Cannabisabhängigkeit

Cannabis als Droge: Wie gefährlich ist Kiffen wirklich?

Immer mehr Menschen befürworten die Legalisierung von Cannabis, doch Kiffen ist nicht ungefährlich. Alles über mögliche Risiken und welche Therapien aus der Sucht heraushelfen können.

Cannabis
THC ist der Hauptbestandteil in Haschisch und Marihuana. Es wirkt berauschend und entspannend.
© iStock.com/MmeEmil

Cannabis als Droge ist umstritten. Einerseits wird es von vielen Menschen als berauschendes Genussmittel ganz ähnlich wie Alkohol konsumiert und toleriert und hat als Partydroge vor allem in der Jugendkultur einen festen Platz. Andererseits fallen Marihuana, Haschisch und andere Cannabisprodukte unter das Betäubungsmittelgesetz. Der Konsum, Besitz und Anbau sind damit illegal. Wer Cannabis raucht, macht sich strafbar.

Artikelinhalte im Überblick:

Verbreitung von Cannabis

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge weltweit. Im Jahr 2016 wurden in der Europäischen Union 1,5 Millionen Drogendelikte gemeldet, hauptsächlich in Bezug auf Konsum und Besitz. 77 Prozent davon standen im Zusammenhang mit Cannabis.

Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung geben etwa 27 Prozent aller Deutschen an, bereits einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben. Besonders hoch ist die Zahl in der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren. Von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsumieren etwa 14 Prozent regelmäßig Cannabis.

Die Entwicklung in Deutschland wird wie in allen europäischen Ländern von den globalen Trends beeinflusst. Einige Länder wie Uruguay, Kanada und einzelne Staaten der USA haben in den letzten Jahren den Konsum von Cannabis zumindest teilweise legalisiert. Die Zahl der Cannabiskonsumenten ist dadurch gestiegen, die der Drogendelikte entsprechend gesunken.

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Cannabis: Rechtliche Situation in Deutschland

In Deutschland sind Besitz, Handel und Anbau von Marihuana sowie Haschisch grundsätzlich illegal. Allerdings modifiziert das berühmt geworden "Haschischurteil" aus dem Jahr 1994 die praktische Handhabung etwas: Der Besitz von geringen Mengen für den Eigenbedarf wird strafgerichtlich nicht verfolgt.

Eine Lockerung der Gesetzgebung wird seit Jahren immer wieder diskutiert. Ein erster Schritt in diese Richtung ist bereits erfolgt: Seit 2017 ist es Ärzten erlaubt, Cannabis als Heilmittel bei starken Schmerzen und anderen schweren Erkrankungen zu verschreiben. Gegner warnen jedoch davor, dass die Gefahren von Cannabis häufig unterschätzt werden und eine Legalisierung die Zahl der Cannabsiabhängigen weiter erhöhen könnte.

Was ist Cannabis?

Cannabis ist der botanische Name der Hanfpflanze. Als "Geschenk der Götter" wird die Cannabispflanze (Cannabis sativa) in Indien seit über 3000 Jahren verehrt und aufgrund ihrer heilenden und berauschenden Wirkung geschätzt. Im europäischen Raum war Hanf zunächst nur als Nutz- und Heilpflanze bekannt, lange allerdings nicht als Droge. Zu Beginn des 20 Jahrhunderts wurde der Konsum international verboten. Erst die Hippies machten das Marihuana-Rauchen in den 60er Jahren wieder populär und verbreiteten es mit ihrer Kultur in ganz Europa und den USA. Trotz der Einstufung als "weiche" Droge ist Cannabis nach wie vor in den meisten Ländern verboten.

Die berauschende Wirkung von Cannabis

Cannabis wird ausschließlich aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen. Ihre Blätter fächern sich in fingerartige Spitzen auf. Blüten und Blätter sondern ein klebriges Harz ab, das eine berauschende und bewusstseinserweiternde Wirkung hat. Insgesamt enthält Cannabis über 400 Stoffe, die noch nicht alle erforscht sind. Der Hauptwirkstoff ist Delta-Tetrahydrocannabinol, kurz THC. Es wirkt:

  • psychotrop (die Psyche beeinflussend)
  • halluzinogen (die Sinneseindrücke verändernd)
  • euphorisierend
  • schmerzlindernd (analgetisch)
  • muskelentspannend
  • appetitanregend

Darüber hinaus haben THC und andere bekannte Inhaltsstoffe wie das Cannabidiol (CBD) weitere Wirkweisen, die sich Mediziner bei der Therapie verschiedener Krankheiten zunutze machen.

