Hornhautwucherungen

Hühnerauge: Wie vermeidet und entfernt man es?

Qualitätssiegel Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Expert*innen geprüft

Ein Hühnerauge, medizinisch Clavus genannt, ist eine runde, bis zu einem Zentimeter große Hornhautwucherung. Hühneraugen können sehr schmerzhaft sein. Lesen Sie hier, wie Sie sie erkennen, entfernen und welche Hausmittel und Therapien es gibt.

Frau sucht ihre Füße nach Hühneraugen ab
© Getty Images/Predrag Popovski

Artikelübersicht:

Hautkrankheiten mit diesen Bildern erkennen

Was ist ein Hühnerauge?

Ein Hühnerauge (Clavus) entsteht in erster Linie durch Reibung. Sie wirkt sich umso stärker aus, je mehr Druck auf die betreffende Stelle, etwa durch zu enges oder falsches Schuhwerk, ausgeübt wird.

Eine andere Ursache für Hühneraugen können vorstehende Knochen und Gelenke sowie Fehlstellungen von Fuß und Zehen sein. Durch den Reiz des permanenten Drucks bildet sich zum Schutz vor der Mehrbelastung der Stelle vermehrt Hornhaut. Bleibt der Druck bestehen, kann es zu einem Hühnerauge kommen.

Im Zentrum eines Hühnerauges befindet sich ein meist gelblich durchscheinender, glasiger Hornkeil (Auge), der schmerzhaft auf tiefere Gewebeschichten drücken kann. Je tiefer der Hornkeil in das Gewebe reicht, desto schmerzhafter ist das Hühnerauge.

Wo treten Hühneraugen auf?

Ein Hühnerauge entsteht an Stellen, die oft Druck und Reibung ausgesetzt sind. So findet man Hühneraugen hauptsächlich

  • zwischen den Zehen,
  • auf den Zehengelenken,
  • an der Fußsohle,
  • Nagelfalz,
  • Ferse sowie
  • am inneren und äußeren Fußrand.

Hühneraugen zwischen den Zehen sind oft weißlich aufgequollen.

Hühnerauge: Symptome

Wird im Anfangsstadium eines Hühnerauges die Ursache für den vermehrten Druck nicht behoben oder die übermäßig gebildete Hornhaut regelmäßig abgetragen, entwickelt sich im Zentrum des Hühnerauges mit der Zeit der typische Hornkeil. Dieser dringt allmählich in tiefere Hautschichten vor und verursacht bei gleich bleibendem Druck Schmerzen.

Reizung am Hühnerauge: Mögliche Folgen

Durch die anhaltende Reizung der Haut am Hühnerauge können entzündliche Reaktionen entstehen. Die Haut reagiert in diesem Fall wie auf einen eingedrungenen Fremdkörper mit Rötung und der Bildung von eitrigem Sekret. Außerdem können sich am Hühnerauge kleine Hautrisse bilden, die Infektionen begünstigen. Dies ist besonders für Menschen mit einer Erkrankung wie Diabetes mellitus unbedingt zu vermeiden.

Hühneraugen, die sich zwischen den Zehen bilden, entwickeln sich durch unzureichendes Abtrocknen der Füße und schlechte Belüftung der Zehen häufig zu sogenannten weichen Hühneraugen. Sie sind oft besonders schmerzhaft.

Die sieben häufigsten Fußprobleme

Hühnerauge oder Warze?

Hühneraugen werden von Laien oft mit Warzen verwechselt. Dabei kann man sie ganz einfach unterscheiden: Hühneraugen sind oben glatt, da sie nach unten ins Gewebe wachsen. Sie sind außerdem druckschmerzhaft. Im Gegensatz dazu wachsen Warzen meistens nach oben und sind als Erhebung auf der Haut zu sehen. Warzen schmerzen in der Regel nicht. Außerdem haben Warzen keine erkennbare Mitte ("Auge"), also keinen gelblichen, durchscheinenden Kern.

Ein Hühnerauge lässt sich aufgrund seiner charakteristischen Erscheinung im Allgemeinen von Fachleuten durch sein typisches Aussehen erkennen. Je nach Entwicklungsgrad und Position des Hühnerauges wird der*die Haus- oder Hautarzt*Hautärztin diverse Formen voneinander unterscheiden und eine entsprechende Behandlung einleiten.


Hühneraugen richtig behandeln und entfernen

In erster Linie sollte bei Behandlung eines Hühnerauges die Ursache behoben werden. Das heißt, entweder das Schuhwerk entsprechend anpassen, sodass es an den betreffenden Stellen nicht mehr zu Druck kommt, oder bei Fehlstellungen der Füße und Zehen korrigierende Maßnahmen ergreifen, unter Umständen durch eine Operation.

Das Entfernen des Hühnerauges sollte von einer hautärztlichen oder podologischen (fußheilkundlichen) Fachkraft durchgeführt werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Je nach Lage, Entwicklungsgrad und Beschaffenheit des Hühnerauges kommen verschiedene Mittel und Instrumente zum Einsatz. Dazu zählen unter Umständen

  • hornhautaufweichende Tinkturen und Fußbäder,
  • feine Hornfräser,
  • Hautzangen und
  • Pinzetten, mit deren Hilfe der Hornkeil vorsichtig abgetragen oder herausgelöst werden kann.

Hat sich das Hühnerauge entzündet, wird zunächst die Infektion behandelt, in der Regel mit desinfizierenden Mitteln und antibiotischen Salben oder Pudern. Während der Behandlung werden oft Druckschutzpolster verwendet, die sich ringförmig um das Hühnerauge legen. Sowohl in der Vor- als auch Nachbehandlung wird häufig eine hornhautauflösende Silbernitratlösung (AgNO3) aufgetragen.

