Die vielfältigen Auslöser einer Blasenentzündung

Vom Badespaß bis zu den Flitterwochen

Jährlich erkranken etwa 15 Prozent der 15- bis 39-jährigen Frauen mindestens einmal an einer Blasenentzündung. Eine akute oder chronisch-rezidivierende Blasenentzündung wird in den meisten Fällen von Bakterien – in selteneren Fällen auch von Pilzen oder Viren – verursacht.

frau sitzt auf steintreppe
Kalter Untergrund, luftige Kleidung: Diese Kombination erhöht das Risiko, sich eine Blasenentzündung einzufangen. Denn Kälte senkt das lokale Immunsystem der Blase.
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Doch es gibt auch Faktoren in unserem Verhalten, die die Entstehung eines Harnwegsinfekts begünstigen können. Manchmal kommt es zu einer Unterkühlung, wenn man nach dem Baden die nasse Badekleidung anbehält – das wirkt sich nachteilig auf das Immunsystem aus und begünstigt so das Entstehen einer Entzündung.

Auch durch häufige sexuelle Aktivität kann es zu einer Blasenentzündung kommen, denn auch beim Geschlechtsverkehr können Bakterien in die Harnröhre und von dort in die Blase gelangen. Man verwendet dann auch die augenzwinkernde Bezeichnung „Flitterwochen-Blasenentzündung“ (englisch "Honeymoon Cystitis“).

Natürliche Schutzmechanismen in vielen Fällen ausreichend

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Die meisten Harnwegsinfektionen entstehen durch die Übertragung von Erregern vom Darmausgang zur Harnröhre. Gelangen sie zur Harnröhre, vermehren sie sich stark, und steigen weiter nach oben auf. Das führt zu einer Entzündung des Gewebes. Normalerweise verhindert viel Flüssigkeitsaufnahme und damit verbundenes häufiges Wasserlassen, dass sich Bakterien in der Harnröhre festsetzen können. Außerdem stellt das saure Scheidenmilieu eine wirkungsvolle Barriere dar, die auch den Eingang der Harnröhre schützt.

Häufigste Erreger einer Blasenentzündung: Bakterien

Pflanzenteaser

Die Auslöser für eine Zystitis sind vor allem die Bakterienarten Escherichia coli und Enterokokken. Seltener kommen Erreger vor, die teilweise durch mangelnde Hygiene, teilweise aber auch durch Sexualkontakte übertragen werden können. Dazu gehören Staphylokokken, Hefepilze, Chlamydien und bestimmte Viren.

Mögliche Ursachen für eine Zystitis:

  • Unterkühlung:
    nasse Badekleidung, kalte Füße, Sitzen auf kaltem Untergrund
     
  • Häufige sexuelle Aktivität:
    "Honeymoon-Zystitis“
     
  • Stoffwechselstörung:
    zum Beispiel Diabetes, Gicht
     
  • Geschwächtes Immunsystem:
    Je stärker die allgemeinen Abwehrkräfte, desto geringer das Risiko für Infektionen an sich.
     
  • Verhütung mit Diaphragmen und Spermiziden:
    Beeinträchtigt die Schutzfunktion der Schleimhäute.
     
  • Hormonstatus (z. B. in den Wechseljahren):
    Fehlt dem weiblichen Körper Östrogen, hat das ebenfalls Auswirkungen auf die Schutzfunktion der Schleimhäute in der Scheidenwand.
     
  • Übertriebene Intimhygiene:
    Die Verwendung von zu viel Seife oder Intimwaschlotion kann die natürliche Schutzfunktion der Schleimhäute beeinträchtigen. Deshalb sind sanfte, pH-neutrale Waschlotionen vorzuziehen.
     
  • Falsche Intimhygiene:
    Wird nach dem Stuhlgang fälschlicherweise von hinten nach vorne gesäubert, können Bakterien vom After in die Harnröhre und von dort in die Blase gelangen.
     
  • Absteigende Infektion:
    Ein Harnwegsinfekt kann auch durch eine von den Nieren absteigende Entzündung entstehen.
     
  • Geringe Flüssigkeitszufuhr:
    Zusätzlich erhöht ist das Risiko für einen Harnwegsinfekt bei geringer Trinkmenge, da hierbei die Harnwege nicht ausreichend durchgespült werden. Außerdem wird die Schleimhaut der Blase durch einen konzentrierteren, aggressiveren Urin geschädigt.
     
  • Schwangerschaft:
    Der Hormonhaushalt verändert sich. Dadurch weiten sich die Harnwege, Keime können leichter in die Harnröhre eindringen.
     
  • Harnstau oder Restharn in der Blase:
    Durch Harnsteine beispielsweise können die Harnwege eingeengt werden, der Urin kann nicht vollständig abfließen. Staut sich der Harn, finden Bakterien darin einen idealen Nährboden.
     
  • Dauerkatheter:
    Schaffen eine offene Verbindung von den Harnwegen nach draußen und ermöglichen es damit Bakterien, in die Harnröhre zu gelangen.
     
  • Schleimhautschäden:
    Durch wiederholte Infektionen, zum Beispiel durch einen Pilz, entstehen Schäden an den Intimschleimhäuten. Dadurch haben Keime leichtes Spiel.

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Letzte Aktualisierung:11. August 2014

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