Krebstherapien im Überblick

Krebstherapie: Was ist möglich?

Die Krebstherapie umfasst im Wesentlichen zwei Bereiche: Die eigentlichen Krebstherapien, die sich unmittelbar gegen den Tumor richten, und unterstützende Begleittherapien zur Linderung von Beschwerden.

Operation
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Die vier großen Säulen bei der Behandlung von Krebserkrankungen sind die Operation, Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie. Zudem gewinnen die sogenannten zielgerichteten Therapien, die spezifisch gegen bestimmte Eigenschaften der Tumoren wirken, zunehmend an Bedeutung. Ziel der direkt gegen den Tumor gerichteten Behandlungsverfahren ist neben der Beseitigung eventueller Beschwerden die Heilung der Krankheit oder, wenn diese nicht möglich ist, eine Verlängerung der Überlebenszeit der Patienten und der Erhalt der Lebensqualität.

Darüber hinaus werden Verfahren zur Linderung von Beschwerden (z.B. Schmerzen) oder zur Bekämpfung der Nebenwirkungen der Krebstherapien (z.B. Übelkeit und Erbrechen) angewendet. Sie werden unter dem Begriff Supportivtherapien zusammengefasst.

Operation

Bei den meisten soliden, also aus festem Gewebe bestehenden Tumoren ist die Operation die Behandlungsmethode der ersten Wahl. Sie ist oftmals auch die einzige Möglichkeit, die Krankheit zu heilen. Um für eine Heilung den besten Ausgangspunkt zu schaffen, sollte das Tumorgewebe bei der Operation möglichst vollständig entfernt werden. Aus diesem Grund wird der Tumor, wenn möglich, mit einem großen Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe herausgeschnitten.

Ob eine Operation im Einzelfall überhaupt infrage kommt oder nicht und wie groß ihr Ausmaß ist, hängt neben der Krebsart vom Stadium bzw. Ausbreitungsgrad des Tumors und der allgemeinen Verfassung der Patientin oder des Patienten ab.

Strahlentherapie

Eine der ältesten Behandlungsmethoden gegen Krebs ist die Strahlentherapie. Sie kann unterstützend vor oder nach der Operation eingesetzt werden (neoadjuvante bzw. adjuvante Strahlentherapie), aber auch allein (etwa wenn eine Operation aus gesundheitlichen Gründen nicht infrage kommt) bzw. in Kombination mit anderen systemisch, also im ganzen Körper wirkenden Therapien, wie der Chemotherapie. Nicht alle Krebsarten reagieren empfindlich auf die Strahlentherapie.

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Bei der Strahlentherapie werden energiereiche Strahlen eingesetzt, die die Krebszellen so stark schädigen, dass diese absterben. Gesunde Zellen werden prinzipiell zwar auch geschädigt, können sich aber durch effektivere Reparaturmechanismen besser wieder erholen. Neuere Bestrahlungsmethoden erlauben es, die Strahlung punktgenau auf das Krebsgewebe zu bündeln, sodass die Strahlentherapie heute insgesamt deutlich weniger mit Nebenwirkungen behaftet als früher.

Zwei Bereiche spielen bei der Strahlentherapie eine Rolle:

  • Strahlentherapie mit ionisierender Strahlung: Hierbei handelt es sich um die Strahlentherapie im klassischen Sinne. Eingesetzt werden ionisierende Strahlen mit so hoher Energie, dass es in den bestrahlten Zellen zu molekularen Veränderungen kommt. Dabei entstehen aus Atomen und Molekülen Ionen, also positiv und negativ geladene Teilchen, die ihrerseits biochemische und biologische Reaktionen in Gang setzen. Dadurch werden die Krebszellen zerstört.
  • Nuklearmedizin: In der Nuklearmedizin werden Wirkstoffe eingesetzt, die radioaktive (strahlende) Teilchen enthalten. Nuklearmedizinische Behandlungen finden seltener Anwendung als die klassische Strahlentherapie.

