Zusätze mit Öl und Tee selber machen

Erkältungsbad: Die häufigsten Fragen

Wenn sich eine Erkältung anbahnt, setzen viele Betroffene naheliegenderweise auf Wärme, um die ersten Anzeichen zu bekämpfen und den Ausbruch der Viruskrankheit womöglich noch unterdrücken zu können. Neben Tee und Wärmflasche ist das Erkältungsbad dazu ein beliebtes Hausmittel. Wie man einen entsprechenden Zusatz selber machen kann und was in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Babys zu beachten ist: Die wichtigsten Infos zum Erkältungsbad haben wir hier für Sie zusammengestellt.

frau nimmt erkältungsbad
Erkältungsbäder enthalten oft ätherische Öle wie Kiefernnadelöl, Menthol oder Campher.
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Wie lange soll ein Erkältungsbad dauern, welche Zusätze kommen hinein und eignet es sich auch bei Fieber, für Babys und in der Schwangerschaft? Die häufigsten Fragen rund um das Thema beantworten wir hier:

Wie kann man ein Erkältungsbad selber machen?

Rezepte für Erkältungsbäder Marke Eigenbau finden sich im Internet zuhauf. Bewährt haben sich gegen die Symptome einer Erkältung folgende Öl-Zusätze:

  • Pfefferminz-Öl (Menthol)
  • Eukalyptusöl
  • Kampferöl/Campher-Öl
  • Kiefernnadelöl
  • Fichtennadelöl
  • Thymianöl
  • Myrtenöl

Die Wirkung solcher ätherischer Öle: Sie befreien die Atemwege und wirken somit schleimlösend. Das lindert eine verstopfte Nase ebenso wie festsitzendes Sekret in den Bronchien.

erkältungsbad baby
Ein Erkältungsbad fürs Baby? Vorsicht: Manche Inhaltsstoffe wie Menthol oder Eukalyptus eignen sich erst für größere Kinder.
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Achtung: Auf bestimmte Inhaltsstoffe von Erkältungsbädern sind Allergien möglich. Bemerken Sie eine Verschlechterung der Symptome, brechen Sie das Bad lieber gleich ab. Auch eignen sich bestimmt ätherische Öle wie Campher nicht für Babys und kleine Kinder, da sie Krämpfe und Atemnot auslösen können. Beachten Sie hier jeweils die Hinweise auf der Verspackung des Badezusatzes.

Wer ein Erkältungsbad mit Tee (lose oder in Beutelform) zubereiten will, kann unter anderem auf folgende Sorten zurückgreifen:

  • Fenchel
  • Thymian
  • Pfefferminze
  • Anis

Aus einer dieser Sorten oder einer Mischung einen starken Tee aufbrühen, etwas abkühlen lassen und dem Badewasser zugeben.

Wer darf ein Erkältungsbad nehmen?

Hartnäckig hält sich der Mythos, man könne einen grippalen Infekt in der Sauna oder durch ein heißes Bad "ausschwitzen". Das stimmt nur bedingt: Wer durch die Erkältung bereits eine erhöhte Körpertemperatur oder andere deutliche Symptome wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen hat, sollte darauf lieber verzichten. Die Hitze stellt für den geschwächten Körper eine Zusatzbelastung dar, die es bei einer heftigen Erkältung zu vermeiden gilt.

Anders ist das, wenn Sie vermuten, dass ein Infekt im Anmarsch ist: Dann stärkt die Wärme das Abwehrsystem des Organismus, indem sie ihn in eine Art künstliches, leichtes Fieber versetzt.

Die besten Hausmittel gegen Erkältung

Bei Bluthochdruck und Venenleiden handelt es sich um Kontraindikationen, was heißes Baden angeht. Ältere vertragen sehr heißes Wasser ebenfalls schlechter, denn es schwächt den Kreislauf. Asthmatiker könnten durch bestimmte Öl-Zusätze Probleme bekommen.

Schwangere und Stillende sollten auf Bäder mit Zusätzen wie Campher (auch: Kampfer) und Menthol ebenfalls verzichten. Gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel (Trimester) sollten schwangere Frauen generell von heißen Bädern Abstand nehmen. Sie können vorzeitige Wehen und einen Blasensprung auslösen, der zu einer Frühgeburt führen kann.

