Von Alltags-, Spannungs- und Clusterkopfschmerzen

Kopfschmerzen

Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen, die sich in den Ursachen und Symptomen unterscheiden. Mediziner unterscheiden primäre Kopfschmerzen, die als eigenständig gelten und sekundäre Schmerzen, die Symptom einer anderen Erkrankung sind. Was gegen die Schmerzen in Stirn, Schläfe oder Hinterkopf hilft – von Hausmitteln bis Medikamente.

Zu den häufigsten Kopfschmerzarten zählen Migräne, Spannungs- und Clusterkopfschmerzen.
© iStock.com/PeopleImages

Kopfschmerzen haben viele Gesichter. So können die Schmerzen stumpf, drückend oder ziehend ausfallen, den gesamten Kopf betreffen oder auch nur einseitig auftreten. Darüber hinaus können Kopfschmerzen akut oder auch chronisch sein.

So vielfältig wie das Krankheitsbild Kopfschmerz selbst sind auch die Kopfschmerzarten, die von Experten unterschieden werden. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) hat in ihrer Klassifikation eine Vielzahl an verschiedenen Kopfschmerzformen beschrieben. Dabei ist der Spannungskopfschmerz die mit Abstand häufigste Kopfschmerzform und Migräne die zweithäufigste. Zusammen machen sie rund 90 Prozent aller Fälle von Kopfschmerzen aus.

Zehn Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Bezüglich der Art von Kopfschmerzen differenziert man grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Primär bedeutet, dass die Kopfschmerzen ohne erkennbaren Grund beziehungsweise ohne Grunderkrankung auftreten. Unter sekundären Kopfschmerzen wiederum versteht man Kopfschmerzen, die als Symptom einer Grunderkrankung auftreten.

Primärer Kopfschmerz (ohne Grunderkrankung):

Kopfschmerzen können grundsätzlich auch ein Symptom einer Grunderkrankung sein. Meist tritt dieser sekundäre Kopfschmerz jedoch nicht allein auf und weitere Symptome können beobachtet werden.

Ursachen für Kopfschmerzen

So unterschiedlich ausgeprägt der Schmerz ist, so verschieden können die Ursachen für Kopfschmerzen sein. Hinter Kopfschmerzen können andere Erkrankungen stecken, doch auch bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Käse, der biogene Amine enthält oder Nitrate in Fleisch und Wurstwaren können zu Kopfschmerzen führen. Daneben gelten Stress und Schadstoffe als mögliche Ursachen für einen schmerzenden Kopf. Sogar Sex oder Sport, denen eine entspannende Wirkung zugeschrieben wird und die zur Vorbeugung oder Behandlung von Kopfschmerzen empfohlen werden, können das Gegenteil bewirken. Auch eine zu häufige Einnahme von Schmerz- oder Migränemedikamenten gegen akute Beschwerden kann episodische Kopfschmerzen zu chronischen werden lassen.

Symptome richtig erkennen

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Kopfschmerzarten, die spezifische Symptome haben. Je nach Art der Kopfschmerzen können sich die Schmerzen im Bereich des Kopfes unterschiedlich äußern:

Stirn, Hinterkopf, Schläfe: Lokalisation von Kopfschmerzen

Die Beschwerden können wenige Sekunden bis hin zu mehreren Tagen anhalten und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dabei treten die Kopfschmerzen entweder an einzelnen Punkten, über größere Flächen des Kopfes, einseitig oder in beiden Kopfhälften auf.

Typische Lokalisation von Kopfschmerzen:

Kopfschmerzen können Anzeichen ernster Erkrankungen sein

Bestehen die Kopfschmerzen über mehrere Tage, verschlimmern sie sich oder gehen die Beschwerden zusätzlich mit Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Lähmungen und/oder Bewusstseinsstörungen einher, sollte ein Arzt die genaue Ursache der Kopfschmerzen abklären. In diesen Fällen ist es möglich, dass die Kopfschmerzen Symptom einer ernsten Erkrankung sind, zum Beispiel einer Hirnhautentzündung oder einer Entzündung der Gesichtsnerven.

Ratsam ist die Konsultation eines Arztes auch, wenn die Kopfschmerzen immer wieder oder dauerhaft auftreten und die Lebensqualität der Betroffenen merklich beeinträchtigten. Auch plötzlich auftretende sehr starke Kopfschmerzen sollten von einem Arzt abgeklärt werden, um eine ernsthafte Ursache auszuschließen oder bei Bedarf rasch behandeln zu können.

