Schutz vor Infektionskrankheiten

Impfungen

Die Auffrischung des Impfschutzes wird mit zunehmendem Alter oft vergessen: Folgende allgemein empfohlene Impfungen sollten generell aufgefrischt oder spätestens vor einem Reiseantritt durchgeführt werden.

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Tipp: Regelmäßig beim Hausarzt Impfungen überprüfen lassen und beizeiten den Impfschutz erneuern.
(c) Getty Images/Brand X

Impfen ist eine medizinische Methode, Infektionskrankheiten vorzubeugen, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Dazu führen Ärzte eine so genannte Schutzimpfung durch. Dem Betroffenen wird per Injektion oder oral (Schluckimpfung) ein Impfstoff verabreicht, welcher den menschlichen Organismus gegen die gewünschte Erkrankung immunisiert. Wenn der Betroffene danach mit dem Erreger beispielsweise über eine erkrankte Person in Kontakt kommt, kann sein Körper die Erreger abwehren und die Krankheit nicht ausbrechen.

So wirkt eine Impfung

Wenn der menschliche Organismus mit gefährlichen Erregern infiziert wird, reagiert er mit mehreren Abwehrmechanismen, die als Immunsystem bezeichnet werden. Im Fall einer Infektion mit Krankheitserregern werden bestimmte Zellen gebildet, die sich das "Aussehen" der gefährlichen Erreger merken. Außerdem bildet er Antikörper, die den Erreger direkt bekämpfen. Kommt der Betroffene zu einem späteren Zeitpunkt erneut mit dem Erreger in Kontakt, erkennt der Organismus diesen und bildet schnell die passenden Antikörper.

Eine Impfung macht sich diese Fähigkeit des Immunsystems zu nutze. Der Impfstoff enthält abgeschwächte oder tote Krankheitserreger, die im Organismus des Menschen Abwehrreaktionen auslösen. Nach der Impfung werden Antikörper und Zellen gebildet, welche die Informationen des Erregers speichern. Eine Impfung löst keine Erkrankung aus, es kommt also in der Regel nicht zu Symptomen wie es bei der Infektion einer nicht immunen Person der Fall ist.

Lebendimpfstoff schützt länger

Je nach Impfstoff wird zwischen so genannten Tot- oder Lebendimpfstoffen unterschieden. Lebendimpfstoffe enthalten stark abgeschwächte lebende Mikroorganismen des Krankheitserregers. Der Impfschutz, der mit Lebendimpfstoff aufgebaut wird, hält meist ein Leben lang, während bei Totimpfstoffen in regelmäßigen Abständen die Schutzimpfung aufgefrischt werden muss.

Unter einer Kombinationsimpfung versteht man die Gabe von mehreren Impfstoffen gegen unterschiedliche Infektionskrankheiten in einer einzigen Impfung. So können Ärzte zum Beispiel gegen Masern, Mumps und Röteln eine Kombinationsimpfung verabreichen, anstatt gegen jede Krankheit einzeln impfen zu müssen.

Durch eine Impfung wird nicht nur die geimpfte Person vor der Erkrankung geschützt. Auch nicht immunisierte Personen werden indirekt vor der Erkrankung geschützt, weil sie bei einer geimpften Person nicht ausbrechen und somit nicht auf andere übertragen werden kann.

Grundsätzlich wird allen Erwachsenen empfohlen, folgende Impfungen alle zehn Jahre zu erneuern:

  • Wundstarrkrampf (Tetanus)
  • Diphtherie

Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio

Grundsätzlich sollten alle Erwachsene Impfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie (echter Krupphusten), Pertussis (Keuchhusten) und Poliomyelitis (Kinderlähmung) besitzen. Die generelle Polio-Auffrischimpfung alle zehn Jahre wird in Deutschland nicht mehr empfohlen (Ausnahme: Sachsen), sondern bleibt Reisenden in Polio-Endemiegebiete vorbehalten.

Masern

Die in Deutschland bestehenden Impflücken gegen Masern führen immer wieder zu Ausbrüchen der Erkrankung, zum Teil mit schweren Folgen für die Infizierten. Daher ist es wichtig, im Rahmen der Impfberatung auch Impfungen gegen Masern anzusprechen.

Indikation: Die Masernimpfung wird für alle nicht immunen Personen ab dem zwölften Lebensmonat und für alle Länder empfohlen. Dabei sollte die Masernimpfung immer mit der Impfung gegen Mumps und Röteln kombiniert werden (MMR). Bei erhöhter Infektionsgefahr, zum Beispiel bei Fernreisen in Entwicklungsländer, kann die Erstimpfung auch vor dem zwölften, jedoch nicht vor dem neunten Lebensmonat erfolgen. Wenn die Erstimpfung vor dem zwölften Lebensmonat erfolgte, sollte die zweite MMR-Impfung bereits zu Beginn des zweiten Lebensjahrs wiederholt werden, da im ersten Lebensjahr noch vorhandene mütterliche Antikörper die Impfviren neutralisieren können.

Influenza (echte Grippe, Virusgrippe)

Epidemien durch die saisonale Influenza treten alljährlich von Dezember bis April auf der nördlichen Halbkugel und von April bis Oktober auf der Südhalbkugel auf. In den tropischen Regionen kann die Influenza das ganze Jahr über auftreten. In den letzten Jahren traten insbesondere bei Gruppenreisen Influenzaausbrüche auf.

Indikation: Impfungen sollten möglichst frühzeitig vor Beginn der Influenzasaison durchgeführt werden. Bei Personen unter 60 Jahren ist mit einem 70–90-prozentigen Schutz durch die Influenza-Impfung zu rechnen. Bei älteren Personen sinkt die Schutzwirkung der Impfung auf 30–70 Prozent. Gegen schwere Verläufe mit Todesfolge ist jedoch ein Schutz von 80 Prozent zu erwarten.

Für folgende Personen wird eine Impfung gegen die saisonale Influenza empfohlen:

  • Alle Reisenden ab dem 60. Lebensjahr
  • Kinder ab sechs Monaten, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhtem Risiko für influenzaassoziierte Komplikationen (zum Beispiel Personen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege oder sonstigen Störungen des Abwehrsystems)

Als Indikations-Impfungen für bestimmte Personengruppen kommen die Impfungen gegen Pneumokokken, Hepatitis A, Hepatitis B, Typhus, FSME, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Cholera infrage.

Bestimmte Pflicht-Impfungen sind zur Einreise in einzelne Länder vorgeschrieben, etwa gegen Gelbfieber für Gebiete südlich der Sahara oder auch eine Meningokokken-Impfung.

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Fragen zum Thema

Autor: PD Dr. Tomas Jelinek, Sarah Liebigt / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 19. April 2013
Quellen: MMW, Fortschritte der Medizin Nr. 47/19. November 2009: 32 Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007 Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin, 30/2008 Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit e.V. (Stand 14.08. 2007) Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Durchführung von Schutzimpfungen und anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe (Stand: März 2008)

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