Halsschmerzen und Angina tonsillaris

Eitrige Mandeln – was tun bei Mandelentzündung?

Schluckbeschwerden, Halsschmerzen und oft auch Fieber – eine eitrige Mandelentzündung entwickelt sich oft aus einer Erkältung. Wie ansteckend eitrige Mandeln sind, welche Hausmittel helfen und wie der Arzt behandelt, lesen Sie hier.

eitrige mandeln
Sind Bakterien die Ursache für eine Mandelentzündung, sind die Mandeln vereitert. Sind Viren die Auslöser, sind die Mandeln meist nur gerötet.
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Zuerst beginnt es mit einem Kratzen im Hals, dann folgen massive Schluckbeschwerden. Ein Blick in den Rachen zeigt es dann: Die Mandeln sind stark angeschwollen, rot und zeigen weiße Pünktchen aus Eiter oder sind völlig vereitert.

Eiter besteht aus abgestorbenen weißen Blutzellen und ist ein deutliches Anzeichen für eine bakterielle Infektion. Medizinisch wird eine eitrige Mandelentzündung (im Volksmund: eitrige Mandeln) als Tonsillitis oder Angina tonsillaris bezeichnet. Das bedeutet, die Gaumenmandeln, die auf beiden Seiten des Rachens hinter dem Zäpfchen liegen, haben sich entzündet.

Eitrige Mandeln – diese Anzeichen verraten die Infektion

Die Gaumenmandeln gehören (wie die Rachen- und Zungenmandeln) zum lymphatischen Rachenring. Er ist ein Außenposten unseres Abwehrsystems, fängt eindringende Bakterien und Viren ab. Die Mandeln bestehen aus lymphatischem Gewebe und können manchmal die Krankheitserreger an Ort und Stelle abtöten. Gelingt das nicht, wandern die Keime weiter in den Körper und werden dann vom Immunsystem vernichtet.

Neben den Schmerzen und den Schluckbeschwerden kann die Mandelentzündung mit verschiedenen Symptomen einhergehen:

Viren und Bakterien führen zur Mandelentzündung

Ursache für eine Mandelentzündung sind zunächst meist Viren. Die Mandeln versuchen, die Eindringlinge zu bekämpfen. Sind die Krankheitserreger sehr stark, kann das die lokalen Abwehrkräfte schwächen. Das ermöglicht bestimmten Bakterien, sich auf den Mandeln breitzumachen (bakterielle Superinfektion). Meist handelt es sich dabei um Streptokokken oder Pneumokokken. Aus der viralen Mandelentzündung ist damit eine eitrige Mandelentzündung geworden.

Darüber hinaus tritt die eitrige Mandelentzündung auch im Rahmen von anderen Infektionskrankheiten auf, etwa dem Pfeifferschen Drüsenfieber und Scharlach. Denn Letzteres wird ebenfalls von bestimmten Streptokokken ausgelöst. Neben der Mandelentzündung sind typische Symptome von Scharlach Hautausschlag und Himbeerzunge.

Eitrige Mandeln sind hochansteckend

Mittels Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Niesen und Sprechen, gelangen die Viren und Bakterien in die Atemluft. Sie breiten sich dadurch schnell aus. Vor allem die eitrige Mandelentzündung ist hochansteckend.

Abstand halten und jede Art von Körperkontakt mit dem Erkrankten vermeiden – also auch Händeschütteln oder Küsschen auf die Wange – sind wichtig, um eine Ansteckung mit eitrigen Mandeln zu verhindern.

Wann Sie mit einer Mandelentzündung zum Arzt müssen

Sicherheitshalber sollten Sie immer zum Arzt gehen, wenn Halsschmerzen ausgeprägt sind oder länger als üblich anhalten. Weitere Symptome, die vom Mediziner abgeklärt werden sollten:

  • die Halsschmerzen halten länger als drei Tage an
  • Fieber über 38 Grad
  • ausgeprägtes Schwächegefühl

Die ärztliche Untersuchung ist in diesen Fällen wichtig, denn wird die akute und eitrige Mandelentzündung nicht gründlich behandelt und so verschleppt, kann das in seltenen Fällen sogar zu einer lebensbedrohlichen Sepsis (Blutvergiftung) führen. Die Bakterien sind dann von den Mandeln in die Blutbahn geraten.

