Verschreibungspflichtiges Medikament

Tavor: Wirkung und Nebenwirkungen des Beruhigungsmittels

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Das Schlaf- und Beruhigungsmittel (Tranquilizer) Tavor enthält den Wirkstoff Lorazepam und ist verschreibungspflichtig. Es wird unter anderem zur Behandlung von Epilepsie, Schlafstörungen und zur Beruhigung angewendet. Mehr zu Anwendungsgebieten und möglichen Nebenwirkungen.

tavor
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Wirkung: Tavor enthält den Wirkstoff Lorazepam

Tavor ist ein Medikament, das zur Gruppe der Beruhigungsmittel (Sedativa) gehört. Der Wirkstoff ist Lorazepam, ein Benzodiazepin. Die Wirkung von Lorazepam setzt im Gehirn an, indem es die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Dort bindet es an spezifische Rezeptoren, was die Bildung des hemmenden Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verstärkt. GABA setzt die Erregung des Nervensystems herab – eine beruhigende, entspannende, schlaffördernde und angstlösende Wirkung tritt ein.

Wie lange dauert es, bis Tavor wirkt?

Die Wirkung von Tavor tritt nach wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde nach der Einnahme ein. Bei Anwendung als Schlafmittel sollte es deshalb zirka eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Lorazepam hat eine Halbwertszeit von 10 bis 20 Stunden. Das bedeutet, dass nach dieser Zeit zirka die Hälfte des Wirkstoffs aus dem Körper ausgeschieden ist.

Macht Tavor abhängig?

Eine langfristige Anwendung des Wirkstoffs Lorazepam bringt ein erhöhtes Risiko für Sucht und Abhängigkeit mit sich. Für kurzfristige Einnahmen und Notfälle eignet sich die Wirkung von Benzodiazepinen wie Lorazepam sehr gut. Der ebenso zu der Wirkstoffgruppe gehörige Wirkstoff Diazepam wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sogar als unentbehrliches Arzneimittel eingestuft. Dies gilt allerdings nicht für die Dauermedikation. Bereits nach einer zweiwöchigen Anwendung können beim Absetzen des Medikaments Entzugserscheinungen entstehen, eine Abhängigkeit hat sich entwickelt.

Das liegt daran, dass Lorazepam im Gehirn wirkt und Einfluss auf den Stoffwechsel von Neurotransmittern hat. Das Gehirn gewöhnt sich an den Effekt von Travor und verknüpft die Wirkung mit Belohnung (Craving). Dieses Ergebnis wird von Betroffenen sehr intensiv wahrgenommen und möchte deshalb immer wieder erlebt werden. Ein Suchtgedächtnis entsteht. Tavor sollte langsam ausgeschlichen und nicht abrupt abgesetzt werden.

Tavor zur Beruhigung: Mögliche Anwendungsgebiete

Tavor ist als Tablette erhältlich. Der Wirkstoff Lorazepam kann aber ebenso intravenös (direkt in die Vene) oder intramuskulär (in den Muskel) verabreicht werden. Tavor ist generell für folgende Anwendungsgebiete geeignet:

  • Kurzzeitbehandlung der Symptomatik von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen sowie daraus resultierende Schlafstörungen
  • Beruhigung vor diagnostischen und operativen Eingriffen

Beispiele hierfür sind:

  • schwere Angst- und Panikzustände

  • Schlafstörungen bedingt durch Stress und Unruhe

  • epileptische Erkrankungen (auch bei Notfall eines andauernden epileptischen Krampfanfalls)

  • Sedierung vor diagnostischen oder operativen Eingriffen

  • zur Unterstützung eines Entzugs

  • starke, wiederkehrende Übelkeit mit Erbrechen, zum Beispiel während einer Chemotherapie

  • unwillkürliche Muskelzuckungen (Faszikulationen)

Nicht jede Form von Angst- und Spannungszuständen muss mit Medikamenten behandelt werden. Eine Besserung von Stress im Alltag oder leichten Schlafstörungen sollte nicht mit der Anwendung von Tavor erreicht werden. Bei Depressionen ist eine zusätzliche Therapie mit Antidepressiva wichtig, die alleinige Einnahme von Tavor kann die Depression sogar verstärken. In jedem Fall ist die Rücksprache mit einem*einer Arzt*Ärztin notwendig.

