Es gibt mehr als nur die OP

Behandlung von Myomen

Welche Optionen zur Therapie von Myomen gibt es?

Eine Behandlung der Gebärmutterwucherungen (Myome) ist nur notwendig, wenn Beschwerden vorliegen. In diesem Fall stehen verschiedene medikamentöse und operative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Die Art der Therapie ist vor allem vom Alter, der Schwere der Beschwerden und einem möglicherweise bestehenden Kinderwunsch abhängig.

Ärztin spricht mit Patientin über Myom
Angst vor einer Operation? Viele Frauen scheuen aus Angst vor einem chirurgischen Eingriff den Gang zum Frauenarzt, um ein mögliches Myom behandeln zu lassen. Die Hormontherapie mit UPA bewahrt Frauen vor einem unnötigen Schnitt.
© iStock.com/fotostorm

Überblick der Therapie-Arten für das Gebärmuttermyom:

Orale Gabe von UPA gegen Myome

Der Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA) ist seit 2012 für die Behandlung von Gebärmuttermyomen zugelassen. Seit 2013 kann die Therapie mit UPA wiederholt werden. Es handelt sich um die weltweit erste oral verabreichte Wirksubstanz gegen Wucherungen des Uterus.

UPA zählt als selektiver Progesteron-Rezeptor-Modulator zu den sogenannten kausalen medikamentösen Therapien. Kausale Therapien behandeln nicht nur die Beschwerden, sondern haben einen direkten Einfluss auf die Krankheitsursache, in diesem Fall die Myome.

Die wichtigsten Fakten über Myome

Selektiver Progesteron-Rezeptor-Modulator bedeutet, dass UPA die Rezeptoren für das Hormon Progesteron nur in bestimmten Geweben, wie den Gebärmutter-Myomen, blockiert. Der Wirkstoff wird als Tablette einmal täglich über einen Zeitraum von zwölf Wochen eingenommen und führt zum Stopp der Uterusblutungen, dem Schrumpfen des Myoms und damit verbunden zu weniger durch das Myom verursachten Beschwerden wie Schmerzen und Druckempfinden.

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Die Therapie mit UPA kann somit helfen, die Zeit bis zum natürlichen Stillstand der Hormonproduktion durch die Eierstöcke (Wechseljahre) zu überbrücken. Die Beschwerden lassen nach und den Frauen bleibt eine Operation erspart. Kann eine Operation nicht umgangen werden, ist eine Vorbehandlung mit UPA oder GnRH-Analoga empfehlenswert, um beispielsweise eine durch die starken Blutungen verursachte Blutarmut zu beheben. Sie erleichtert die Operation und verringert Operationsrisiken.

Hormontherapie bei Myomen

Hormontherapien setzen am hormonabhängigen Wachstum der Gebärmuttergeschwulste (Myome) an. Die häufigsten sind Gestagene, Gestagen-Östrogen-Kombinationen und GnRH-Analoga. Durch die GnRH-Analoga verkleinern sich sowohl die Myome als auch die Gebärmutter. Gestagene wiederum können nur verstärkte Blutungen mildern, nicht aber die Myome verkleinern und wirken daher auch nicht auf die anderen Beschwerden wie Schmerzen oder Druckgefühl.

Eine alleinige Hormontherapie ist sinnvoll, wenn nur geringe Beschwerden wie eine leicht verstärkte Regelblutung bestehen. Die alleinige Hormontherapie wird außerdem erwogen, wenn die betroffenen Frauen kurz vor der Postmenopause stehen. Die Postmenopause ist die Zeit nach den Wechseljahren.

Am Ende der Wechseljahre stellen die Eierstöcke die Östrogenbildung komplett ein. Da die Myome östrogenabhängig wachsen, bilden sie sich in dieser Phase häufig automatisch zurück. Die Hormontherapie hilft somit, die Zeit bis zum natürlichen Stillstand der Eierstöcke zu überbrücken. Die Beschwerden lassen nach und den Frauen bleibt eine Operation erspart. Kann eine Operation nicht umgangen werden, ist eine hormonelle Vorbehandlung empfehlenswert. Sie erleichtert die Operation und verringert Operationsrisiken.

Die sehr wirkungsvolle Therapie mit GnRH-Analoga stellt keine Dauerlösung dar, da sie mit der Zeit zu schweren Nebenwirkungen führen kann. Neben der Osteoporose ist besonders der Anstieg der Blutfette gefürchtet, da er spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann. Beendet der Arzt die Hormontherapie, wachsen die Myome innerhalb weniger Monate wieder zu ihrer ursprünglichen Größe heran.