Vorsicht bei Hühneraugenpflastern

Hühneraugenpflaster enthalten in der Regel Säuren wie Salizylsäure oder Milchsäure, die die Hornhaut wegätzen sollen. Dafür ist der richtige Sitz des Hühneraugenpflasters Voraussetzung, da ansonsten die dünne Haut rund um das Hühnerauge geschädigt wird und sich möglicherweise sogar entzündet.

Insbesondere für Menschen mit Diabetes ist es ratsam, die Behandlung eines Hühnerauges nur von medizinischen Fußpfleger*innen durchführen zu lassen. Häufig ist bei ihnen die Durchblutung der Füße und Reizleitung der Nervenfasern gestört (Diabetisches Fußsyndrom). Deshalb sollten schon kleinste Hautverletzungen vermieden werden, um Entzündungen vorzubeugen.

Hautausschlag: Welche Krankheit steckt dahinter?

Hausmittel gegen Hühneraugen

Bei schweren Fällen von Hühneraugen – vor allem, wenn diese bereits auf den Knochen drücken oder starke Schmerzen verursachen – sollte Fachpersonal aufgesucht werden. Niemals sollten Hühneraugen selbst mit scharfen Messern oder Skalpellen bearbeitet werden. Bereiten die Hühneraugen keine großen Beschwerden, können Hausmittel in manchen Fällen helfen, den Clavus zu beseitigen.

Diese Hausmittel können helfen, um Hühneraugen loszuwerden:

  • Warmes Fußbad mit Salz: Dadurch wird die Hornhaut aufgeweicht. Danach kann diese vorsichtig mit einem Bimsstein abgerieben werden.

  • Bienenharz (Propolis): Abends einige Tropfen drei bis vier Tage lang auf das Hühnerauge auftragen. Bienenharz wird auch als "natürliches Antibiotikum" bezeichnet und kann Entzündungen vorbeugen.

  • Frische Zwiebelscheiben: Auf das Hühnerauge auflegen und ein Pflaster darüber kleben. Das Zwiebelpflaster kann über Nacht auf dem Hühnerauge bleiben und der Vorgang mehrere Nächte hintereinander wiederholt werden. Nach zirka einer Woche sollte sich Besserung eingestellt haben. Zwiebeln sollen ebenfalls eine antibiotische Wirkung haben.

  • Rosinen: Über Nacht ein Pflaster mit halbierten Rosinen auf die betroffene Stelle kleben. Den Fuß am nächsten Tag in warmen Wasser baden. Danach sollte sich das Hühnerauge herauslösen oder mit einem Bimsstein abschaben lassen.

Hühneraugen können wiederkommen: Richtig vorbeugen

Ein Hühnerauge sollte immer behandelt und die Ursache für seine Entstehung beseitigt werden, denn es bildet sich nicht von selbst wieder zurück. Wird die Ursache nicht behoben, dringt der Hornkeil im weiteren Verlauf immer tiefer ins Gewebe ein, wo er zunehmend Schmerzen verursacht.

Fachgerecht durchgeführt, dauert die Entfernung eines Hühnerauges nur wenige Wochen. Bestehen die Ursachen weiter, bildet sich mit großer Wahrscheinlichkeit ein neues Hühnerauge.

Hühnerauge vorbeugen: Passendes Schuhwerk

Wer zur Bildung von Hühneraugen neigt, sollte auf gutes Schuhwerk Wert legen. Dabei kann es hilfreich sein, sich beim Schuhkauf von Fachpersonal beraten zu lassen, etwa in einem Fachgeschäft für orthopädische Schuhe. In den meisten Fällen bilden sich Hühneraugen durch Druckbelastung, also zum Beispiel durch zu enge Schuhe.

Einem Hühnerauge kann man vorbeugen, indem man enge und drückende Schuhe vermeidet. Ausreichend Platz für die Zehen, auch an den Seiten, ist wichtig, um Druckstellen zu vermeiden. Fehlstellungen der Füße wie Knick- oder Senkfüße sollten therapeutisch und durch Hilfsmittel korrigiert werden.

Regelmäßige Fußpflege beugt Hühneraugen vor

Gerade Menschen, die häufiger Probleme mit Hühneraugen oder Druckstellen an den Füßen haben, sollten regelmäßig eine medizinische Fußpflege durchführen lassen, bei der überschüssige Hornhaut vorsichtig entfernt wird. Hornhaut selbst entfernen ist ebenso möglich. Nach einem warmen Fußbad zu Hause lässt sich übermäßig gebildete Hornhaut mithilfe eines Bimssteins vorsichtig abrubbeln, was die Gefahr der Entstehung eines Hühnerauges mindert.

Nagelkrankheiten erkennen: Was Längsrillen und Co. bedeuten
Bestellen Sie den Newsletter

Haben Sie eine Frage?

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Artikel zum Thema
Corona: Welche Symptome sind möglich?

Die wichtigsten Fakten zum Coronavirus im Überblick und der aktuelle Impfstatus in Deutschland →

mehr...
Experten-Foren

Mit Medizinern und anderen Experten online diskutieren.

Forum wählen
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr über Gesundheit

Aktuelle Themen rund um Ihre Gesundheit kostenlos per Mail.

Abonnieren

Zum Seitenanfang

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2023/05: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Funke Digital GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: https://www.lifeline.de/

Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

Sie haben Lifeline zum Top-Gesundheitsportal gewählt

Sie haben Lifeline zum Top-Gesundheitsportal gewählt. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.