Vergrößerung der Schilddrüse

Struma: Kropf aufgrund von Jodmangel

Die Struma ist eine gutartige Vergrößerung der Schilddrüse. Seine Größe ist sehr unterschiedlich. Es können entweder nur Teile oder die gesamte Schilddrüse betroffen sein.

Salz
Die Verwendung von Jodsalz hilft, einem Jodmangelkropf vorzubeugen.
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Einen Jodmangelkropf können Sie selbst ertasten und -fühlen. Diese in manchen Fällen sichtbare oder per Ultraschall nachweisebare Vergrößerung der Schilddrüse wird unabhängig vom Auslöser auch als Struma oder einfach Kropf bezeichnet.

Fakten zur Schilddrüse – das sollten Sie wissen

Sonographie stellt Knötchen am Kropf fest

Eine Sonographie liefert dann eine Aussage darüber, ob es ein Kropf mit Knotenbildung oder ohne ist. Auch wenn die Schilddrüse vergrößert ist, hat dies keinen Einfluss auf ihre Funktionsfähigkeit. Allerdings kann sich das Gewebe der Schilddrüse derart vergrößern und verdicken, dass dies nach außen am Hals als typischer Kropf sichtbar wird. Leider kann dies ebenso ins Innere hinein wachsen, was zu einer Verengung der Luftröhre führen kann und Atem- sowie Schluckbeschwerden mit sich bringen kann.

In Deutschland ist der Jodmangelkropf weit verbreitet: Etwa ein Fünftel aller 25-Jährigen sowie die Hälfte aller über 50-Jährigen hat eine Schilddrüsenvergrößerung. Mit etwa 100.000 Eingriffen jährlich ist die Schilddrüsenoperation eine häufige Operation. Durch die zunehmende bessere Versorgung mit Jod gehen diese Zahlen jedoch langsam zurück, denn der Kropf ist auf einen Jodmangel zurückzuführen.

Struma-Symptome: Stadien und Anzeichen des Kropfs

In den meisten Fällen verursacht ein Struma keine Schmerzen. Die Vergrößerung der Schilddrüse führt auch zu einer Vergrößerung des Halsumfangs, die jedoch zunächst nicht sichtbar ist. Ab einem bestimmten Umfang werden vergrößerte Schilddrüse und Hals als kosmetisch unangenehm empfunden. Häufig wird die Struma dann erst entdeckt.

Nach Einteilung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) verläuft der Jodmangelkropf in drei Stadien, die sich nach Größe und Anzeichen richten.

Die drei Stadien der Struma

  • Stadium I: Die Struma lässt sich ertasten, ist aber von außen nicht sichtbar.
  • Stadium II: Die Struma ist bereits von außen erkennbar.
  • Stadium III: Die Struma ist nun deutlich vergrößert und verursacht Beschwerden.

Ab einer gewissen Größe treten Schluckbeschwerden auf, weil der Jodmangelkropf die Funktionen der umliegenden Bereiche einschränkt. Personen mit Kropf haben häufig das Gefühl der zugeschnürten Kehle oder einen sogenannten Frosch im Hals. Ab Stadium III kann sich eine Halsvenenstauung entwickeln.

Kropf-Ursachen: Meist Jodmangel, seltener Krankheiten

Die Ursache der Kropfbildung ist fast immer ein chronischer Jodmangel. Dieses Defizit ist ernährungsbedingt.

Die Schilddrüse liegt im Bereich des unteren Halses unterhalb des Kehlkopfs. Sie ist für die Produktion von Stoffwechselhormonen verantwortlich. Dazu benötigt sie Jod. Wird nicht genügend Jod über die Nahrung zugeführt, kommt es zu einem Mangel. Um ihre Funktionen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, erhöht die Schilddrüse ihr Volumen. Gleichzeitig bilden sich in ihr Knoten, die meistens gutartig sind.

Seltenere Ursachen für den Jodmangelkropf

Einige Krankheiten und Funktionsstörungen der Schilddrüse lösen einen Kropf aus, dazu gehören:

  • Enzymdefekte, durch die das Jod falsch verwertet wird
  • Schilddrüsenüberfunktionen bedingt durch Morbus Basedow (Basedow-Krankheit)
  • Entzündungen
  • Schilddrüsentumoren
  • Überschuss an Wachstumshormonen (Akromegalie)
  • Hormonresistenz

Struma-Diagnose: So stellen Mediziner den Kropf fest

Nach einem Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) folgt eine körperliche Untersuchung. Diese umfasst das Abtasten der Schilddrüse. Auch leichte Vergrößerungen lassen sich so erkennen und bekräftigen den Verdacht auf eine Struma. Eine normal große Schilddrüse ist nicht ertastbar.

