Prostatakrebs - Prostatakarzinom

Mit etwa 40.000 Neuerkrankten pro Jahr ist der Prostatakrebs die häufigste Krebsform bei Männern.


Definition

Die Prostata - auch Vorsteherdrüse genannt - gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Liegt ein bösartiger Tumor der Prostata vor, spricht man von Prostatakrebs bzw. von einem Prostatakarzinom. Die Krankheit beginnt zumeist in den äußeren Schichten des Organs. Die Ursachen sind noch nicht genau geklärt.

Die Prostata oder Vorsteherdrüse besitzt etwa die Größe einer Kastanie. Sie befindet sich unterhalb der Harnblase und umschließt dort wie eine Manschette die Harnröhre, die den Urin durch Prostata und Penis bis zur Eichel leitet. In ihrer Funktion als Drüsenorgan bildet sie ein milchiges Sekret, welches in die Samenflüssigkeit abgegeben wird und die Beweglichkeit der Spermien unterstützt. Die Funktion der Prostata wird vornehmlich durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron gesteuert.

Mit etwa 40.000 Neuerkrankten pro Jahr ist der Prostatakrebs die häufigste Krebsform bei Männern. Jährlich versterben etwa 11.000 Betroffene. Die Erkrankung tritt dabei vornehmlich im höheren Lebensalter auf. Etwa 90% der Patienten sind bei Diagnose über 60 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt bei 72 Jahren. Schätzungen zufolge entwickeln etwa 13% aller Männer im Verlaufe ihres Lebens einen Prostatakrebs.

Die Erkrankung beginnt in der Mehrzahl der Fälle (66%) in den äußeren Schichten der Vorsteherdrüse, die in erster Linie dem Einfluss von Testosteron unterliegen. Dort können bestimmte Zellveränderungen dazu führen, dass Krebszellen entstehen. Diese vermehren sich und greifen auf das umliegende Gewebe über. Sobald Lymph- und Blutgefäße betroffen sind, kann sich die Krankheit auch auf andere, entfernt gelegene Organe im Körper wie Lymphknoten oder Knochen ausbreiten. Seltener sind Lunge oder Leber betroffen. Die Krebszellen wandern in diesen Fällen über das Lymph- oder Blutgefäßsystem in diese Organe und bilden dort Krebsabsiedlungen – so genannte Metastasen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa 30% der männlichen Bevölkerung das Potential besitzt, kleine Ansammlungen von Krebszellen in der Prostata zu entwickeln – jedoch ohne Krankheitswert und ohne Beschwerden. Diese als latentes (stummes) Prostatakarzinom bezeichneten Veränderungen führen jedoch nur bei einem geringen Anteil der Männer zur Krebserkrankung. Aus welchen Gründen sich eine solche Entwicklung vollzieht, ist noch nicht vollständig geklärt.

In den letzten Jahren hat die Zahl der diagnostizierten Prostatakrebsfälle zugenommen. Experten vermuten, dass die steigende Lebenserwartung sowie neue und bessere Verfahren der Krebserkennung dafür verantwortlich sind. Eine verbesserte Früherkennung und effektivere Behandlungsmöglichkeiten führten erfreulicherweise aber auch dazu, dass trotz steigender Fallzahlen weniger Menschen an Prostatakrebs gestorben sind.

Quelle: Springer Medizin
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