Kontraindikationen: Wann sollte Tavor nicht angewendet werden?

Wie bei fast allen Medikamenten gibt es auch bei Tavor Gegenanzeigen. Es darf in der Regel nicht eingenommen werden bei


Risiken und Nebenwirkungen von Tavor

Wie bei jedem Arzneimittel können auch bei der Verwendung von Tavor Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten Probleme, die im Zusammenhang mit Lorazepam bekannt sind:

  • starke Müdigkeit
  • Benommenheit
  • vermindertes Reaktionsvermögen

Zudem kann es zu

  • Gangunsicherheit (Ataxie),
  • Verwirrtheit,
  • Depression,
  • Muskelschwäche und
  • einem Schwindelgefühl kommen.

Auch sind bei Patient*innen gelegentlich Übelkeit, Impotenz und verändertes sexuelles Verlangen aufgetreten. Mundtrockenheit, Blutdruckabfall, Hautreaktionen, Sehstörungen, Aggressionen sowie eine Erhöhung der Leberwerte konnte vereinzelt beobachtet werden.

Mögliche Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Lorazepam mit anderen Wirkstoffen kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen. Nehmen Patient*innen zeitgleich Opioide ein, kann es die Atmung beeinträchtigen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Bei Benzodiazepinen kann Tavor die Nebenwirkungen verstärken. Wer bereits Medikamente einnimmt, sollte dies vor der Anwendung von Lorazepam mit dem*der Arzt*Ärztin abklären.

Tavor darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Die Wirkung kann dadurch verändert und unvorhersehbar verstärkt werden.

Das gibt es bei der Einnahme von Tavor zu beachten

Tavor ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nur zur Anwendung vor oder nach diagnostischen sowie operativen Eingriffen möglich. Kinder unter 6 Jahren sollten Tavor nicht einnehmen. Die individuelle Dosis sollte immer mit Ärzt*innen abgeklärt werden. Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene eine Tagesdosis von 0,5 bis 2,5 Milligramm Lorazepam verteilt auf 2 bis 3 Einzeldosen am Tag ein. Auch eine einmalige Anwendung am Tag eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen ist möglich.

Die Tabletten sind unzerkaut mit einem halben bis ganzen Glas Wasser einzunehmen. Die Dauer der Anwendung wird ärztlich festgelegt. Eine Verwendung über zwei Wochen hinaus bedarf einem schrittweisen Absetzen des Medikaments. Um eine Überdosierung rechtzeitig festzustellen, sollten Patient*innen am Anfang der Behandlung engmaschig kontrolliert werden.

Tavor in Schwangerschaft und Stillzeit

In der Regel sollte Tavor in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Tritt eine Schwangerschaft während der Einnahme von Tavor ein, sollte das sofort ärztlich abgeklärt werden. Stillende Frauen können in Ausnahmefällen das Medikament anwenden. Da die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen, kann es auf den Säugling eine beruhigende Wirkung haben, was wiederum zu einer Saugschwäche führen kann.

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Zusammenfassung

Was ist Tavor? Das verschreibungspflichtige Medikament ist ein Beruhigungsmittel und Schlafmittel, das den Wirkstoff Lorazepam enthält.

Anwendungsgebiete: Um Angstzustände und dadurch bedingte Schlafstörungen zu behandeln oder vor diagnostischen und operativen Eingriffen (Sedierung).

Nebenwirkungen: Es besteht das hohe Risiko für eine Abhängigkeit, weshalb Lorazepam nur kurzfristig eingesetzt werden sollte. Daneben sind starke Müdigkeit, Benommenheit und eine verringerte Reaktionsfähigkeit möglich.

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