Zur Bestätigung der Diagnose dienen bildgebende Verfahren. Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) dient der genaueren Abschätzung von Größe, Lage und Struktur der Schilddrüse.

Mithilfe der Schilddrüsenszintigraphie lässt sich ihre Funktions- und Speicherfähigkeit überprüfen. Dazu wird eine leicht radioaktive, jodhaltige Substanz in die Venen injiziert. Anschließend wird ein Szintigramm erstellt. Darauf ist sichtbar, wie die Substanz in der Schilddrüse verteilt ist. Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, speichert die Schilddrüse die Substanz verstärkt ein. Bei einer Unterfunktion wird dagegen nur wenig gespeichert.

Therapie: Wie wird die Struma behandelt?

Der Jodmangelkropf ist keine eigenständige Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom. Deshalb konzentriert sich die Behandlung auf die Beseitigung des Auslösers. In den meisten Fällen ist Jodmangel für die Entstehung einer Struma verantwortlich.

Deshalb ist die tägliche Einnahme von Jodid der wichtigste Teil der Therapie. Es empfiehlt sich je nach Stadium eine Tagesdosis von 100 bis 200 Mikrogramm. Zusätzlich ist der Einbau von jodreichen Nahrungsmitteln in den Speiseplan sinnvoll: Seefisch, Milchprodukte und jodiertes Speisesalz unterstützen die Behandlung.

Schilddrüse: Das bringt sie ins Gleichgewicht

Operation der Struma

Im fortgeschrittenen Stadium bildet sich der Jodmangelkropf nicht allein durch die Gabe von Jodid zurück. Hier greift die operative Verkleinerung der Struma. Dabei werden Teile der vergrößerten Schilddrüse entfernt. Obwohl der Eingriff relativ risikoarm ist, können dennoch umliegende Nerven und Gefäße verletzt werden. Dies geschieht jedoch nur selten. Nach der Operation ist langfristig die zusätzliche Einnahme von Jodid empfehlenswert, um einer erneuten Kropfneubildung vorzubeugen.

Radiojodtherapie gegen den Kropf

Mittels der Radiojodtherapie lässt sich eine Operation der Schilddrüse häufig vermeiden. Dabei wird radioaktives Jod geschluckt, das die Schilddrüse speichert. Es kommt nun zu einer Zerstörung von Schilddrüsengewebe. Da die im Körper angereicherte Radioaktivität auch nach außen strahlt, ist die Durchführung der Radiojodtherapie nur unter isolierten Bedingungen im Krankenhaus möglich. Trotzdem gilt sie als ungefährlich.

Verlauf und mögliche Folgen der vergrößerten Schilddrüse

Zwar verursacht eine Struma oftmals über Jahre keine Beschwerden, es ist jedoch ratsam, ihn schon frühzeitig zu behandeln. Möglichen Komplikationen wird so von Anfang an entgegengewirkt.

Operation oder Radiojodtherapie führen in vielen Fällen zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Sie kann zwar durch Tabletten ausgeglichenen werden. Die Einnahme muss jedoch lebenslang erfolgen.

Schilddrüsenunterfunktion: Die wichtigsten Anzeichen

Der Struma durch ausreichende Jodversorgung vorbeugen

Sardinen
Vorbeugen gegen Jodmangelkropf: Seefisch und verschiedene Meeresfrüchte enthalten viel Jod.
Thinkstock

Da Deutschland als Jodmangelgebiet gilt, ist es ratsam, auf eine jodreiche Ernährung zu achten, um der Kropfbildung vorzubeugen. Dazu gehört die Verwendung von jodiertem Salz sowie von mit Jodsalz verarbeiteten Produkten. Seefisch und verschiedene Meeresfrüchte enthalten ebenfalls viel Jod.

Jodidhaltige Nahrungsergänzungsmittel sollten dagegen nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Besonders in der Schwangerschaft ist die ausreichende Jodversorgung zur Vorbeugung eines Jodmangelkropfs wichtig.

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