Was ist der Unterschied zwischen Haschisch und Marihuana?

Cannabis ist der Oberbegriff aller aus dem Hanf gewonnen Rauschmittel. Dabei wird unterschieden zwischen

  • Marihuana oder Cannabiskraut: die getrockneten Blüten und Blattspitzen. Andere Namen dafür sind Gras, Heu, Weed oder Pot.

  • Haschisch oder Cannabisharz: das zu Platten gepresste Harz, auch als Shit oder Dope bezeichnet.

Der THC-Anteil von Haschisch liegt etwas über dem von Marihuana. Darüber hinaus gibt es Haschisch-Öl, was aber weniger gebräuchlich ist. Außerdem sind inzwischen zahlreiche synthetisch hergestellte Sorten auf dem Markt, die als Cannabis-Kräutermischungen verkauft werden.

Kiffen, Haschkekse und andere Gebrauchsarten

Die häufigste Art, Cannabis zu konsumieren, ist Kiffen. Dabei werden Marihuana oder Haschisch meist mit Tabak vermischt und in Form von Zigaretten (Joints) geraucht.

Cannabiskenner schätzen besondere Sorten, die aus speziellen Anbaugebieten und Klimaregionen kommen. Bekannt sind sie unter Namen wie "Schwarzer Afghane", "Roter Libanese" oder "Blonder Marokkaner".

Eine weitere Möglichkeit des Konsumierens ist das Inhalieren von Haschisch-Öl oder cannabishaltigen Liquids über spezielle Rauchgeräte oder E-Zigaretten. Darüber hinaus kann Haschisch auch gegessen und über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, etwa in Form von Haschkeksen oder Haschischkuchen, seltener auch über fetthaltige Heißgetränke.

Die Wirkung tritt beim Rauchen innerhalb weniger Minuten ein, beim Verzehr etwas verzögert, nach etwa einer halben Stunde.

Neben diesen weichen Gebrauchsmustern, die in erster Linie dem gelegentlichen Genuss dienen, gibt es auch härtere Formen. Etwa das Rauchen etlicher Joints über den Tag verteilt oder das Inhalieren großer Mengen von Haschisch beim Bong-Rauchen, einer Art Wasserpfeife ohne Schlauch.

Wie wirkt Cannabis?

Die psychogenen Wirkstoffe des THC binden im Körper an spezielle Cannabinoidrezeptoren, die im Gehirn, aber auch außerhalb des zentralen Nervensystems, beispielsweise in der Leber, zu finden sind. Sie beeinflussen die Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin, Acetylcholin und GABA. Dieses Endocannabinoidsystem ist unter anderem für die Entstehung von Schmerzen und Ängsten sowie die Stimmungslage und Körpertemperatur zuständig.

Cannabis gehört aufgrund seiner Wirkweise zu den Beruhigungsmitteln (Sedativa). Gleichzeitig wirkt es euphorisierend, psychedelisch und milde halluzinogen. Die Wirkung kann abhängig von der Person, der Art und Menge des Konsums sowie vom THC-Gehalt variieren. Gewünschte Effekte sind zum Beispiel:

  • Euphorie, Heiterkeit, Unbeschwertheit, Glücksgefühle
  • körperliche Entspannung
  • Steigerung der Kreativität und Vorstellungskraft
  • Befreiung von Ängsten
  • gesteigerte Berührungsempfindlichkeit, geschärfte Sinne
  • Reduzierung von Aggressionen während der Wirkungsdauer

Risiken und Nebenwirkungen bei Cannabiskonsum

Sowohl beim einmaligen Gebrauch als auch bei längerem Konsum kann es auch zu unerwünschten Wirkungen (Nebenwirkungen) kommen. Häufig treten auf:

Wechselwirkungen sind insbesondere in Verbindung mit Alkohol häufig. Zu nennen sind hier in erster Linie psychotische Störungen und Herz-Kreislauf-Probleme.

