Störungen des Geschmackssinns

Geschmacksverlust: Ursachen und was tun?

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Das Symptom Geschmacksverlust kann bei vielen Krankheiten auftreten – sehr häufig geht der Geschmack bei einer Grippe, Erkältung oder Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verloren. Welche Ursachen noch möglich sind, wenn man nichts mehr schmeckt und was man dann tun kann.

Frau mit Geschmacksverlust in der Küche
Das Symptom Geschmacksverlust kann die Lebensqualität stark einschränken.
© iStock.com/Moyo Studio

Für einen Geschmacksverlust (Ageusie) kommen zahlreiche Ursachen infrage. Oftmals ist er nur das Symptom einer harmlosen Erkrankung wie einer Erkältung, es können aber auch ernste Ursache dahinterstecken. Daher sollten Betroffene einen Geschmacksverlust besser abklären lassen. Zumal die Lebensqualität stark eingeschränkt ist. Begleitet wird er meist von einer Geruchsstörung, da Geruch und Geschmack eng miteinander verbunden sind: Die beiden Sinneseindrücke werden von Rezeptoren im Mund und in der Nase aufgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort als Aroma erkannt.

Artikelinhalte im Überblick:

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Corona: Geschmacksverlust ist charakteristisch für COVID-19

Ein häufiges Symptom von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 ist eine Störung des Geruchs- und Geschmackssinns. Bei einer Erkältung oder Grippe sind das Riechen und Schmecken häufig auch eingeschränkt, doch bei COVID-19 kommt es häufig zu einem kompletten Geschmacksverlust. Dazu kommt, dass viele Betroffene sehr lange unter den Einschränkungen von Geschmack und Geruch leiden. Normalerweise erneuern sich die für den Geschmack zuständigen Zellen alle 14 Tage, sodass der Geschmacksverlust wahrscheinlich reversibel ist.

Neben Müdigkeit deuten weitere Symptome auf das Coronavirus hin

Ursachen für Störung des Geschmackssinns

Neben dem neuartigen Coronavirus können viele verschiedene Ursachen zu einem Geschmacksverlust führen. Entweder liegen Schädigungen der Geschmacksknospen im Mund vor oder Beeinträchtigungen der Geschmackswahrnehmung im Gehirn.

Ursachen für eingeschränkte Funktion der Geschmacksknospen:

Ursachen für eingeschränkte Funktion der Geschmackswahrnehmung:

  • Operationen im Kopf-Hals-Bereich

  • Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Entzündung der Gehirnnerven

  • Verletzungen des Gehirns oder der Nerven

  • Neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer

  • Gehirntumor

Behandlung durch den Arzt bei Geschmacksverlust

Wer abseits von einer Grippe oder Erkältung feststellt, dass sich sein Geschmack verändert oder gar vollständig verloren gegangen ist, sollte frühzeitig seinen Hausarzt aufsuchen. Da Geschmacksverlust ein typisches Symptom für COVID-19 ist, vor allem wenn es in Kombination mit Geruchsverlust auftritt, sollten Betroffene ihren Arzt oder das Gesundheitsamt zunächst telefonisch kontaktieren. Um die mögliche Ansteckung anderer Menschen gering zu halten, sollten Betroffene nicht eigenmächtig persönlich in der Arztpraxis vorbeikommen. Telefonisch wird man über die nächsten Schritte und bei Bedarf über einen Corona-Test entscheiden.

Sobald der Arzt die zugrundeliegende Erkrankung bei Geschmacksverlust diagnostiziert hat, kann er diese adäquat behandeln. Da die eingeschränkte Funktion des Geschmacks nur ein Symptom, aber keine eigenständige Krankheit ist, kann diese nicht gezielt behandelt werden.

Tipps und Hausmittel gegen Geschmacksverlust

Eine regelmäßige Zahnpflege und Mundhygiene kann dabei helfen, Infektionen im Mund- und Rachenraum vorzubeugen. Neben gründlichem Zähneputzen können Mundspülungen hilfreich sein. Außerdem sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten, um einem Eisenmangel oder Vitaminmangel zu verhindern. Beides kann zu einem Geschmacksverlust führen. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte, auch für das bestmögliche Ergebnis, immer erst mit dem Hausarzt besprochen werden.

Da Nikotin in Zigaretten und Alkohol die Geschmacksknospen schädigen können, sollte man auf das Rauchen verzichten und den Alkoholkonsum einschränken. Wer Medikamente einnimmt und Veränderungen seines Geschmackssinns feststellt, kann seinen Arzt nach einem anderen Arzneimittel fragen.

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