Die richtige Diagnose ist entscheidend

Wesentlicher Bestandteil der Diagnose beim Arzt ist das ausführliche Patientengespräch (Anamnese). Der Arzt erfasst dabei Art, Intensität und Dauer sowie den zeitlichen Verlauf der Kopfschmerzen und erfragt, wo genau die Schmerzen wahrgenommen werden. Auch die Begleitumstände sind wichtig:

Zusätzlich erfragt der Arzt die Gewohnheiten und den Tagesablauf des Patienten sowie Vorerkrankungen und die familiäre Krankengeschichte. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln oder anderen Medikamenten ist von Bedeutung. Hieraus lässt sich  eventuell ableiten, ob ein schmerzmittelbedingter Kopfschmerz vorliegen könnte. Oftmals erleichtert ein Schmerztagebuch die Diagnose, in das der Patient die genannten Faktoren über einen längeren Zeitraum einträgt.

Körperliche Untersuchung

Weitere Untersuchungen dienen dazu, körperliche Ursachen der Kopfschmerzen auszuschließen oder zu erkennen. Der Arzt erfasst zunächst den allgemeinen Gesundheitszustand und prüft im Rahmen der körperlichen Untersuchung, ob beispielsweise Gefühls- und Wahrnehmungsstörungen, Nackensteifigkeit, Koordinationsstörungen oder Lähmungserscheinungen vorliegen. Diese Symptome könnten für eine neurologische Ursache (Erkrankung des Nervensystems wie zum Beispiel Hirnhautentzündung oder Gehirnblutung) sprechen.

Weitere Untersuchungen bei Kopfschmerzen

Je nach Ausgangsbefund können weitere Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren notwendig sein, um die Ursache der Kopfschmerzen sicher nachzuweisen. Dazu zählen:

Hausmittel, Medikamente, Lebensstil: Was hilft gegen Kopfschmerzen?

Welche Therapie die richtige ist, hängt von der Ursache der Kopfschmerzen ab. Ein erster Schritt können verschiedene Hausmittel oder Verhaltensänderungen sein, bevor eine medikamentöse Behandlung erwogen wird.

Hausmittel und veränderte Lebensgewohnheiten

Fünf Hausmittel gegen Kopfschmerzen

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Medikamente richtig selbst einsetzen

Zur Behandlung von Kopfschmerzen eignen sich Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Medikamente sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und immer nur gemäß ärztlicher Empfehlung oder Packungsbeilage. Diese ist insbesondere bei Kindern zu beachten, denn manche Medikamente sind für Kinder gar nicht oder erst ab einem bestimmten Alter zugelassen.

Wenn die Kopfschmerzen einmal stärker sind

Zunächst können Spaziergänge an der frischen Luft, Schlaf, körperliche Bewegung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Entspannungsübungen oder leichte Massagen die Beschwerden eindämmen. Sind Atemwegsinfekte, Erkältungen oder grippale Infekte Ursache für die Kopfschmerzen, können Nasenspülungen und Inhalationen in diesen Fällen helfen. Auch die äußerliche Anwendung einer Pfefferminzöl-Lösung kann bei Spannungskopfschmerzen die Beschwerden lindern und ist eine pflanzliche Alternative zu Medikamenten.

Zur Behandlung von Migräne-Attacken, die mit herkömmlichen Schmerzmitteln nicht zu bewältigen sind, stehen migränespezifische Mittel, etwa die selektiven Serotoninagonisten Triptane, zur Verfügung, die es nur auf Rezept gibt. Bei Clusterkopfschmerz können Sauerstoffinhalationen oder ebenfalls die Einnahme von Triptanen in Rücksprache mit einem Arzt die quälenden Kopfschmerzen lindern.

Wann man bei Kopfschmerzen zum Arzt gehen sollte

Vor allem chronisch wiederkehrende und dauerhaft bestehende Kopfschmerzen sollten immer von einem Arzt abgeklärt werden. Auch sollten Schmerzmittel nicht dauerhaft ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, da sie Nebenwirkungen haben können. Zudem kann die regelmäßige Schmerzmittelanwendung wiederum zu Kopfschmerzen führen (medikamenteninduzierter Kopfschmerz) und damit bestehende Beschwerden verstärken und die Diagnose erschweren.

Arztbesuch bei folgenden Kopfschmerzen oder Begleitsymptomen:

So verhindern Sie Kopfschmerzen

Gelegentliche Kopfschmerzen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen. Zusätzlich können die nachfolgenden Maßnahmen Kopfschmerzen lindern, die durch ernsthafte Erkrankungen verursacht wurden.

Autor: / Expertenteam
Letzte Aktualisierung: 18. März 2019
ICD-Codes für diese Krankheit: R51 | G44.-
Quellen
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