Diskusprolaps

Bandscheibenvorfall als Ursache für Rückenschmerzen

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Plötzliche, starke Rückenschmerzen können Folge eines Bandscheibenvorfalls sein.
(c) Ekaterina Solovieva

Schmerzhafter geht kaum etwas auf den Nerv: Beim Bandscheibenvorfall drückt der Knorpel direkt gegen die Schmerzleitung. Oft gibt es warnende Vorzeichen.

Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn Bandscheiben und ihr Kern nicht richtig zusammenwirken. Bandscheiben bestehen aus Faserknorpel und haben einen gallertartigen Kern. Sie federn die Belastung zwischen benachbarten Wirbelkörpern ab. Längsbänder, die die Wirbelsäule fest umspannen, halten sie im Zwischenwirbelraum. Schon ab dem dritten Lebensjahrzehnt treten jedoch erste Alterungserscheinungen an den Bandscheiben auf. Wie kommt es dazu und welche Möglichkeiten gibt es, einer Schädigung der Bandscheibe entgegen zu wirken?

Ursachen für den Bandscheibenvorfall

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Ursache für den Bandscheibenvorfall ist vermutlich die Tatsache, dass der Faserknorpel nur schlecht mit Nährstoffen versorgt ist. Im Laufe der Zeit verliert die Bandscheibe somit an Festigkeit. Unter plötzlichem Druck (bei ungünstigen Bewegungen) kann sie sich nach außen vorwölben und auf die in unmittelbarer Nähe liegende Nervenwurzel drücken. Dies führt zu den typischen Symptomen. Fast immer entsteht ein Bandscheibenvorfall an der unteren Lendenwirbelsäule, seltener ist die Halswirbelsäule betroffen.

Symptome beim Bandscheibenvorfall

Nicht immer treten die Beschwerden von einem Bandscheibenvorfall so plötzlich auf wie beim Hexenschuss. Mitunter entwickeln sie sich erst allmählich. Der Patient empfindet meist heftige Kreuzschmerzen schon bei leichten Bewegungen, kann sich nicht mehr bücken oder schmerzfrei sitzen und läuft in typischer Schonhaltung herum. Die Schmerzen können auf den unteren Rücken beschränkt bleiben (Lumbago) oder vom Rücken über das Gesäß bis hinab ins Bein ziehen (Ischialgie). Verschlimmerung beim Husten, Niesen oder Wasserlassen gilt als wichtiges Zeichen. Zusätzlich können Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen in den Beinen entstehen. In seltenen, sehr ernsten Fällen wird auch eine Störung der Blasenentleerung beobachtet.

Diagnose

Anhand des Beschwerdebildes, der körperlichen Untersuchung und der Reflexprüfung stellt der Arzt die Diagnose. Eventuell sind zusätzliche neurologische Untersuchungen notwendig. Sinnvolle Ergänzung ist ein Röntgenbild der Lendenwirbelsäule, um Fehlhaltungen oder knöcherne Veränderungen zu erkennen. Da die Bandscheibe aus weichem Knorpel besteht, lässt sie sich in der konventionellen Röntgenaufnahme nicht darstellen. Zur Sicherung der Diagnose sind eine Computertomographie oder Kernspintomographie nötig. Der Einsatz dieser modernen und teuren Aufnahmeverfahren ist jedoch nur erforderlich, sofern eine operative Therapie angezeigt ist.

Therapie nach einem Bandscheibenvorfall

Im Allgemeinen lässt sich ein Bandscheibenvorfall konservativ behandeln. Nur bei dauerhaften Beschwerden oder beginnenden Lähmungserscheinungen ist eine Operation indiziert.

Körperliche Schonung ist oberstes Gebot, bisweilen sind auch einige Tage Bettruhe erforderlich. Warme Heublumenbäder wirken schmerzlindernd und entspannen gleichzeitig die Muskulatur, denn die infolge der Schmerzen entstehende Muskelverkrampfung kann ihrerseits die Beschwerden verstärken. Auch ein Tee aus Teufelskrallenwurzel ist wirksam. Durch die Stufenlagerung mehrmals am Tag für etwa 30 Minuten wird vorübergehend der Druck auf die Bandscheibe genommen.

Bei stärkeren Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall helfen entzündungshemmende Medikamente (wie Diclofenac und Ibuprofen) oder Injektionen mit örtlichen Betäubungsmitteln an die Nervenwurzel. Weitere Alternativen bieten Reizstromtherapie und Akupunktur.

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Letzte Aktualisierung: 10. März 2012

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