Fruchtbarkeit & Zeugung

Clomifen

Clomifen ist ein Wirkstoff, der die Fruchtbarkeit verbessert. Er gilt in vielen Arztpraxen als das Mittel der Wahl, wenn der Wunsch nach einem Kind aufgrund von Unregelmäßigkeiten im Hormonstoffwechsel unerfüllt bleibt.

Mutter küsst ihr Baby
Clomifen hilft die Fruchtbarkeit zu verbessern
©iStock.com/SolStock

Liegen solche Hormonstörungen vor, äußern sie sich zum Beispiel in Zyklusstörungen. Außerdem kann der Eisprung bei den betroffenen Frauen teilweise oder ganz ausbleiben. Diesen Frauen kann Clomifen helfen: Es regt die Eireifung und den Eisprung an und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft.

Der Wirkmechanismus des Clomifens ist allerdings noch nicht genau erforscht. Wissenschaftler vermuten, dass Clomifen die sogenannte Hirnanhangdrüse im Gehirn stimuliert, vermehrt bestimmte Botenstoffe zu produzieren. Bei diesen Botenstoffen handelt es sich um das FSH (follikelstimulierendes Hormon auf 9monate.de) und das LH (luteinisierendes Hormon auf 9monate.de). FSH wirkt bei der Eizellenreifung mit, LH ist am Eisprung beteiligt.

In den meisten Fällen setzen Ärzte Clomifen als Teil der sogenannten ovariellen Stimulationstherapie ein. Unter ovarieller Stimulationstherapie fasst man alle Behandlungsmethoden zusammen, bei denen Hormone verabreicht werden.

Clomifen ist leicht zu handhaben

Der große Vorteil der Medikamente, die Clomifen enthalten, liegt zweifellos in seiner Handhabung. Die Frauen nehmen den Wirkstoff in Tablettenform ein. Das unterscheidet Clomifen von anderen Hormonarzneien, die gespritzt werden müssen.

Zudem gestaltet sich die Anwendung des Clomifen recht unkompliziert. Die Frauen müssen lediglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine Tablette einnehmen. Die Behandlung beginnt dabei zwischen dem dritten und fünften Zyklustag.

Zeigt die Therapie mit Clomifen Erfolg, setzt der Eisprung etwa eine Woche nach der Einnahme der letzten Tablette ein, also etwa zwischen dem 10. und 12. Zyklustag. Falls der Eisprung nach 20 Tagen ausgeblieben ist, wartet man die nächste Regelblutung ab. Im darauffolgenden Zyklus beginnen die Frauen mit der Einnahme des Clomifen dann wieder von Neuem.

Ob Clomifen wirkt, untersucht der Arzt mit dem Ultraschall

Die Clomifen-Dosis legt der Arzt vor dem Therapiestart fest. In der Regel liegt sie zwischen 25 und 50 Milligramm pro Tablette. Während der Medikation überwacht er dann das Reifen der Eibläschen. Die Eibläschen sind die Vorläufer der Eizellen.

Zu diesem Zweck führt er am ersten und letzten Tag der Clomifen-Einnahme eine Ultraschall-Untersuchung durch. Abhängig vom Ergebnis passt er die Menge des Wirkstoffs im Anschluss eventuell an. Sind die Eizellen herangereift, kontrolliert der Arzt ab dem 12. Zyklustag, ob der Eisprung stattfindet. Hierzu benutzt er ebenfalls die Ultraschall-Untersuchung.

Der Körper reagiert von Frau zu Frau unterschiedlich auf Clomifen. Außerdem kann die Wirkung in jedem Zyklus variieren. Aus diesem Grund führt der Arzt die Ultraschall-Untersuchungen in jedem Einnahme-Intervall durch. Darüber hinaus entnimmt er der behandelten Frau Blut, um die die Hormonkonzentration genau bestimmen zu können.

Schwanger nach einer Clomifen-Behandlung: Vorsorge ist wichtig

Führt die Clomifen-Therapie zum Erfolg und tritt eine Schwangerschaft ein, beendet der Arzt die Clomifen-Behandlung. Die meisten Schwangerschaften verlaufen im Anschluss normal. Clomifen erhöht also nicht das Risiko für Krankheiten während der Schwangerschaft. Auch die Kinder sind in der Regel nach der Geburt gesund. Allerdings steigt die Gefahr für Fehlgeburten. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt in der Schwangerschaftszeit lückenlos wahrzunehmen.

Clomifen erhöht nicht das Krebsrisiko

In manchen Fällen kann ein erfolgreiche Clomifen-Therapie aber zu einer Überraschung führen. Anstatt eines Kindes wachsen im Mutterbauch plötzlich Zwillinge oder gar Drillinge heran. Der Grund: Clomifen regt die Reifung der Eibläschen sehr stark an. Es ist deshalb möglich, dass während eines Zyklus nicht nur eine sondern mehrere befurchtungsfähige Eizellen heranwachsen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Mehrlingsschwangerschaften.

Umgekehrt kann Clomifen die Chance auf eine Schwangerschaft verringern. In seltenen Fällen verändert der Wirkstoff beispielsweise die Schleimhaut des Muttermunds. Der Weg für die Spermien zur Eizelle ist dann versperrt. Außerdem irritiert Clomifen gelegentlich die Schleimhaut in der Gebärmutter. Die befruchtete Eizelle kann sich dann nicht einnisten.

Darüber hinaus können während der Einnahme von Clomifen folgende Nebenwirkungen auftreten:

In der Regel verschwinden diese Symtpome wieder, sobald Clomifen abgesetzt wird.

Immer wieder wurden in der Öffentlichkeit Befürchtungen laut, Clomifen erhöhe das Krebsrisiko. Nach aktuellem Forschungsstand ist diese Sorge allerdings unbegründet. Trotzdem empfehlen Fachleute, Clomifen maximal in sechs aufeinanderfolgenden Zyklen einzunehmen.

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