Homöopathische Arzneimittel: Die neun wichtigsten Fragen an Ihren Apotheker

Wer in die Apotheke geht, möchte seine Beschwerden loswerden und schnell wieder gesund sein. Der Apotheker berät hier kompetent und ausführlich und weiß, welches Präparat die Erkrankung lindern kann. Das gilt auch für natürliche - beziehungsweise homöopathische Arzneimittel, die man alleine einnehmen oder auch mit schulmedizinischen Medikamenten kombinieren kann.

apotheke homöopathie fragen
In der Apotheke können sich Patienten zu homöopathischen Mitteln beraten lassen.
© iStock.com/kzenon

Doch wie geht man am besten vor, wenn man sich für ein homöopathisches Arzneimittel interessiert? Wir haben für Sie die neun wichtigsten Fragen an den Apotheker zusammengestellt.

Kann bei meinen Beschwerden auch ein homöopathisches Arzneimittel helfen?

Schildern Sie dem Apotheker Ihre Beschwerden. Homöopathische Mittel können z.B. bei Magen-/Darmproblemen, Heuschnupfen, Infekten (Husten, Schnupfen, Fieber), kleinen Verletzungen, Hautproblemen (z.B. Sonnenbrand, Insektenstiche), leichten Schmerzen (z.B. in den Gelenken) oder auch Wechseljahresbeschwerden helfen.

Wie muss ich das Präparat einnehmen?

Hier gibt es einen kleinen Unterschied zu konventionellen Präparaten. Homöopathische Mittel als Globuli oder Tabletten sollten Sie im Mund zergehen lassen und nicht schlucken. Homöopathische Tropfen geben Sie in ein Glas mit wenig Wasser und bewegen die Flüssigkeit eine halbe Minute im Mund vor dem Schlucken hin und her. Homöopathie-Experten raten zu dieser Einnahmeform, da die Wirkstoffe dann intensiv mit der Mundschleimhaut in Kontakt kommen und die Wirkung schon dort beginnt.

Wann setzt die Wirkung ein?

Anders als viele denken können homöopathische Mittel auch rasch wirken. Bei akuten Problemen ist das auch wichtig, und nur so kann der Anwender auch erkennen, dass das Mittel für ihn passt. Für viele Präparate gibt es eine sogenannte „Akutdosierung“, über die der Apotheker kompetent Auskunft geben kann.

Wie lange muss ich ein homöopathisches Präparat nehmen?

Ähnlich wie bei konventionellen Mitteln, müssen auch Homöopathika so lange genommen werden, bis die Erkrankung vorüber ist bzw. sich die Beschwerden dauerhaft gebessert haben. Arzneimittel sollten generell eine erkennbare Besserung der Beschwerden bringen. Ist dies nicht der Fall, gehen Sie bitte zu Ihrem Arzt oder Therapeuten.

Kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen?

Homöopathische Arzneimittel wirken nicht wie pharmakologische Präparate direkt auf bestimmte Systeme im Organismus. Homöopathika stimulieren und lenken nach den Grundsätzen der Homöopathie die körpereigenen Selbstheilungskräfte. Dazu geben die hochverdünnten, man sagt „potenzierten“ Wirkstoffe, einen Reiz ab, der den Körper zur sogenannten Selbstregulation anregt. Daher sind homöopathische Mittel gut verträglich und haben nahezu keine Nebenwirkungen.

Kann ich ein homöopathisches Mittel zusätzlich zu einem anderen Präparat nehmen?

Es kann Sinn machen, ein schulmedizinisches Präparat mit einem homöopathischen Arzneimittel zu kombinieren. Etwa, um die Symptome zusätzlich zu lindern oder Nebenwirkungen zu verringern. Da dies sehr vom individuellen Fall abhängt, lassen Sie sich vom Apotheker beraten. Wenn es um ein ärztlich verordnetes Präparat geht, bitte zunächst den Arzt befragen. Er ist für Ihre Therapie zuständig.

Wie finde ich das passende Mittel für mich?

In der Homöopathie spielen neben den Krankheitssymptomen auch die sogenannten Modalitäten (zu Deutsch „die Art und Weise“) eine wichtige Rolle. Modalitäten beschreiben, was die Symptome besser oder schlimmer macht. Ob Schmerzen z.B. besonders bei warmen Wetter auftreten oder ob sich Magenschmerzen beim Trinken von kalten Getränken verschlimmern. In der Homöopathie kann dies bei der Wahl des passenden Mittels berücksichtigt werden. Der Apotheker wird Sie als Patient entsprechend fragen und so das passende persönliche Mittel für Sie finden.

Was passt für mich: Globuli, Tabletten oder Tropfen?

Die beliebteste Form homöopathischer Arzneimittel sind Globuli, auch Streukügelchen genannt. Sie bestehen aus Zucker (Saccharose) und werden mit den entsprechenden Wirkstoffen betropft. Sind diese pflanzlichen Ursprungs, wie es etwa bei Arnica (Bergwohlverleih), Calendula (Ringelblume) oder Chamomilla (Kamille) der Fall ist, sind Globuli eine vegane und laktosefreie Arzneiform. Tabletten dagegen sind immer auf Milchzuckerbasis (Laktose) hergestellt und Tropfen auf alkoholischer Basis. In Bezug auf Wirksamkeit wurden keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Darreichungsformen festgestellt. Sie haben also die Wahl.

Welche Beschwerden kann ich homöopathisch auskurieren?

Der Einsatz homöopathischer Mittel ist bei vielen Beschwerden sehr verträglich möglich. Es lohnt sich also bei Arzt und Apotheker nachzufragen. Zusammen mit beiden kann man sich so „schlau machen“, bei welchen Beschwerden, wann und wie Homöopathie helfen kann.

Info: Seit April 2018 informiert die Initiative "Homöopathie. Natürlich. Meine Entscheidung!" ausführlich über wichtige Fragen zur Homöopathie. Initiator ist die Deutsche Homöopathie-Union DHU Arzneimittel GmbH & Co. KG. Die Initiative setzt sich u.a. für Therapiefreiheit ein. Über 30 Millionen Menschen vertrauen bereits auf homöopathische Arzneimittel (forsa 2019).

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