Myomentfernung durch Operation

Der Chirurg kann die Gebärmuttergeschwulste (Myome) entfernen, indem er sie aus dem umliegenden Gewebe herausschält (Myomenukleation). Da die Gebärmutter erhalten bleibt, wird dieser Eingriff von Frauen mit noch bestehendem Kinderwunsch bevorzugt. Der Nachteil ist, dass die Myome in bis zu 15 Prozent der Fälle erneut wachsen. Ob eine Myomentfernung überhaupt vorgenommen werden kann, hängt stark von der Lage und der Größe des Myoms ab.

Gebärmutterentfernung bei abgeschlossenen Familienplanung

Eine andere Möglichkeit ist die Entfernung der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie). Dies kann insbesondere bei Vorliegen vieler Myome und abgeschlossener Familienplanung sinnvoll sein. Die Entfernung der Gebärmutter ist unter allen Therapiemöglichkeiten die einzige, mit der Myome dauerhaft geheilt werden können.

Abhängig von der Größe, Anzahl und dem Sitz der Myome können beide Eingriffe über eine Bauchspiegelung, einen Bauchschnitt oder durch die Scheide erfolgen.

Eine Alternative zur Operation stellt die so genannte Myomembolisation dar. Es handelt sich um einen sehr schonenden Eingriff, da unter örtlicher Betäubung nur ein kleiner Hautschnitt in der Leiste notwendig ist. Mit einem Katheter sucht der Arzt die beiden Gefäße, die die Gebärmutter versorgen, auf und verstopft (embolisiert) sie mit kleinsten Kunststoffteilchen. In den folgenden Wochen verkleinern sich sowohl die Myome als auch die Gebärmutter. Die Beschwerden lassen nach. Für schwangere Frauen oder Frauen mit Kinderwunsch ist die Methode nicht geeignet, da das Risiko für Fehlgeburten und Geburtskomplikationen zu steigen scheint.

Nicht-invasive Behandlung des Myoms

In jüngerer Zeit kombiniert man gebündelte Ultraschallwellen mit einer Magnetresonanztomographie. Gebündelte Ultraschallwellen können in einem eng umgrenzten Bereich Wärme erzeugen und Tumoren zerstören. Sowohl die Temperaturänderungen als auch das Myom können mithilfe des MRT sichtbar gemacht werden. Dies ermöglicht eine gezielte Zerstörung der Gebärmuttergeschwulste (Myome), ohne das gesunde Nachbargewebe zu schädigen. Das Verfahren ist äußerst schonend und sehr vielversprechend. Da es aber sehr aufwendig ist, bleibt abzuwarten, ob es sich als zukünftige Therapieoption durchsetzen kann.

Myom-Therapieoptionen im Überblick

Medikamentöse Therapien

Methode

Art

Fertilität

Informationen

SPRMs (Ulipristalacetat) nicht-invasiv, Verminderung der Myomgröße Fertilitätserhalt während der Behandlung zusätzliche nicht-hormonelle Verhütung notwendig
GnRH Analoga (Leuprorelin, Goserelin, Buserelin oder Triptorelin) nicht-invasiv, Verminderung der Myomgröße Fertilitätserhalt Wechseljahrsbeschwer-den, Entmineralisierung des Knochens, erneutes Myomwachstum nach Therapie, Einnahme begrenzt auf 6 Monate

Chirurgische Verfahren

Methode

Art

Fertilität

Informationen

Myomenukleation invasiv Fertilitätserhalt Wiederauftreten von Myomen, Post-operative Risiken, Gefahr von Verwachsungen (Adhäsionen)
Hysterektomie invasiv Verlust der Fertilität

Kurzzeit- und Langzeitkomplikationen, im Vergleich zu Myomenukleation schnellerer Eingriff, weniger Blutverlust, weniger Verwachsungen(Adhäsionen)

Radiologische Verfahren

Methode

Art

Fertilität

Informationen

Uterine Arterienembolisation radiologisch Uterus-Erhalt, Verlust der Fertilität kann jedoch nicht ausgeschlossen werden Wiederauftreten von Myomen, Schmerzen, Ovarversagen
MRgFUS radiologisch

keine ausreichenden Daten

nur durch spezialisierte Radiologen durchführbar, unzureichende Langzeitdaten, Wiederauftreten unklar

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