Scheidenbrennen: Ursachen
Scheidenbrennen ist ein häufiges Symptom bei Infektionserkrankungen am weiblichen Genitale. Allerdings gilt es an dieser Stelle eine Scheidenpilzinfektion mit Candida (Candidose) abzugrenzen, bei der das typische Symptom eher ein starker Juckreiz ist.
Herpes genitalis
Die häufigste Ursache für brennenden Beschwerden im Scheiden- und Vulvabereich ist eine Infektion mit Genitalherpes. Hierbei kommt es zu einer besonders heftigen Entzündungsreaktion, weshalb die Schmerzen oft sehr stark sind. Herpes genitalis wird durch die Herpes-simplex-Viren 1 und 2 hervorgerufen. Bei der Erstinfektion treten meist allgemeine Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Rückenschmerzen auf. Im Genitalbereich finden sich kleine, schmerzhafte, in Gruppen angeordnete infektiöse Bläschen und winzige Geschwüre. Neben brennenden Schmerzen können auch Juckreiz, eine Schwellung, Schmerzen beim Wasserlassen und Ausfluss aus der Scheide auftreten.
Weitere infektiöse Ursachen für Scheidenbrennen
Eine häufige Ursache für Scheidenbrennen ist die Bartholinitis. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung des Ausführungsganges der Bartholin-Drüse, einer Geschlechtsdrüse, die zwischen den kleinen Schamlippen in den Scheidenvorhof mündet. Die Entzündung wird durch Scheiden- oder Darmbakterien hervorgerufen.
Relativ häufig sind zudem Infektion mit A-Streptokokken: Scheideninfektionen mit diesen Bakterien sind vor allem bei jüngeren Mädchen häufig.
Nicht-infektiöse Ursachen für Scheidenbrennen
Eine nicht-infektiöse Ursache für Scheidenbrennen ist der sogenannte Lichen planus. Hierbei handelt es sich um eine nicht ansteckende Hautkrankheit mit roten, juckenden Knötchen an der Haut (Papeln) und weißen Streifen an den Schleimhäuten. Ein weiterer nicht-infektiöser Auslöser von Scheidenbrennen ist der Lichen sklerosus, der mit einer Weißfärbung und Verhornung der Haut einhergeht. Er gilt als ein Risikofaktor für die Entstehung von Vulvakrebs Vulvakrebs. Bei beiden Krankheiten lösen Zellen des Immunsystems wie bei einer Autoimmunerkrankung Entzündungsreaktionen in der Haut aus.
Hautverletzungen und Hautentzündungen, die durch eine Irritation, z.B. im Zusammenhang mit einer Allergie oder mit Reizstoffen ausgelöst werden, können ebenfalls Scheidenbrennen hervorrufen.
Nach den Wechseljahre ßßkommt es infolge des Östrogenmangels häufiger zu Infektionen mit Bakterien oder Pilzen. Aber auch die Rückbildung der Scheidenhaut durch den Hormonmangel allein kann schon zu Scheidentrockenheit, Brennen und Juckreiz führen.
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