Morbus Crohn / Colitis ulcerosa / Darmerkrankungen
Definition
Bauchschmerzen und Durchfall sind die häufigsten Beschwerden bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Dazu zählen der Morbus Crohn - auch Enteritis regionalis Crohn oder Ileitis terminalis genannt - und die Colitis ulcerosa. Ein wesentliches Merkmal dieser Krankheiten ist ihr schubförmiger Verlauf.
Beiden Erkrankungen liegt eine Entzündung der Darmwand zugrunde. Während der Morbus Crohn den kompletten Magen-Darm-Trakt befallen kann, erfasst die Colitis ulcerosa fast immer ausschließlich den Dickdarm. Vom Morbus Crohn ist häufiger der endständige Bereich des Dünndarms betroffen, das sogenannte terminale Ileum.
Hinsichtlich des Entzündungsgeschehens weisen beide Erkrankungen deutliche Unterschiede auf. Eigenständige Entzündungsherde in verschiedenen Darmabschnitten und der Befall aller Darmwandschichten sind typisch für die Crohn-Erkrankung. Die Colitis ulcerosa dagegen tritt als kontinuierliche Entzündung des Dickdarms auf und betrifft nur die Schleimhaut der Darmwand. Dort können Geschwüre entstehen, sogenannte Ulcera. Aus dem Krankheitsverlauf leitet sich auch der Name der Krankheit ab - Colitis ulcerosa.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen können grundsätzlich in jedem Lebensalter vorkommen. Morbus Crohn tritt allerdings gehäuft zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf, während Colitis ulcerosa häufiger bei jüngeren Menschen im Alter von 15-30 Jahren zu beobachten ist. Geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen nicht. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Dagegen wird eine familiäre Belastung beobachtet. Etwa 20 Prozent der Crohn-Patienten haben einen Verwandten (Geschwister, Eltern, Kind), der ebenfalls eine chronisch entzündliche Darmerkrankung aufweist.
Autor: Springer Medizin – zuletzt aktualisiert von der Redaktion „SpringerGesundheit“ am 22.10.2010
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