Wesentlich häufiger droht bei nicht ausreichender Behandlung eine chronische Mandelentzündung. Diese kann gefährliche Folgekrankheiten nach sich ziehen, etwa:

Gelingt es nicht, die chronische Mandelentzündung mit Medikamenten dauerhaft zu besiegen, ist eine Operation unumgänglich. 

Eitrige Mandeln – das testet der Arzt bei Mandelentzündung

Zur Diagnose einer eitrigen Mandelentzündung reichen dem Arzt oft bereits der Blick in den Hals und die Beschreibung der typischen Symptome. Um zu unterscheiden, ob Bakterien oder Viren die Ursache der Mandelentzündung sind, nimmt der Arzt einen Abstrich von den Mandeln. Mit einem Schnelltest lässt sich der Auslöser feststellen. Nach diesem Befund richtet sich dann wiederum die Behandlung.

Handelt es sich um Bakterien, verordnet der behandelnde Mediziner das passende Antibiotikum. Dabei ist es wichtig, das Medikament streng nach Anweisung einzunehmen und wirklich so lange, wie es der Arzt empfiehlt – auch wenn die Beschwerden bereits nach drei Tagen abgeklungen sind. Die Ansteckungsgefahr bei eitriger Mandelentzündung verschwindet ein bis zwei Tage nach dem Beginn der Antibiotika-Therapie.

Diese Hausmittel lindern die Schmerzen bei eitrigen Mandeln

Bis zur Behandlung mit Antibiotika oder zur Unterstützung dieser Therapie gibt es eine Reihe von bewährten Hausmitteln, welche die Beschwerden bei einer eitrigen Mandelentzündung lindern:

  • Gurgeln Sie mit lauwarmem Salbeitee oder Salzwasser. Das desinfiziert mild und befeuchtet die Schleimhäute. So können sie sich besser gegen eindringende Krankheitserreger wehren.

  • Trinken Sie warmen Tee mit Honig. Honig, vor allem Manuka-Honig, enthält natürliche Stoffe, die ähnlich wie ein leichtes Antibiotikum wirken, ersetzen entsprechende Medikamente jedoch nicht.

  • Verzichten Sie bei einer Mandelentzündung auf sehr heiße und kalte Getränke. Beides reizt die Mandeln zusätzlich.

  • Versuchen Sie es mit Meerrettich-Tee. Reiben Sie dazu frischen Meerrettich, übergießen Sie einen Esslöffel davon mit 250 Milliliter heißem Wasser und lassen Sie das Ganze 15 Minuten ziehen. Dann abseihen, mit Honig süßen, eventuell noch etwas abkühlen lassen und in kleinen Schlucken trinken. Meerrettich wirkt antibakteriell.

  • Halswickel mit Quark oder Kartoffeln wirken gegen die Entzündung und nehmen den Schmerz. Für den Quarkwickel zimmerwarmen Quark auf ein Tuch streichen und um den Hals legen. Den Wickel so lange tragen, bis der Quark trocken ist.
    Für den Kartoffelwickel kochen Sie 250 Gramm Kartoffeln in der Schale, legen sie dann auf ein Tuch und zerdrücken die Kartoffeln. Mit einem zweiten Tuch abdecken und nicht zu heiß um den Hals wickeln.

  • Tragen Sie ein warmes Tuch um den Hals, auch nachts. Das unterstützt die lokalen Abwehrkräfte im Rachen und hilft, dass die eitrigen Mandeln sich schnell wieder erholen.

Tipps gegen Halsschmerzen

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Letzte Aktualisierung: 07. Dezember 2015

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