Erfrierungen vorbeugen und erkennen

Eisige Finger und Zehen langsam auftauen

dpa
Wetterfeste Kleidung, Handschuhe und Mütze: So kann den Kindern die Kälte nichts anhaben.
Bein/dpa

Spielen, Skifahren, Joggen bei Eis und Schnee: Wer sich im Winter im Freien aufhält, muss sich warm anziehen. Sonst drohen Erfrierungen. Blässe und Taubheitsgefühle sind die ersten Anzeichen, die es zu beachten gilt.

Erfrierungen drohen nicht erst bei minus 20 Grad, sondern auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das gilt vor allem, wenn's windig und nass ist. Experten verraten, woran man eine Erfrierung erkennt, und wie man Kälteschäden effektiv vorbeugen kann.

Wer sich im Winter nicht warm einpackt, dem kriecht die Kälte unter die Haut! Und das vermag dem darunterliegenden Gewebe erheblichen Schaden zuzufügen. "Die ersten Zeichen einer Erfrierung sind Blässe und Taubheitsgefühle", erklärt Hans Georg Dauer, Dermatologe aus Köln. Kommt man dann von der Kälte in die Wärme, spürt man ein schmerzhaftes Ziehen oder Brennen. Die Haut färbt sich zinnoberrot. Je länger die Kälte wirken kann, desto ausgedehnter und schwerwiegender kann das Gewebe geschädigt werden.

Für Kälteschäden besonders anfällig sind die ohnehin schlecht durchbluteten Körperteile: Zehen und Finger, Nase und Ohren.  Wird die Durchblutung durch enge Kleidung zusätzlich behindert, leistet die Enge Erfrierungen Vorschub. Auch nasse Kleidung erhöht das Risiko: Denn Feuchtigkeit entzieht dem Körper rascher die Wärme, so dass es eher zur Erfrierung kommt. Außerdem begünstigen Gefäßverengungen eine Erfrierung.

Diabetes und Erschöpfung trüben das Kälteempfinden

Damit es nicht erst soweit kommt, gilt es, bei den ersten Symptomen zu reagieren. Nur: In diesem Stadium spürt der Betroffene keinen Schmerz, da die Nerven durch die Kälte betäubt sind. Das gilt noch stärker für Menschen mit Krankheiten, die das Nervensystem beeinträchtigen – beispielsweise Diabetes mellitus.

Diabetiker, die an einer Nervenschädigung (diabetische Polyneuropathie) leiden, nehmen Kälte verzögert wahr. Gleiches kann auch bei körperlicher oder geistiger Erschöpfung der Fall sein. Umso wichtiger ist es gerade für diese Menschen, gefährdete Körperstellen im Blick zu haben und auf Verfärbungen zu achten.

Keine Mütze dabei: Ohren mit Tuch schützen

Für im Winter draußen spielende Kinder gilt: Bei ersten Anzeichen einer Erfrierung ist eine Aufwärmpause nötig. Allerdings sollte sich der Körper langsam an die Wärme gewöhnen können. Große Temperaturunterschiede werden nämlich als schmerzhaft empfunden.

Bei eisigen Hände oder Zehen ist es ratsam, sie zuerst unter lauwarmes Wasser zu halten. Sie zu reiben ist jedoch nicht zu empfehlen. Besser ist, sich auf die Hände zu setzen oder sie in die Achselhöhlen zu stecken. Von innen wärmen heiße Getränke wie Tee oder Kakao.

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Warm eingepackt sind Ohren und Finger vor Kälte geschützt.
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Den besten Schutz vor Erfrierungen bietet wasserfeste, der Temperatur angepasste Kleidung. Dazu gehören warme Strümpfe und gefütterte Schuhe, Handschuhe und Mütze oder zumindest Ohrenschützer. Wer letzteres grade nicht dabei hat, kann Mund, Ohren und Nase auch mit einem Tuch oder Schal abdecken. Die Gesichtshaut lässt sich durch fettende Creme schützen.

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Autor: dpa / Lifeline / ah
Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2011
Quellen: dpa, 19.10.2011

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