Weitere Gefahren und Probleme in Verbindung mit Cannabiskonsum sind

  • Fahruntüchtigkeit: Wer gekifft hat, sollte für mindestens 12 Stunden sein Auto stehen lassen.
  • Strafverfolgung, insbesondere beim Anbau von Cannabis, beim Besitz von größeren Mengen und beim Verkauf.

Risiken bei Dauergebrauch und Überdosierung

Zusätzlich zu den allgemeinen Nebenwirkungen sind Folgen zu nennen, die bei hoher Dosierung oder Dauergebrauch auftreten können:

  • Antriebs­lo­sigkeit (amotivationales Syndrom)
  • Per­sön­lich­keits­verän­de­run­gen
  • Wahnvorstellungen, Angstzustände, Paranoia
  • Psychosen
  • Depressionen
  • Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung vor allem bei Kindern und Jugendlichen
  • Bei lang­jäh­rigem Cannabis-Rauchen drohen die typischen Schäden von Nikotinkosum wie Raucherhusten, COPD, Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Bei il­le­gal er­worbenem Cannabis besteht Vergiftungsgefahr (Intoxikation) durch Ver­unreinigun­gen und Streck­mit­tel.
  • Bei Konsum in der Schwangerschaft droht eine Beeinträchtigung der embryonalen Entwicklung und es besteht ein er­höh­tes Risiko für Geburts­kompli­kationen.
  • Gefahr der Entwicklung einer Cannabisabhängigkeit

Cannabis-Psychose: vor allem Jugendliche sind betroffen

Eines der größten Risiken von Cannabis: Die Droge kann wie jede andere psychoaktive Substanz eine Psychose auslösen, vor allem bei Menschen, die diesbezüglich eine Veranlagung besitzen. Die Wirkstoffe im Cannabis senken die Psychoschwelle und greifen in den Dopaminhaushalt des Körpers ein, was bereits bei einmaligem hochdosiertem Gebrauch zu einem psychotischen Schub führen kann. Insbesondere gefährdet sind Jugendliche. Bei langjährigen Gewohnheitskiffern, die in besonders jungem Alter angefangen haben, besteht darüber hinaus die Gefahr einer sich über lange Zeit hinweg schleichend entwickelnden Psychose oder Schizophrenie. Eine psychotische Störung ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Betroffene sollten sich schnellstmöglich in die Hände eines erfahrenen Psychotherapeuten oder Psychiaters begeben.

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Das amotivationale Syndrom – macht Kiffen antriebslos und faul?

In Verbindung mit chronischem, langanhaltendem Cannabismissbrauch wird häufig ein Symptomkomplex beschrieben aus Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit, fehlendem Arbeitswillen und allgemeinem Desinteresse an der Umwelt: das amotivationale Syndrom. Klinische Studien konnten bisher allerdings nicht bestätigen, dass diese Antriebslosigkeit auf den exzessiven Cannabiskonsum zurückzuführen ist und nicht auf andere Ursachen, etwa soziale Probleme.

Macht Kiffen dumm?

Eine verminderte Intelligenzleistung aufgrund langjährigem, intensivem Cannabismissbrauch wird immer wieder diskutiert, konnte aber in bisherigen Studien nie belegt werden. Zwar wirkt sich Cannabis bei bestehendem Konsum nachweislich negativ auf Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit aus, diese Einschränkungen waren aber bereits nach einmonatiger Abstinenz nicht mehr nachweisbar. Zumindest gilt das für erwachsene Konsumenten.

Anders sieht die Situation aus, wenn bereits im frühen Jugendalter mit dem Kiffen begonnen wird. Eine neuseeländische Langzeitstudie konnte nachweisen, dass Personen, die bereits vor der Volljährigkeit regelmäßig Cannabis konsumiert hatten, durchschnittlich im Erwachsenenalter einen um acht Prozentpunkte niedrigeren Intelligenzquotienten hatten und einen Verlust an axonalen Nervenbahnen vorwiesen. Bei Konsumenten, die erst als Erwachsene begonnen hatten, ließ sich keine Einschränkung finden.

