Immer nur schlapp?

Wechseljahre: Tipps gegen die Müdigkeit

Wenn Schweißausbrüche nach der Menopause den Schlaf rauben

Frauen in den Wechseljahren fühlen sich vielfach erschöpft und lustlos. Manchen mangelt es an Eisen, anderen an Schlaf. Beides lässt sich ändern.

Walkende Frau
Regelmäßiger moderater Sport hält fit, bringt gute Laune und hilft gegen Wechseljahresbeschwerden.
© iStockphoto/gaspr13

Eisenmangel durch starke Monatsblutungen

Es wurde immer schlimmer. Seit Wochen fühlte Doris Weißenbacher* sich ohne Antrieb und ständig müde. Eine Untersuchungen bei ihrer Gynäkologin brachte schließlich des Leidens Lösung. Die Bayerin litt an Eisenmangel, verursacht durch ihre Menstruation. Im Vorfeld der Wechseljahre wurde die Periode unregelmäßig, und die Blutungen verstärkten sich, ohne dass die 50-Jährige dem Bedeutung zugemessen hatte. Erst als ihre Frauenärztin gezielt nachfragte, wurde ihr die Veränderung bewusst. Eine Blutuntersuchung brachte Gewissheit. Doris Weißenbacher mangelte es an Eisen, auch ihre Speicher waren leer. Als Folge hatte sie eine Anämie (Blutarmut) entwickelt. Die führt dazu, dass der Körper nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt wird. Denn das Spurenelement ist für die Herstellung des Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und Muskelfarbstoffs (Myoglobin) verantwortlich ist - und somit für den Transport und das Speichern von Sauerstoff im Körper.

Anämie muss ärztlich behandelt werden

Normalerweise büßt der Körper über Haut, Darm und Nieren durchschnittlich 1-2 Milligramm Eisen pro Tag ein. Frauen verlieren zusätzlich durch die Menstruation regelmäßig 15 Milligramm Eisen im Monat, berichtet der Berufsverband der Frauenärzte. Außerdem essen Frauen eisenärmer als Männer, da hochwertiges Eisen vorwiegend in Fleisch vorkommt, das Frauen tendenziell selten auf ihren Speiseplan setzten. Der normale Eisenverlust lässt sich durch Ernährung ausgleichen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Frauen im gebärfähigen Alter täglich 15 Milligramm Eisen zu sich nehmen, anderen reichen 10 Milligramm.

Dies gelingt am besten durch Lebensmittel, aus denen der Körper Eisen gut verwerten kann. Dazu zählt dunkles Fleisch von Rindern und Schweinen, Leber sowie Wild. Aber auch pflanzliche Nahrungsmittel enthalten Eisen: Besonders viel steckt in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse, Petersilie, Sesam, getrockneten Aprikosen, Sauerkraut, Brokkoli und Tomaten. Wer gleichzeitig Vitamin C zu sich nimmt, erhöht die Eisenaufnahme des Körpers um etwa das Siebenfache. Bei einem größeren Bedarf oder einer Anämie nützt eisenhaltiges Essen allein aber nicht. Dann helfen Eisenpräparate. Gute Erfahrungen hat Lifeline-Experte Dr. Thomas Dossler mit Kräuterblut gemacht. Aber Vorsicht: Eisenhaltige Heilmittel sollten nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden, da sie eine Eisenvergiftung hervorrufen sowie Leber, Bauchspeicheldrüse und Herz schädigen können.

Zwölf unterschätzte Schlafräuber

Lifeline/Wochit

Nervige Schlafräuber: Hitzewellen und Grübeleien

Ein wichtiger Grund für Erschöpfung in den Wechseljahren sind Schlafstörungen, weiß Gynäkologe Dossler: "Sie führen dazu, dass viele Frauen den ganzen Tag nicht zu gebrauchen sind." Durchwachte Nächte gehören zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren. Laut Untersuchungen liegt etwa die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren nachts wach. Häufig sind es Hitzewallungen, die Schlafstörungen auslösen oder verschärfen; auch eine Anämie oder andere ernsthafte Erkrankungen können Schuld sein. Daneben bringen Befürchtungen und Ängste Frauen oftmals um den Schlaf. "Da gibt es das große Tor zur Psychosomatik", urteilt Dossler. "Manche Frau in den Wechseljahren will nicht ins andere Zimmer wechseln und verpulvert viel Kraft, indem sie sich dagegen wehrt. Besser geht es denen, die nicht zu viel grübeln, sondern sich gespannt fragen, was in dem anderen Zimmer ist."

Mit Sport zu guter Laune und erholsamen Schlaf

Gegen Schlappheit in den Wechseljahren empfiehlt Experte Dossler: "Aktiver werden als früher!" Besonders ratsam: Sport treiben. Das sorgt nicht nur für gute Laune, sondern auch für tiefen Schlaf. Lange galt körperliche Aktivität als Schlafkiller. Doch das stimmt nicht, brachten Schlafforscher der Uni Regensburg an den Tag. In einer Studie konnten sie zeigen, dass Sport am Abend das Einschlafen fördert. Zu den sportlichen Aktivitäten gehöre auch Sex, betonen die Wissenschaftler. Unbeschwerte Nächte verspricht auch leichte Kost. Schwere Mahlzeiten aktivieren die Verdauung und stören den Schlaf. Um den Geist zu beruhigen, können Techniken wie autogenes Training, Meditation oder Yoga hilfreich sein. *Name von der Redaktion geändert

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Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Beschwerden mit den Wechseljahren zusammenhängen könnten, kann Ihnen der

Selbsttest
Bin ich in den Wechseljahren?

Während der Wechseljahre verändert sich das Hormonsystem in einem langsamen, wechselhaften Prozess, der von einer Reihe typischer körperlicher und psychischer Anzeichen und Symptome begleitet wird. Ausmaß und Ausprägung der Symptome variieren von Frau zu Frau teilweise erheblich und gerade zu Beginn der hormonellen Umstellung sind die Anzeichen oft unspezifisch und diffus. Dieser Test kann erste Hinweise auf das Vorhandensein und die Schwere einer möglichen Wechseljahrssymptomatik geben.

bei der Einschätzung helfen.

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