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Aldosteron: Zu hoher oder zu niedriger Wert?

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Aldosteron ist ein Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird und unter anderem den Blutdruck sowie den Wasser- und Salzhaushalt im Körper reguliert. Ist der Wert erhöht oder erniedrigt, kann eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken. Mehr über die Wirkungsweise von Aldosteron, Normalwerte und mögliche Ursachen für abweichende Laborwerte.

aldosteron
© GettyImages/Tom Werner

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist Aldosteron?

Das in der Nebennierenrinde gebildete Hormon Aldosteron ist ein wichtiges Glied im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS). Der Regelkreis ist an der Regulation von Blutdruck und dem Salzhaushalt beteiligt.

Regulation durch RAAS:

  • Wenn ein Natrium- oder Kaliummangel, ein vermindertes Blutvolumen oder ein zu niedriger Blutdruck vorliegt, wird vermehrt Renin (ein hormonähnliches Enzym) gebildet.
  • Renin aktiviert das Hormon Angiotensin, welches die Gefäße verengt und so den Blutdruck steigert.
  • Außerdem bewirkt es die Freisetzung von Aldosteron, das Wasser und Natrium in der Niere zurückhält. Das erhöht die Blutmenge und führt ebenfalls zu einem Blutdruckanstieg.

Weil Aldosteron bei Flüssigkeitsmangel vermehrt ausgeschüttet wird, wird es auch als „Dursthormon“ bezeichnet. Aufgrund seiner Bedeutung für den Kalium- und Natriumhaushalt nennen einige es auch „Salzhormon“.

Ein zu hoher oder zu niedriger Aldosteron-Wert kann eine ernsthafte Ursache haben und den Körper auf die Dauer unnötig belasten.

Normalwerte von Aldosteron

Aldosteron wird sehr schnell im Körper abgebaut, die Halbwertszeit liegt bei 20 Minuten. Zudem verändert sich der Wert auch schon mit der Körperposition. Ob die Blutentnahme bei einer liegenden oder sitzenden Person durchgeführt wurde, ist daher ein wichtiger Aspekt.

Die Referenzbereiche für Normalwerte von Aldosteron liegen im Blut bei:

  • 12 bis 150 Nanogramm/Liter (liegend)
  • 70 bis 350 Nanogramm/Liter (stehend)

Im 24h-Sammelurin sind folgende Werte normal:

  • 2 bis 30 Mikrogramm (bei normaler Nahrung)

Je nach Salzkonsum können die Werte leicht abweichen. Daher ist es wichtig, den*die Ärzt*in über den Salzgehalt der Ernährung zu informieren, beispielweise, wenn eine salzarme Diät durchgeführt wird.

Wann wird der Aldosteron-Wert bestimmt?

Der Aldosteron-Wert wird meist dann bestimmt, wenn außergewöhnliche Natrium- oder Kaliumwerte oder ein schwerer Bluthochdruck (dauerhaft über 140/90 mmHg) vorliegen. Auch bei Verdacht auf eine Störung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems kann eine Untersuchung des Aldosteron-Wertes Aufschluss über die Ursachen geben.

Da der Aldosteronspiegel im Tagesverlauf stark schwankt, wird er oft nicht nur über eine Blutprobe bestimmt, sondern zusätzlich über den 24-Stunden-Sammelurin. Dabei wird der komplette innerhalb von 24 Stunden anfallende Urin gesammelt und auf die darin enthaltene Aldosteronmenge untersucht.

Wann ist der Aldosteron-Wert zu hoch?

Sind die Aldosteron-Werte zu hoch, spricht man von einem Hyperaldosteronismus. Beim primären Hyperaldosteronismus produziert die Nebennierenrinde von sich aus zu viel Aldosteron (Conn-Syndrom). In zwei Drittel der Fälle steckt eine Vergrößerung der Nebennierenrinde dahinter, in einem Drittel ist ein (meist gutartiger) Tumor der Auslöser.


Beim sekundären Hyperaldosteronismus liegt die Störung außerhalb der Nebenniere. So kann eine Fehlfunktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) beispielsweise zu einer vermehrten Produktion von ACTH (adrenokortikotropes Hormon) führen, das die Nebenniere unter anderem zur Ausschüttung von Aldosteron anregt. Weitere mögliche Gründe für erhöhte Aldosteron-Werte:

  • chronische Niereninsuffizienz
  • Adrenogenitales Syndrom (AGS) (autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselkrankheit)
  • Kaliummangel durch Bartter-Syndrom
  • Cushing-Syndrom
  • Nierenarterienstenose (Verengung der Arterie, die die Niere versorgt)
  • Nierenzellkrebs oder Lungenkrebs
  • Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme oder Aszites)

Auch eine Herzinsuffizienz oder eine Leberzirrhose können zur Erhöhung des Aldosteron-Wertes führen.

Wann ist der Aldosteron-Wert zu niedrig?

Sind die Aldosteron-Werte zu niedrig, spricht man von einem Hypoaldosteronismus. Beim primären Hypoaldosteronismus produziert die Nebennierenrinde von sich aus zu wenig Aldosteron (Morbus Addison). Beim sekundären Hypoaldosteronismus liegt die Störung außerhalb der Nebenniere, meist innerhalb der Hirnanhangsdrüse. Bei einer Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz produziert die Hirnanhangsdrüse zu wenig Hormone, um die Aldosteron-Ausschüttung in der Nebennierenrinde anzuregen.

Auch die Einnahme von synthetischen Glykokortikoiden (wie Kortison) kann den Aldosteron-Wert senken.

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