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Cannabisabhängigkeit: Die Sucht erkennen und behandeln

Die körperliche Abhängigkeit von Cannabis ist als gering einzuschätzen, selbst wenn sich bei langem Gebrauch eine gewisse Toleranz einstellt und die Dosis deshalb oft erhöht wird. Das psychische Abhängigkeitspotential wird hingegen von den Konsumenten häufig unterschätzt. Vor allem der langjährige, intensive und hochdosierte Gebrauch von Cannabis sowie der Konsumbeginn im Jugendalter kann zur Abhängigkeit führen.

Zahlen belegen dies: Etwa 0,4 Prozent der Erwachsenen sind in Deutschland cannabisabhängig, das sind ungefähr 200.000 Menschen. Besonders hoch ist der Anteil unter den Jugendlichen mit etwa 2,9 Prozent extensiven Konsumenten beziehungsweise Cannabisabhängigen.

Suchtpotenzial: Wie süchtig macht Cannabis?

Das Abhängigkeitsrisiko von Cannabis wird einer Studie zufolge mit 6,2 Prozent angegeben. Das bedeutet, dass von 100 Konsumenten etwa sechs eine Abhängigkeit entwickeln. Zum Vergleich: Das Suchtpotential von Alkohol liegt bei 11,2 Prozent, das von Nikotin bei 36 Prozent.

Dennoch sind ein gutes Drittel aller Betroffenen, die eine Suchthilfestelle aufsuchen, Cannabiskonsumenten. Eine Studie des Massachusetts General Hospital unter den Patienten einer Suchtambulanz mit 90 jugendlichen Cannabis-Konsumenten bestätigt dieses Bild: 84 Prozent der 14- bis 19-jährigen regelmäßigen Cannabiskonsumenten waren süchtig. Studienleiter John Kelly hatte für seine Studie bestimmte Suchtkriterien festgelegt. Trifft bereits eine der folgenden Aussagen zu, könnte eine Sucht vorliegen.

Merkmale einer Cannabisabhängigkeit:

  • Das Kiffen belastet die Beziehung und Freundschaften,
  • Probleme in der Schule, am Arbeitsplatz oder zu Hause treten infolge des Konsums auf,
  • Erhöhte Toleranz gegenüber der Droge: bis die erwünschte Wirkung eintritt, muss immer mehr konsumiert werden,
  • Erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren oder ganz zu stoppen,
  • Ist die Droge nicht greifbar, treten Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Angst, Schlafstörungen und Heißhunger auf. Ärzte sprechen vom spezifischen Cannabisabhängigkeitssyndrom.

Suchtpotential steigt durch neue Züchtungen

In den 60er Jahren, als Marihuana als typische Partydroge bekannt wurde, lag der Gehalt der psychotropen Substanz THC bei einem Prozent. Durch neue Kreuzungen und Züchtungen ist der THC-Gehalt in den letzten Jahren jedoch immer weiter gestiegen und liegt inzwischen häufig bei 15-16 Prozent.

Gleichzeitig ist das Cannabidiol (CBD), das für einen Ausgleich einiger unerwünschter Effekte des THC sorgt, in vielen Neuzüchtungen kaum mehr nachweisbar. CBD wirkt antipsychotisch und neuroprotektiv. Menschen, die eine Veranlagung für psychischen Störungen besitzen, reagieren entsprechend auf diese Cannabissorten häufiger und heftiger. Gleichzeitig steigt durch diese Entwicklung das Abhängigkeitspotenzial. In den letzten Jahren wurde ein Anstieg von Suchtbehandlungen aufgrund von Cannabiskonsum überall in Europa registriert.

Ursachen: Wie kommt es zu einer Cannabisabhängigkeit?

