Krebs

Der Lebensstil hat Einfluss auf das Krebsrisiko

Der Lebensstil hat entscheidenden Einfluss auf das Krebsrisiko. Neuere Untersuchungen bestätigen die Bedeutung körperlicher Aktivität, des Körpergewichts und der Ernährungsweise.

Paar ernährt sich gesund
Raucher, die viel Obst und Gemüse essen, senken ihr Lungenkrebsrisiko durch die Kost etwas.
©iStock.com/g_studio

Der Lebensstil beeinflusst das Krebsrisiko in entscheidendem Maße. Weltweit, so Schätzungen, machen sie bis zu drei Viertel des Krebsrisikos aus. Dabei haben die körperliche Aktivität, ein erhöhtes Körpergewicht und die Ernährung einen besonders hohen Anteil.

Übergewicht erhöht das Krebsrisiko

Zahlreiche neuere Studien belegen, dass Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) eindeutig zu einem erhöhten Krebsrisiko für verschiedene Krebsarten führen:

  •     Brustkrebs bei Frauen nach der Menopause
  •     Dickdarmkrebs
  •     Gebärmutterkörperkrebs
  •     Adenokarzinom der Speiseröhre
  •     Nierenzellkrebs

Bei weiteren Krebserkrankungen mehren sich die Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen schlechtem Lebensstil (insbesondere starkes Übergewicht) und dem Krebsrisiko oder einem ungünstigen Erkrankungsverlauf:

Die Berechnungsgrundlage für Übergewicht ist der sogenannte Körpermassenindex (Body Mass Index, BMI), der sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat ergibt. Laut Festlegung der Weltgesundheitsorganisation gelten ein BMI von 25 bis 29.9 kg/m2 als Übergewicht und ein BMI von 30 kg/m2 und höher als Fettleibigkeit.

Die Ursachen für den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs sind noch nicht eindeutig geklärt. Infrage kommen Veränderungen im Fett- und Zuckerstoffwechsel, der Einfluss verschiedener Hormone wie Insulin und Steroidhormone sowie Faktoren, die das Wachstum von Geweben beeinflussen wie der insulinähnliche Wachstumsfaktor (insulin-like growth factor 1) und Veränderungen in den Immunreaktionen.

Körperliche Bewegung senkt das Krebsrisiko

Verstärkte körperliche Aktivität etwa in Form von Sport steht nicht nur für einen gesunden Lebensstil, sondern senkt auch das Krebsrisiko. Dabei scheint nicht eine mit der Bewegung einhergehende Gewichtsreduktion der entscheidende Faktor zu sein. Allein die vermehrte körperliche Bewegung sorgt offenbar bereits für ein Absterben potenzieller Krebszellen und eine verstärkte Bildung sogenannter Tumorsuppressorgene, die das Wachstum von Krebszellen unterdrücken. Als besonders effektiv gelten Ausdauersportarten, die mit einem hohen Energieverbrauch einhergehen, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren, Tanzen oder Joggen.

Der Schutzeffekt steigt mit den Jahren, in denen die regelmäßigen sportlichen Aktivitäten erfolgen. Nachgewiesen wurde er für eine Reihe von Krebsarten, darunter Brust- und Dickdarmkrebs. Darüber hinaus zeigte sich, dass ein sportlicher Lebensstil nicht nur das Krebsrisiko senkt, sondern den Verlauf von Krebserkrankungen günstig beeinflussen und die Lebensqualität der Patienten verbessern kann. So sank in Untersuchungen bei Brustkrebspatientinnen die Rückfallquote, außerdem stiegen bei Patienten mit Brustkrebs, Prostatakrebs, Leukämien oder Krebserkrankungen des lymphatischen Systems (sogenannte Lymphome) die Fitness und Muskelkraft und reduzierten sich Fatiguebeschwerden (chronische Erschöpfung).

Auch die Ernährung hat Einfluss auf das Krebsrisiko

Zu einem gesunden Lebensstil gehört nicht nur Sport: Auch die Ernährungsweise beeinflusst unabhängig von ihrer Wirkung auf das Körpergewicht das Krebsrisiko. Studien wiesen beispielsweise nach, dass ein großer Anteil von Ballaststoffen, Fisch und Mineralien wie Kalzium in der täglichen Ernährung vor Darmkrebs schützt. Auch Flavonoide aus grünem Tee und Kamille wirken als Schutzfaktoren. Regelmäßiger Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch sowie hoher Alkoholkonsum hingegen sind offenbar mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden.

Für andere Krebsarten wurden solche Zusammenhänge ebenfalls beobachtet. Magenkrebs beispielsweise tritt bei einem hohen Anteil von Ballaststoffen sowie hohen Spiegeln an bestimmten Vitaminen im Blut seltener auf, häufiger hingegen bei regelmäßigem Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch. Bekannt ist auch, dass ein ungesunder Lebensstil mit häufigem Alkoholkonsum mit einem erhöhten Krebsrisiko für zum Beispiel Krebs der Mundhöhle, der Speiseröhre, des Kehlkopfes, des Magens, der Leber und der Brust einhergeht und bei vielen Krebsarten die Sterblichkeit im Falle einer Erkrankung erhöht. Hingegen kann ein hoher Anteil an Obst und Gemüse in der Nahrung bei Rauchern das ohnehin erhöhte Lungenkrebsrisiko etwas senken.

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