Alzheimer, aber kein Krebs und umgekehrt

Alzheimer und Krebs schließen sich oft aus

Warum Krebspatienten häufig von Demenz verschont bleiben - und andersherum

Krebs und Alzheimer scheinen sich gegenseitig auszuschließen. Aber liegt das daran, dass Krebspatienten oft nicht alt genug werden, um eine Demenzerkrankung zu entwickeln und bei Dementen Krebs schwieriger zu entdecken ist? Eine Studie sorgt jetzt für Klarheit.

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Krebs und Alzheimer gemeinsam treten nur äußerst selten auf.
© iStock.com/Getty Images/Alexander Raths

Dass zwischen Alzheimer und Krebs eine inverse Verbindung besteht, war bereits durch einige große Kohortenstudien bekannt. Wer an Alzheimer erkrankt ist, bekommt nur selten Krebs und Krebspatienten wiederum erkranken kaum an Demenz. Allerdings zweifelten Experten diese Ergebnisse immer wieder an. Ihre wichtigsten Argumenten: Viele Krebspatienten haben eine niedrigere Lebenserwartung und deshalb bleibt ihnen die Alterskrankheit Demenz und dabei vor allem Alzheimer erspart. Und wenn ein Dementer Krebs entwickelt, kann er häufig nicht auf die Symptome aufmerksam machen, so dass Krebs bei diesen Patienten oft unentdeckt bleibt. Bis die Krankheit dann richtig ausbrechen könnte, sind viele Betroffene wegen ihres hohen Alters bereits verstorben.

23.000 Patienten mit Alzheimer oder Krebs

Ein italienisches Forscherteam aus Neurologen und Epidemiologen unter der Leitung von Massimo Musicco vom Institut für Biotechnik in Mailand hat nun eine Studie zum Thema durchgeführt, die diese Kritikpunkte von vornherein ausschaltet: Die Wissenschaftler analysierten die Daten von über 20.000 Krebspatienten und knapp 3.000 Alzheimerpatienten aus der Region Mailand. Zusätzlich erhoben sie aus der Vorgeschichte der Patienten alle Gesundheitsdaten. So konnten sie erkennen, ob beispielsweise bei Alzheimerpatienten vor der Demenzdiagnose Krebs so oft erkannt wurde wie danach. Alle Daten verglichen die Ärzte mit den Krankheitszahlen für Krebs und Alzheimer aus der Gesamtbevölkerung.

Bestimmte Gene schaden Krebszellen, aber auch Hirnzellen

Dabei stellte sich heraus, dass nach der Diagnose Krebs beziehungsweise Alzheimer die Fallzahlen für die andere Krankheit nicht zunahmen, sondern tatsächlich weniger wurden: Krebspatienten hatten demnach ein rund 35 Prozent geringeres Risiko für Alzheimer, Demenzpatienten ein 43 Prozent geringeres Risiko für Krebs. Ursache dafür könnten bestimmte Tumorsuppressorgene sein. Sie verhindern Krebs und leiten den Zelltod bei Mutationen ein, könnten aber auch Hirnzellen dazu anregen, frühzeitig abzusterben.

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