Für Kinder sind spezielle Erkältungsbäder im Handel, die mit sanfteren Ölen auskommen. In Babys erstem Lebensjahr empfehlen die meisten Ärzte, ganz auf Erkältungsbäder zu verzichten.

Warum kann ein heißes Bad Erkältungssymptome lindern?

Das Erkältungsbad wirkt auf verschiedene Weise wohltuend: Die Wärme entspannt, kurbelt das Immunsystem an und hilft gegen Kopf- und Gliederschmerzen. Je nach Zusatz kommen dazu beispielsweise noch Entspannung, Schmerzlinderung oder eine virushemmende Wirkung dazu.

Wie lange darf/sollte ein Erkältungsbad dauern?

Eine Viertelstunde ist nötig, damit der Körper komplett durchwärmt wird und das für eine Erkältung typische Frösteln aufhört. Wer das Gefühl hat, dass sich beim Baden die Erkältungsbeschwerden verschlimmern, sollte lieber früher aufhören. Damit die Haut nicht zu stark austrocknet, sollten Sie es nach maximal einer halben Stunde in der Badewanne gut sein lassen.

Wie heiß darf ein Erkältungsbad sein?

Richten Sie sich hierbei vor allem nach ihrem persönlichen Empfinden beziehungsweise dem ihres Kindes: Wenn das Badewasser zu heiß ist und das Einsteigen darum unangenehm ist, kann das Erkältungsbad seinen gewünschten Effekt nicht entfalten.

Wer den Einstieg sanfter gestalten will, kann auf ansteigende Bäder ausweichen: Hierbei ist die Temperatur anfangs tiefer und wird erst dann schrittweise erhöht, wenn man schon in der Wanne liegt.

Falls Sie damit ein künstliches Fieber hervorrufen wollen, sollte es jedoch so heiß wie möglich sein – also eine Temperatur haben, die Sie gerade noch als wohltuend einstufen. Je nach persönlichem Geschmack schwankt diese zwischen etwa 35 und 40 Grad Celsius.

Dürfen Schwangere und Frauen während der Stillzeit ein Erkältungsbad nehmen?

Schwangere Frauen mit Erkältung sollten bei der Wahl der Arznei- und auch der Hausmittel Vorsicht walten lassen. Bestimmte Zusätze eignen sich zum Beispiel nicht, weil sie Wehen auslösen können. Auch schwächt ein heißes Bad den durch die Schwangerschaft sowieso bereits belasteten Kreislauf zusätzlich. Ein kurzes Bad, um sich aufzuwärmen, ist aber natürlich in Ordnung.

Diese Vorsichtsmaßnahme gilt auch in der Stillzeit: Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet auf Zusätze, die etwa Campher, Menthol oder Eukalyptusöl enthalten.

Welches Erkältungsbad eignet sich für Babys und Kinder?

Gerade die Kleinsten fangen sich häufig Infekte ein, da ihr Immunsystem noch nicht jeden Erreger kennt und erst vollständig ausreifen muss. Da bestimmte ätherische Öle für Kinder schlecht verträglich sind, sind andere Zusätze an deren Stelle gerückt.

nach dem erkältungsbad
Nach dem Erkältungsbad gilt es, sich wohlig-warm einzupacken und auszuruhen.
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Erkältungsbäder für Babys enthalten etwa Thymian-Öl, Myrte oder Sternanis als Wirkstoffe. Während der Schwangerschaft und Stillzeit können Frauen auch selbst auf diese zurückgreifen. Alternativ stehen für kleine Kinder Erkältungssalben zum Einreiben und Zusätze zum Inhalieren zur Verfügung. Auch diese sollten aber kein Menthol, Eukalyptusöl oder Kampfer enthalten!

Entspannung nach dem Bad: Was ist richtig oder falsch?

Nach dem Baden gilt es – genau wie nach einem Saunagang – auf Erholung zu achten. Dazu gehört, sich warm einzupacken, hinzulegen und etwa eine halbe Stunde Ruhe zu halten. So kann das Erkältungsbad optimal nachwirken und sich der Kreislauf wieder stabilisieren. Auch das Eincremen mit einer rückfettenden Lotion empfiehlt sich, um der Haut verlorene Feuchtigkeit zurückzugeben, denn lange Bäder trocknen die Haut aus.

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Letzte Aktualisierung: 29. Januar 2016

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