Ausführliche Informationen zur Strahlentherapie, zu Anlauf und Nebenwirkungen

Chemotherapie

Im Gegensatz zu den lokal, also unmittelbar am Ursprungsort des Tumors wirkenden Verfahren Operation und Strahlentherapie, entfaltet die Chemotherapie ihre Wirkung im gesamten Körper, d.h. systemisch. Zum Einsatz kommen Wirkstoffe, die in den Teilungszyklus der Krebszellen eingreifen. Sie richten sich vornehmlich gegen die Erbsubstanz von Zellen, die sich in der Vermehrungsphase befinden und teilungsaktiv sind. Da dies auch gesunde Zellen betrifft, ist eine Chemotherapie im Allgemeinen mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Diese können allerdings mittlerweile durch geeignete Therapien (Supportivtherapien) gelindert werden.

Die Chemotherapie kann ebenso wie die Strahlentherapie unterstützend vor oder nach einer Operation eingesetzt (neoadjuvante bzw. adjuvante Chemotherapie) und mit anderen Therapieverfahren kombiniert werden. Wiederum gilt, dass nicht alle Krebsarten gleichermaßen empfänglich für die Wirkung der Chemotherapie sind, weshalb sie nicht immer infrage kommt.

Hormontherapie

Die Hormontherapie spielt nur bei Tumoren eine Rolle, die entweder mit einem verstärkten Wachstum auf Hormone reagieren (hormonempfindliche Tumoren: Prostatakrebs, Gebärmutterkörperkrebs und teilweise Brustkrebs) oder selbst Hormone produzieren (neuroendokrine Tumoren). Eingesetzt werden Wirkstoffe wie Tamoxifen, die die Bildung der Hormone unterdrücken oder ihre Wirkung bremsen.

Die Hormontherapie schließt sich meist an eine Operation an und wird mitunter nach oder gemeinsam mit einer Strahlen- und/oder Chemotherapie durchgeführt. Sie muss oft über lange Zeiträume oder als Dauertherapie erfolgen, um langfristig das Wachstum von Tumoren aufzuhalten bzw. Rückfälle zu verhindern. Mitunter werden auch verschiedene Wirkstoffe nacheinander eingesetzt, um die Effektivität der Behandlung zu steigern.

Zielgerichtete Therapien

Zielgerichtete Therapien sind darauf ausgerichtet, die Teilung und das Wachstum von Krebszellen zu verhindern. Als Angriffspunkte nutzen sie Eigenschaften von Krebszellen, die gesunde Zellen nur wenig oder gar nicht betreffen. Dadurch treten bei diesen Therapien deutlich weniger Nebenwirkungen auf. Zielgerichtete Therapien sind inzwischen für verschiedene Krebsarten zugelassen, wobei unterschiedliche Wirkprinzipien zur Anwendung kommen. Grundsätzlich können sie allerdings nur dann wirken, wenn die jeweilige Zielstruktur im Tumorgewebe auch tatsächlich vorhanden ist. Deshalb muss vor Beginn der Therapie durch umfangreiche Untersuchungen des Tumorgewebes festgestellt werden, ob eine solche Behandlung lohnen könnte oder nicht.

Weitere Krebstherapien

Weitere Verfahren, die zur unmittelbaren Bekämpfung der Tumorkrankheit angewendet werden, sind die Hyperthermie (Tumorverkleinerung durch Überhitzung), Immuntherapien zur Aktivierung von Immunzellen gegen Tumoren (z.B. Einsatz von Interferonen) und die Stammzelltransplantation (bei Leukämien und Lymphdrüsenkrebs).

Supportivtherapien – „Unterstützende Begleittherapien“

Neben den eigentlichen Krebstherapien spielen die sogenannten Supportivtherapien eine Rolle. Dabei handelt es sich um unterstützende Begleittherapien zur Linderung von Beschwerden, die infolge der Erkrankung oder der Krebstherapien auftreten. Hierzu gehören etwa die Schmerztherapie, die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, Fatigue (Erschöpfungssyndrom), Knochenmetastasen und Blutarmut, Psychotherapie bei Ängsten und Depression sowie eine spezielle Betreuung und Beratung hinsichtlich Ernährungsfragen.

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