Ursachen und Tipps

Konzentrationsschwäche und Konzentrationsstörungen

Konzentrationsschwäche wird häufig durch Stress oder Schlafmangel hervorgerufen, kann aber auch Zeichen von Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Demenz sein. Bei Kindern, aber auch Erwachsenen ist ADHS als Ursache ebenfalls denkbar. Wann muss man zum Arzt und was kann man selbst tun?

Frau mit Brille konzentriert sich
Konzentration heißt, mit der Aufmerksamkeit ganz bei einer einzigen Sache zu sein. Mit dem Alter gelingt das immer schlechter.
(C) 2009 Jupiterimages

Als Konzentration bezeichnet man die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit. Für eine gewisse Zeit geht man völlig in der momentan ausgeübten Aufgabe auf. Weil Konzentration viel geistige Energie kostet, lässt sie sich nicht durchgängig aufrechterhalten, sondern lässt mit der Zeit nach.

Bestimmte Faktoren fördern die Konzentration, während andere sie stören. Einfluss haben vor allem

  • die emotionale Befindlichkeit,
  • der körperliche Zustand und
  • die Umgebungsbedingungen.

Manche dieser Aspekte stehen zueinander in Wechselwirkung.

Konzentrationsschwäche nimmt mit dem Alter zu

Unabhängig von den genannten Einflussfaktoren lassen Merk- und Konzentrationsfähigkeit bereits etwa ab dem 40. Lebensjahr nach. Davon ist das Kurzzeitgedächtnis früher betroffen als das Langzeitgedächtnis. Neue Eindrücke werden schnell wieder vergessen oder gar nicht erst aufgenommen: Die Spätnachrichten sind schon am nächsten Morgen aus dem Kopf, während Kindheitserlebnisse ewig in Erinnerung bleiben.

Auch das Vergessen von Namen, Telefonnummern und Geburtstagen gehört früher oder später zum Alltag, ebenso wie das Suchen von Schlüsseln und Brille. Das schwächer werdende Konzentrationsvermögen macht es es zunehmend schwer, sich über längere Zeit mit komplizierten Themen zu befassen.

Demenztest: Nur vergesslich oder dement?

Mögliche Ursachen für Konzentrationsschwäche

Vor allem im Alter lässt die Konzentrationsfähigkeit nach, weil sich mit den Jahren die Durchblutung von Organen und Geweben verringert. Verantwortlich dafür ist eine altersbedingte Verengung der Arterien (Arterienverkalkung, Arteriosklerose). Arterien sind diejenigen Gefäße, die sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zu Geweben und Organen bringen, also auch zum Gehirn.

Die Arterienverengung entsteht, weil sich mit der Zeit Blutbestandteile (zum Beispiel Cholesterin, Blutplättchen) in den Gefäßen ablagern. Je enger ein Gefäß wird, desto langsamer fließt das Blut hindurch und desto mehr Stoffe lagern sich ab. Die Durchblutung in sehr feinen Gefäßen, wie in denen des Gehirns, ist gegenüber diesen Vorgängen besonders anfällig.

Zahlreiche Faktoren, die mit der Lebensweise verknüpft sind, begünstigen das Geschehen und folglich eine Mangeldurchblutung:

  • Stress
  • Bewegungsmangel
  • ungesunde Ernährung
  • Übergewicht
  • erhöhte Blutfettwerte (zum Beispiel Cholesterin)
  • Rauchen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Bluthochdruck

Konzentrationsschwäche: Wann muss ich zum Arzt?

Arteriosklerose kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Ärztliche Kontrolluntersuchungen sollte man daher gewissenhaft wahrnehmen, vor allem, wenn Bluthochdruck, Diabetes mellitus und/oder erhöhte Blutfettwerte diagnostiziert wurden.

Neben mangelhafter Durchblutung des Gehirns sind weitere Ursachen für Konzentrationsstörungen denkbar:

Des Weiteren sind Konzentrationsstörungen häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie.

  • zum ADHS-Test

    Wie Eltern erkennen, ob Hyperaktivität oder Unkonzentriertheit ihres Kindes noch ganz normal oder schon Anzeichen von ADHS sind.

Sind die Beeinträchtigungen im Alltag erheblich, besteht Verdacht auf eine Demenzerkrankung oder treten neben Konzentrationsschwäche auch Schwindel oder Ohrensausen auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Kindern kann mangelndes Konzentrationsvermögen auch auf ADHS hindeuten. Sprechen Sie im Zweifelsfall Ihren Kinderarzt auf den Verdacht an. Er kann eine Therapie einleiten, die aus Verhaltenstherapie und/oder Medikamenten (Wirkstoff Methylphenidat) besteht. Übrigens: Auch Erwachsene können von ADHS betroffen sein!

Was tun bei Konzentrationsschwäche?

Das Nachlassen der Durchblutung ist zwar ein natürlicher Alterungsprozess. Diesem kann man jedoch entgegenwirken und die geistige Fitness möglichst lange erhalten.

Mittel gegen Konzentrationsstörungen

Verschiedene, teilweise schon langjährig bewährte Präparate, können dabei helfen. Wichtig ist jedoch, dass diese täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Je nach Wirkstoff können sie einer Gefäßverengung und einer geminderten Durchblutung begegnen, die Nährstoffversorgung des Gehirns optimieren oder die Gehirnfunktionen anregen.

Häufig gegen Konzentrationsschwäche eingesetzt werden Pflanzenextrakte aus Ginkgoblättern oder der Ginsengwurzel. Außerdem gibt es Präparate mit Vitaminen (zum Beispiel mit B-Vitaminen, Vitamin E und C), Mineralstoffen (etwa Calcium, Magnesium) und/oder anderen im Körper natürlich vorkommenden Vitalstoffen (darunter Deanol, Cholin, Lecithin).

Übrigens: Nikotin gilt als das Gefäßgift Nummer eins, weshalb Rauchen das Entstehen und Fortschreiten von Durchblutungsstörungen fördert.

Gehirnjogging hilft bei Konzentrationsschwäche

Wer gesund lebt, an den Ereignissen des Tages aktiv teilnimmt und sein Gedächtnis immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, wird auch noch in späteren Lebensjahren geistig rege sein. Das Gehirn braucht täglich neue Impulse. Je abwechslungsreicher diese sind, desto besser.

Schon der Alltag bietet viele Möglichkeiten: Zeitung lesen, Zahlen- und Buchstabenrätsel lösen, ins Kino oder Theater gehen, den Enkeln bei den Hausaufgaben helfen oder Kontakte zu anderen Menschen pflegen. Zusätzlich sinnvoll sind spezielle Übungen (Gehirnjogging).

Für optimales Gedächtnistraining müssen beide Gehirnhälften beansprucht werden. Gehirnjogging sollte daher sowohl aus kreativen als auch logischen Aufgaben bestehen.

Unterstützen Sie Ihr Gehirn mit gesunder Lebensweise

Das Gehirn braucht genügend Schlaf, um zu regenerieren. Dabei verarbeitet es die am Tag gewonnenen Eindrücke und Reize. Bestimmte Informationen löscht es, andere werden gespeichert. Des Weiteren hilft eine gesunde Ernährung mit reichlich Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, den Nährstoffbedarf des Gehirns zu decken.

Einen positiven Einfluss auf die Durchblutung und damit auf die kognitive Leistung haben körperliche Aktivitäten wie Ausdauersport (zum Beispiel Nordic Walking, Laufen, Wandern, im Garten Arbeiten) und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Trinkmenge mindestens 1,5 Liter täglich).

Brainfood: Energielieferanten fürs Gehirn

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. August 2016
Durch: sist

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