Laborwerte A - Z

Kalium

Kalium sorgt dafür, dass Herz, Muskeln und Nerven funktionieren. Ein zu niedriger Wert ist schädlich, ein zu hoher aber auch.

Schematische Darstellung des Herzens
Zu hohe oder zu niedrige Kaliumwerte im Blut können zu Herzproblemen führen.
iStockphoto

Kalium ist ein Mineralstoff und wichtiges Elektrolyt im menschlichen Organismus. Das Metall kommt im Körper in gelöster Form als positiv geladenes Ion vor, abgekürzt wird es oft mit K+. Es ist zusammen mit anderen Elektrolyten, besonders Natrium (Na+) an vielen physiologischen Vorgängen im Körper beteiligt. Mit seiner positiven Ladung baut das Kalium-Ion eine elektrische Spannung zwischen dem Zellinneren und der Zellmembran auf. Dadurch können Signale von Nervenzellen zu den Muskelzellen weitergeleitet werden.

Kalium: Funktionen und Tagesbedarf

Kalium regelt unter anderem den Flüssigkeitsgehalt und die Erregbarkeit der Zellen. Vor allem für das Funktionieren des Herzmuskels und den Blutdruck spielt es eine entscheidende Rolle, das Elektrolyt wirkt aber auch an der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts, des Knochenstoffwechsels und der Insulinproduktion mit.

Aufgenommen wird Kalium über die Nahrung. Der Kaliumbedarf des Körpers liegt bei etwa zwei Gramm täglich. Um chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Schlaganfällen, aber auch Knochenschwund vorzubeugen, werden bis zu 4,7 Gramm pro Tag empfohlen. Einen hohen Kaliumgehalt weisen vor allem Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Bananen und Aprikosen, Pilze, Bohnen, Käse auf.

Die Hitliste der besten Kaliumquellen

Ausgeschieden wird Kalium über die Niere, zu einem kleinen Teil auch über den Darm. Die Kaliumkonzentration im Körper wird hauptsächlich vom Hormon Aldosteron reguliert. Der Kalium-Wert wird je nach Diagnoseziel im Blutserum, im Blutplasma oder im Urin (24-Stunden-Urin) bestimmt.

Wann bestimmt der Arzt den Kaliumwert?

Besonders der Herzmuskel reagiert auf schwankende Werte der Kaliumionen. Der Kaliumwert wird deshalb oft zur Erstdiagnose und Kontrolle bei Herzrhythmusstörungen, Muskelproblemen wie Muskelschmerzen oder Empfindungsstörungen gemessen.

Sinnvoll ist die regelmäßige Kontrolle des Kaliumgehalts im Blut auch bei:

  • schweren Durchfällen
  • Essstörungen
  • der Einnahme von abführenden und harntreibenden Mitteln
  • Erkrankungen der Nieren
  • abweichenden Werten der anderen Elektrolyte (Natrium, Kalzium, Magnesium, Phosphat)
  • künstlicher Ernährung
  • intensivmedizinischer Behandlung

Normalwerte für Kalium

Der Körper reguliert den Kaliumgehalt in einem sehr engen Rahmen. Sowohl ein Kaliummangel als auch ein Kaliumüberschuss jenseits dieser Grenzen sind gesundheitsgefährdend. Bei einem erwachsenen Menschen liegt ein Kaliumwert von 3,6 bis 5,0 mmol/l (Millimol pro Liter) im normalen Bereich. 

Wichtig zu wissen: Labore weisen eigene Referenzwerte für ihre Untersuchungen aus. Diese können abweichen und müssen bei der der Interpretation der Blutwerte beachtet werden.

Ursachen für erhöhte Kaliumwerte im Blut

Liegen die Kaliumwerte über dem Normalbereich, so nennen Mediziner dies Hyperkaliämie. Zu hohe Werte können ganz unterschiedliche Ursachen haben:

  • Störung der Nierenfunktion durch akute oder chronische Nierenschwäche oder aber Tumoren. Die Niere scheidet dabei zu wenig Kalium aus.
  • Medikamente: harntreibende Mittel (Diuretika), Antibiotika, ACE-Hemmer, entzündungshemmende Mittel
  • Übersäuerung des Blutes (zum Beispiel bei Diabetes)
  • Hormonstörungen
  • Insulinmangel (bei Diabetes oder Mangelernährung)
  • Zerstörung von Zellen und/oder roten Blutkörperchen (Erythrozyten), zum Beispiel durch Verletzungen, Gifte, bei Tumorbehandlung, bei erblich bedingten Blutkrankheiten

Eine zu hohe Kaliumzufuhr über die Ernährung gleicht ein gesunder Körper in der Regel gut aus. Die Niere scheidet in diesen Fällen den Kaliumüberschuss mit dem Harn aus.

Falsch-hohe Werte können auch durch eine fehlerhafte Blutentnahme verursacht sein. Deshalb sollte ein einmalig zu hoher Kaliumspiegel durch eine zweite Blutuntersuchung kontrolliert werden.

Ursachen für einen zu niedrigen Kaliumspiegel

Ein zu niedriger Kaliumwert im Blut wird Hypokaliämie genannt. Eine niedrige Konzentration deutet auf hohen Flüssigkeitsverlust hin, wie er zum Beispiel bei Durchfall und Erbrechen auftreten kann. Die Einnahme von Abführmitteln über einen längeren Zeitraum führt überdies häufig zu Kaliummangel. Medikamente, die harntreibend sind, können ebenfalls einen zu niedrigen Wert herbeiführen.

Lakritze senkt den Kaliumspiegel

Was viele nicht wissen: Der übermäßige Verzehr von Lakritze kann den Mineralstoffhaushalt des Organismus stören. Bestimmte Stoffe in echter Lakritze beeinflussen die Ausschüttung von Hormonen in der Nebenniere, welche wiederum die Ausscheidung von Kalium ankurbeln und dessen Konzentration im Blut senken. Das kann zu einem Kaliummangel mit Ansteigen des Blutdrucks, Herzproblemen, Schwächeanfällen und Wassereinlagerungen führen. 

Menschen mit hohem Blutdruck oder Herzschwäche sowie Patienten, die kaliumsenkende Medikamente einnehmen, sollten deshalb den Verzehr von Lakritze und Süßholzwurzelprodukten einschränken.

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 10. Dezember 2015
Durch:
Quellen: Dr. C. Schottdorf-Timm/Prof. Dr. V. Maier: GU-Kompass Laborwerte, Gräfe Unzer 2015; Dr. Iris Hinneburg: Kaliumhaushalt im Blick, Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 42/2014 Internisten im Netz: Zu viel Lakritze kann Schwächeanfälle auslösen, http://www.internisten-im-netz.de/, zuletzt aufgerufen am 14. Dezember 2015

Hören Sie zu - reden Sie mit

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Laborbefund verstehen
  • Laborbefund verstehenAlbumin bis Thrombozyten

    Verstehen Sie die Abkürzungen und Fachausdrücke Ihrer Laborergebnisse nicht? Einen roten Faden durchs Fachchinesisch bietet unser Lexikon. mehr...

Ausführliche Informationen zu ...
  • DiagnoseDiagnose

    Wir erklären Ihnen medizinische Untersuchungen einfach und verständlich. Damit Sie Bescheid wissen, was der Doktor mit Ihnen vorhat. mehr...

  • Therapien

    Von A wie Akupressur bis Y wie Yoga - in unserem Lexikon finden Sie die wichtigsten Therapiemethoden. mehr...

Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang