Bypass-Operation
Die Bypass-Operation ist eine lebenswichtige Operation zur Überbrückung eingeengter Blutgefäße, um die Versorgung von Organen und Geweben zu ermöglichen.
Überblick
Die Bypass-Operation ist eine Methode in der Gefäßchirurgie, um eingeengte Blutgefäße zu überbrücken und Durchblutungsstörungen in den Organen und Geweben zu beheben. Im Prinzip funktioniert die Methode wie eine Umgehungsstraße (engl. Bypass = Umgehung), die das Blut um verengte oder verschlossene Gefäße herumleitet. Häufig werden Bypass-Operationen zur Überbrückung von Engstellen in den Herzkranzgefäßen bei koronarer Herzkrankheit (KHK) eingesetzt, um die Blutversorgung des Herzens zu gewährleisten. Grundsätzlich können sie aber auch in anderen Körperregionen erfolgen, um verstopfte Gefäße zu umgehen und die Blutversorgung der Gewebe aufrechtzuerhalten.
Womit wird der Bypass gelegt?
Für die „Umgehung“ ist ein sogenanntes Spendergefäß nötig. Dies kann ein körpereigenes Gefäß oder eine Kunststoffprothese sein. Was infrage kommt, hängt auch vom Ort der Bypass-Operation ab. Für Bypass-Operationen des Herzens werden in der Regel Beinvenen des Patienten und Brustarterien verwendet, die wichtigste Rolle spielt die linke Brustwandarterie (A. mammaria-interna), aber auch Unterarmarterien kommen mitunter in Betracht. Ist brauchbares körpereigenes Material nicht in ausreichender Menge verfügbar, werden Alternativmaterialien (Kunststoffprothesen) eingesetzt. Die Zahl der anzulegenden Bypässe hängt von der Zahl der erkrankten Gefäße ab. Bei der koronaren Herzkrankheit („Gefäßverkalkung“) sind zumeist mehrere Gefäße gleichsam von lebensgefährlichen verengenden Ablagerungen betroffen. Dementsprechend werden bei einer Bypass-Operation des Herzens zumeist drei bis vier Bypässe gelegt.
Wie sind die Erfolgsaussichten?
Die Erfolgsquoten von Bypass-Operationen sind als hoch einzuschätzen. Im Falle der Bypass-Operationen des Herzens wird die Durchblutung des Herzmuskels Studienergebnissen zufolge in mehr als 90 Prozent der Fälle verbessert, ca. 65 Prozent der Patienten werden vollkommen beschwerdefrei, wobei der Erfolg zumeist langjährig anhält. Zudem profitieren Bypass-operierte-Patienten, verglichen mit nur medikamentös behandelten Patienten, von einer höheren Lebenserwartung. Die gilt besonders, wenn gleichzeitig mehrere oder große Gefäße des Herzens von Verengungen betroffen sind.
Nicht zuletzt aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrungen gilt die Bypass-Operation als sehr sicher. Dennoch sind Eingriffe am Herzen natürlich immer mit Risiken verbunden und bedürfen deshalb einer strengen Risiko-Nutzen-Abwägung durch den Arzt. Bypass-Operationen sind inzwischen die häufigsten Herzoperationen überhaupt und werden in vielen entsprechend spezialisierten Kliniken routinemäßig durchgeführt. Das Risiko, durch die Operation zu versterben, liegt bei etwa einem Prozent. Ohne Operation ist das Sterberisiko wesentlich höher.
Zahlen die Krankenkassen die Bypass-Operation?
Bypass-Operationen sind in bestimmten Fällen anderen Behandlungen überlegen. Sie helfen, Komplikationen zu vermeiden und Leben zu retten. Werden sie im Sinne der geltenden Behandlungsleitlinien eingesetzt, zahlen die öffentlichen Krankenkassen daher die Bypass-Operationen sowie allen notwendige Voruntersuchungen und Nachbehandlungen.
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