Verschreibungspflichtiges Medikament

Tavor: Wirkung des Beruhigungsmittels

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Das Schlaf- und Beruhigungsmittel (Tranquilizer) Tavor enthält den Wirkstoff Lorazepam und ist verschreibungspflichtig. Es wird unter anderem zur Behandlung von Epilepsie, Schlafstörungen und zur Beruhigung angewendet. Mehr zu Anwendungsgebieten und möglichen Nebenwirkungen.

tavor
© shutterstock/Stock-Asso

Artikelübersicht:

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Tavor enthält Wirkstoff Lorazepam

Tavor ist ein Medikament, das zur Gruppe der Sedativa gehört. Der Wirkstoff ist Lorazepam, ein Benzodiazepin. Die Wirkung von Lorazepam setzt im Gehirn an, indem es die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Dort bindet es an spezifische Reszeptoren, was die Bildung des hemmenden Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verstärkt. GABA setzt die Erregung des Nervensystems herab – eine beruhigende, entspannende, schlaffördernde und angstlösende Wirkung tritt ein.

Wie lange dauert es, bis Tavor wirkt?

Die Wirkung von Tavor tritt nach wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde ein. Bei Anwendung als Schlafmittel sollte deshalb zirka eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen die Einnahme erfolgen. Tavor hat eine Halbwertszeit von 10 bis 20 Stunden. Das bedeutet, dass nach dieser Zeit zirka die Hälfte des Wirkstoffs aus dem Körper ausgeschieden ist.

Macht Tavor abhängig?

Eine langfristige Einnahme des Wirkstoffs Lorazepam bringt ein erhöhtes Risiko für Sucht mit sich. Für kurzfristige Einnahmen und Notfälle eignet sich die Wirkung von Benzodiazepinen wie Lorazepam sehr gut. Der ebenso zu der Wirkstoffgruppe zugehörige Wirkstoff Diazepam wurde von der Weltgesundheitsorganisation sogar als unentbehrliches Arzneimittel eingestuft. Dies gilt allerdings nicht für die Dauermedikation. Bereits nach einer zweiwöchigen Anwendung können beim Absetzen des Medikaments Entzugserscheinungen entstehen.

Das liegt daran, das Lorazepam im Gehirn wirkt und Einfluss auf den Stoffwechsel von Neurotransmittern hat. Das Gehirn gewöhnt sich an den Effekt von Travor und verknüpft die Wirkung mit Belohnung (Craving). Dieses Ergebnis wird von Betroffenen sehr intensiv wahrgenommen und möchte deshalb immer wieder erlebt werden. Ein Suchtgedächtnis entsteht. Tavor sollte langsam ausgeschlichen und nicht abrupt abgesetzt werden.

Tavor zur Beruhigung: Mögliche Anwendungsgebiete

Tavor ist in Tablettenform erhältlich. Der Wirkstoff Lorazepam kann aber ebenso intravenös (direkt in die Vene) oder intramuskulär (in den Muskel) verabreicht werden. Tavor ist generell für folgende Anwendungsgebiete geeignet:

  • Kurzzeitbehandlung der Symptomatik von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen sowie daraus resultierende Schlafstörungen
  • Beruhigung vor diagnostischen und operativen Eingriffen

Beispiele hierfür sind:

  • schwere Angst- und Panikzustände

  • Schlafstörungen bedingt durch Stress und Unruhe

  • epileptische Erkrankungen (auch bei Notfall eines andauernden epileptischen Anfalls)

  • Sedierung vor diagnostischen oder operativen Eingriffen

  • zur Unterstützung eines Entzugs

  • starke, wiederkehrende Übelkeit mit Erbrechen, zum Beispiel während einer Chemotherapie

  • unwillkürliche Muskelzuckungen (Faszikulationen)

Nicht jede Form von Angst- und Spannungszuständen muss mit Medikamenten behandelt werden. Eine Besserung von Stress im Alltag oder leichten Schlafstörungen sollte nicht mit der Anwendung von Tavor erreicht werden. Bei Depressionen ist eine zusätzliche Therapie mit Antidepressiva wichtig, die alleinige Einnahme von Tavor kann die Depression verstärken. In jedem Fall ist eine ärztliche Rücksprache notwendig.

Kontraindikationen: Wann sollte Tavor nicht angewendet werden?

Wie bei fast allen Medikamenten gibt es auch bei Tavor Gegenanzeigen. Tavor darf in der Regel nicht eingenommen werden, bei


Risiken und Nebenwirkungen von Tavor

Wie bei jedem Arzneimittel können auch bei der Verwendung von Tavor Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten Probleme, die im Zusammenhang mit der Einnahme von Lorazepam bekannt sind:

  • starke Müdigkeit
  • Benommenheit
  • vermindertes Reaktionsvermögen

Zudem kann es zu

  • Gangunsicherheit (Ataxie),
  • Verwirrtheit,
  • Depression,
  • Muskelschwäche und
  • einem Schwindelgefühl kommen.

Auch sind bei Betroffenen gelegentlich Übelkeit, Impotenz und verändertes sexuelles Verlangen aufgetreten. Mundtrockenheit, Blutdruckabfall, Hautreaktionen, Sehstörungen, Aggressionen sowie eine Erhöhung der Leberwerte konnte vereinzelt beobachtet werden.

Das gibt es bei der Einnahme von Tavor zu beachten

Tavor ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nur zur Anwendung vor oder nach diagnostischen sowie operativen Eingriffen möglich. Kinder unter 6 Jahren sollten Tavor nicht einnehmen. Die Dosierung sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene 0,5 bis 2,5 Milligramm Lorazepam verteilt auf 2 bis 3 Einzeldosen am Tag ein. Auch eine einmalige Anwendung am Tag eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen ist möglich. Die Tavor-Tabletten sind unzerkaut mit einem halben bis ganzen Glas Wasser einzunehmen. Die Dauer der Anwendung wird ärztlich festgelegt. Eine Verwendung über zwei Wochen hinaus bedarf einem schrittweisen Absetzen des Medikaments. Tavor darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Die Wirkung kann dadurch verändert und unvorhersehbar verstärkt werden.

Tavor in Schwangerschaft und Stillzeit

Tavor sollte in Schwangerschaft und Stillzeit in der Regel nicht eingenommen werden. Tritt eine Schwangerschaft während der Einnahme von Tavor ein, sollte das sofort ärztlich abgeklärt werden. Stillende Frauen können in Ausnahmefällen das Medikament anwenden. Da die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen, kann es aus den Säugling eine beruhigende Wirkung haben, was zu einer Saugschwäche führen kann.

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