Nicht jeder, der ab und zu einen Joint raucht, ist gefährdet, cannabissüchtig zu werden. Problematisch wird der Konsum, wenn der Rausch zur Gewohnheit wird und als Alltagsflucht dient. In dieser Hinsicht ist Cannabis dem Alkohol sehr ähnlich: Der Weg zwischen maßvollem Genuss und Sucht ist schmal. Kommen seelische oder soziale Probleme hinzu, ist der enge Grat schnell überschritten. Typische Gründe für exzessiven Cannabiskonsum bei Jugendlichen können sein:

  • Gruppenzwang
  • Versagensängste
  • generalisierte Lebensangst
  • Alltagsflucht
  • Schulprobleme
  • familiäre Probleme
  • Langeweile

Schwierige Diagnose: Wie erkennt man eine Cannabisabhängigkeit?

Eine Abhängigkeit von der Droge Cannabis zu erkennen, ist nicht immer leicht, da hohe Verleugnungstendenzen bei den Süchtigen bestehen. Ärzte und Suchtbeauftragte greifen bei der Diagnose auf Verhaltensbeobachtung zurück, indem sie Gangbild, Reaktionsfähigkeit und Gesprächsführung der Betroffenen beurteilen. Gespräche über Menge und Höhe des Cannabiskonsums werden ebenso herangezogen wie ein Nachweis über den Cannabisgebrauch in Form eines Drogenscreenings.

Nachweis von Cannabis über Blut- und Urintest

Der Nachweis von Cannabis kann durch einen Urintest, Bluttest oder eine Laboruntersuchung der Haare erfolgen. Nach einmaligem Konsum ist Cannabis im Blut ein bis zwei Tage nachweisbar, im Urin bis zu 12 Tage. Bei Gewohnheitsrauchern verlängert sich die Zeit des Urinnachweises auf bis zu sechs Wochen. Durch eine Haaranalyse lässt sich regelmäßiger Cannabiskonsum auch über Monate hinweg nachweisen – eine Methode, die sich deshalb gut zur Kontrolle einer Abstinenz oder erfolgreichen Suchtentwöhnung heranziehen lässt.

Therapiekonzepte bei Cannabissucht

Erster Pfeiler der Suchtbekämpfung ist immer der Entzug, begleitet von einer entsprechenden Suchttherapie. Psychotherapeutische Verfahren bilden die Grundlage für die Behandlung von Cannabisabhängigen:

  • Die besten Ergebnisse zeigt derzeit die kognitive Verhaltenstherapie.
  • Bei Jugendlichen hat sich unterstützend außerdem eine systemische Familientherapie als hilfreich erwiesen.
  • Auch Kurztherapien mit motivationaler Gesprächsführung können bereits einen positiven Effekt zeigen.
  • Bei schwerem Enzugssyndrom und begleitender psychischer Störung ist eine stationäre Behandlung empfelenswert.

Medikamente zur Therapie einer Cannabisabhängigkeit haben sich hingegen in Studien als wenig wirksam erwiesen. Antidepressiva können sogar die Rückfallwahrscheinlichkeit erhöhen.

Der Erfolg der Therapie hängt dabei maßgeblich von folgenden Faktoren ab:

  • Schwere der Entzugssymptomatik
  • Konsummenge
  • Schwere des Abhängigkeitssyndroms
  • eventuelle zugrundeliegende psychische Erkrankungen
  • cannabis-assoziierte Probleme

Insgesamt ist eine Cannabisabhängigkeit meist gut therapierbar. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist die Einsicht des Konsumenten, dass er süchtig ist, sowie die persönliche Motivation, die Sucht erfolgreich hinter sich lassen zu wollen. Es besteht jedoch auch unter psychotherapeutischer Behandlung eine relativ hohe Rückfallwahrscheinlichkeit.

Selbsthilfe und Beratungsstellen

Hilfe bekommen Betroffene bei allen Drogenberatungsstellen:

Vorsorge: Kann man einer Cannabissucht vorbeugen?

Der wichtigste Grundpfeiler bei der Suchtbekämpfung und Vorsorge ist eine ehrliche Informationspolitik über mögliche Risiken und über das Abhängigkeitspotential einer Droge. Insbesondere in Schulen sollte eine gute Aufklärung darüber erfolgen, dass das Rauchen von Marihuana und Haschisch bei Jugendlichen sehr viel schwerwiegendere Konsequenzen haben kann als bei erwachsenen Konsumenten.

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