Migräne

Migräne nennt man bohrende und pulsierende Kopfschmerzen, die anfallartig auftreten. Hier finden Sie alles zum Thema.


Definition

Migräne nennt man bohrende und pulsierende Kopfschmerzen, die anfallartig auftreten. Meistens wird der Schmerz einseitig im Bereich von Stirn, Schläfe und Auge empfunden. Bei manchen Migränikern geht der Kopfschmerzattacke die so genannte Aura voraus. Sehstörungen, wie Flimmern oder gezackte Lichterscheinungen, sind die häufigsten Symptome der Auraphase.

"Hemikranie" lautet die griechische Bezeichnung für den Halbseitenkopfschmerz. Unser Wort "Migräne" entstand aus Übersetzungen aus dem Französischen ("migraine").

Die Migräne kann aber auch vom Hinterkopf oder Nacken ausgehen, die Seite wechseln oder beidseitig auftreten. Manchmal wird der Schmerz als drückend beschrieben. Die Kopfschmerzattacken beginnen oft in den frühen Morgenstunden. Im Durchschnitt erleidet ein Migräniker monatlich eine bis vier Attacken, die zwischen vier und 72 Stunden anhalten.

Appetitlosigkeit und Übelkeit sind typische Begleiterscheinungen eines Migräneanfalls. Jeder fünfte Betroffene muss während der Attacke sogar erbrechen. Migränekranke Kinder leiden besonders stark unter Übelkeit und Bauchschmerzen. Störungen des vegetativen Nervensystems sind die Ursache dieser Beschwerden. Niedriger Blutdruck, kalte Füße, Harndrang oder Durchfall, Licht- und Lärmempfindlichkeit können mit der Kopfschmerzattacke einhergehen.

Im Gegensatz zu den vegetativen Symptomen, die den Kopfschmerz begleiten, geht die so genannte Aura als Vorbote der Attacke zeitlich voraus. Aura bedeutet "Schein" oder "Ausstrahlung" und gilt als Zeichen einer vorübergehenden Hirnfunktionsstörung zu Beginn des Migräneanfalls. Meistens treten während der Aura Sehstörungen wie Flimmern oder gezackte Lichterscheinungen auf. Auch Lähmungen, ungewohnte Sinneswahrnehmungen und Störungen von Sprache oder Gefühl kommen vor. So spüren manche Migräniker Ameisenkribbeln während dieser Phase, andere wiederum haben ein Taubheitsgefühl um den Mund herum. Die typische Aura dauert höchstens eine Stunde. Nach ihrem Abklingen kommt es in der Regel innerhalb einer Stunde zur Kopfschmerzattacke.

Man unterscheidet eine ganze Reihe von Formen der Migräne, je nach Art und Dauer der Beschwerden.

Die wichtigsten Migräneformen
Migräne ohne Aura Diese Form wurde früher auch einfache Migräne genannt. Sie ist mit Abstand die häufigste Form der Migräne.
Migräne mit Aura Sie bezeichnete man früher als klassische Migräne oder migraine accompagnée; die Aura dauert höchstens eine Stunde und geht den Kopfschmerzen zeitlich voraus.
Migräne mit verlängerter Aura Die Aura dauert länger als eine Stunde und überlappt sich zeitlich mit den Kopfschmerzen.
komplizierte Migräne Die Aura dauert länger als 24 Stunden.
Status migraenosus Die Kopfschmerzen dauern trotz Therapie mehrere Tage an. Oder zwischen zwei Migräneattacken liegen weniger als vier beschwerdefreie Stunden.
Migräneaura ohne Kopfschmerzen Die Aura tritt allein auf, die Kopfschmerzen fehlen. Diese Migräneform kommt vor allem bei älteren Menschen vor.

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Im Schädelbereich sind nur ganz bestimmte Gewebe schmerzempfindlich: die Weichteile außerhalb des Schädels, die harte Hirnhaut, die großen Venen im Gehirn und die Arterien im Schädelbasisbereich gehören dazu. Auch die bestimmte Gehirnnerven sind "schmerzempfindlich" (der Trigeminusnerv, der Glossopharyngeusnerv, der Signale für den Mund- und Rachenraum weiterleitet, und der Vagusnerv, der für einen Teil des vegetativen Nervensystems zuständig ist).

Quelle: Springer Medizin

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