des grippalen Infekts. Folgende Wirkstoffe finden in homöopathischen Einzel- und Komplexmitteln Anwendung bei einem akuten Schnupfen. Sie sollen die Selbstheilungskräfte stärken, abschwellend und entzündungshemmend auf die Nasenschleimhaut wirken und festsitzenden Schleim lösen:

  • Luffa operculata (getrocknete Kürbisfrucht; Anwendung: auch bei chronisch trockener Nase, Nebenhöhlenentzündung, Entzündungen im Hals)
  • Thuja (Lebensbaum; Anwendung: auch bei Mittelohrentzündung, trockener Nase, Warzen und unreiner Haut)
  • Kalium bichronicum (Anwendung: auch bei trockener Nase, Nebenhöhlenentzündung mit Kopfschmerzen, Mittelohrentzündung, weiteren Erkältungsbeschwerden)
  • Nux vomica (Brechnuss; Anwendung: auch bei Kopfschmerzen, Erkältungsneigung, Blähungen, nervösem Magen und zur Schnupfen-Prophylaxe)
  • Pulsatilla pratensis (Küchenschelle; Anwendung: auch bei Kopfschmerzen, Mittelohrentzündung, Magenschmerzen, Frauenbeschwerden wie Prämenstruellem Syndrom)
  • Allium cepa (Zwiebel)
  • Euphorbium
  • Mercurius bijodatus

Bei chronischem Schnupfen empfehlen Homöopathen folgende Wirkstoffe:

  • Ammonium carbonicum (Hirschhornsalz)
  • Arum maculatum (Gefleckter Aronstab)
  • Hydrargyrum sulfuratum rubrum (Zinnober)
  • Hydrastis (Kanadische Gelbwurz)
  • Kalium bichronicum (Kaliumdichromat)
  • Lemna minor (Wasserlinse)
  • Lobaria pulmonaria (Lungenflechte)
  • Phosphorus

Infekte der Atemwege mit Homöopathie behandeln

Folgende Wirkstoffe werden unter anderem eingesetzt, um Entzündungen im Rachen und Hals zu therapieren:

Auch Kopfschmerzen können durch Homöopathika gelindert werden

Der Kopf schmerzt während einer schlimmen Erkältung bei jedem Schritt. Statt eine Tablette einzuwerfen, können Sie es erst einmal mit homöopathischen Mitteln versuchen, beispielsweise mit Präparaten, die folgende Wirkstoffe beinhalten:

  • Atropa belladonna (Tollkirsche)
  • Thuja occidentalis (Lebensbaum)
  • Acidum silicicum (Kieselsäure)
  • Bryonia (Zaunrübe)
  • Gelsemium sempervirens (Gelber Jasmin)
  • Melilotus officinalis (Steinklee)
  • Natrium carbonicum (Natriumkarbonat)
  • Spigelia anthelmia (Wurmkraut)

Lesen Sie für weitere Informationen auch unseren Artikel zum Thema Homöopathie gegen Kopfschmerzen und Migräne!

Komplementärmedizin gegen Husten

Extrakte aus Tollkirsche und Meerzwiebel in homöopathischen Dosen werden eingesetzt, um festsitzenden Schleim zu verflüssigen und so das Abhusten zu erleichtern. Folgende Homöopathika können auf diese Weise auch die Beschwerden einer Bronchitis lindern:

  • Sticta
  • Coccus cacti
  • Spongia
  • Bryonia (Zaunrübe)
  • Drosera (Sonnentau)
  • Causticum Hahnemanni
  • Cuprum aceticum
  • Urginea maritima (Meerzwiebel)
  • Cuprum aceticum
  • Hyoscyamus

Weitere Homöopathika gegen grippale Infekte

Folgende Wirkstoffe werden ebenfalls von Homöopathen gegen grippale Infekte empfohlen:

  • Sulfur (Schwefel)
  • Calcium carbonicum
  • Aconitum napellus (Eisenhut)
  • Eupatorium perfoliatum (Wasserhanf)
  • Apis
  • Cinnabaris
  • Kalium chloratum
  • China
  • Eucalyptus
  • Dulcamara

Speziell zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkraft werden genutzt:

  • Baptisia
  • Bryonia
  • Echinacea-Urtinktur
  • Kalium chloratum
  • Silicea
Fünf häufige Anwendungsbereiche der Homöopathie

Lifeline/Wochit

 

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