Ansteckende Hautkrankheit

Warzen: Ursache und Behandlung von Dell- bis Feigwarzen

Mit Warzen sind gutartige Wucherungen der Haut gemeint. Häufig verwenden Ärzte auch den Begriff Verrucae, wenn von Warzen die Rede ist. Die Hautwucherungen betreffen sowohl Haut und Schleimhaut und können an vielen Körperstellen auftreten. Die Ursache von Warzen sind fast immer Humane Papillomviren, kurz HPV.

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Entsteht eine Warze an der Fußsohle, kann das beim Laufen Schmerzen verursachen. Die Keratolyse kann dann als Therapiemaßnahme zum Einsatz kommen.
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Warzen sind Hautwucherungen, die weit verbreitet sind. Besonders häufig trifft man sie an bestimmten Stellen wie den Händen oder Füßen an, grundsätzlich können sie aber auch an vielen anderen Körperregionen der Haut- beziehungsweise Schleimhaut in Erscheinung treten. Warzen sind ansteckend, da ihre Ursache fast immer eine Virusinfektion der Haut mit sogenannten humanen Papillomviren (HPV) ist. Es gibt etwa 100 verschiedene Typen, die zu dieser Virenfamilie zählen und entsprechend unterschiedliche Arten von Warzen hervorrufen können.

Warzen können in jedem Alter auftreten

Warzen stehen vielfach in Gruppen, können aber auch einzeln auftreten. Zu sehen sind sie entweder als kugelige Gebilde, die aus der Haut emporwuchern, manchmal sind sie aber auch flach und rund, mit einem weißlich verhornten Zentrum. Grundsätzlich können Warzen in jedem Lebensalter auftreten. Allerdings begünstigen bestimmte Faktoren wie Hauterkrankungen, etwa Neurodermitis oder das Atopische Ekzem oder ein schwaches Abwehrsystem die Entstehung von Warzen.

Meist gutartige Wucherungen

Normalerweise sind Warzen gutartig und harmlos und stören Betroffene eher aus kosmetischen Gründen. Bestimmte Erreger von Genitalwarzen bergen jedoch das Risiko bösartig zu entarten. Zu den Viren mit hohem Risiko zählen vor allem HPV 16 und 18. Eine Infektion mit diesen Viren steht bei Frauen in einem ursächlichen Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Folgende Arten von Warzen lassen sich unterscheiden:

  • Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares): Erreger sind humane Papillomaviren (HPV) vom Typ 1, 2, 3, 4 und 7.
  • Dellwarzen (Molluscum contagiosum): Die Ursache ist das Molluscum contagiosum Virus (MCV) aus der Familie der Pockenviren.
  • Fußsohlenwarzen (Verrucae plantares), darunter Dornwarzen und Mosaikwarzen
  • Flachwarzen (plane Warzen, Verrucae planae juveniles)
  • Feigwarzen (Genitalwarzen)
Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Warzen als Erhebungen auf der Haut: Die Symptome

Typische Warzen-Symptome sind meist Hautwucherungen, die kugelig und erhaben oder auch flach und rund sein können. Sie entstehen an den unterschiedlichsten Stellen der Haut beziehungsweise Schleimhaut. In der Regel bilden sie sich dort, wo die Warzen-Viren in die Haut eingedrungen sind.

In vielen Fällen rufen Warzen keine Beschwerden hervor, Betroffene empfinden sie jedoch manchmal als kosmetisches Problem. Einige Warzen können aber auch Symptome wie Juckreiz oder Schmerzen verursachen.

Folgende Typen gibt es:

Gemeine Warzen (Verrucae vulgares):

Sie zählen zu der häufigsten Warzen-Art. Typische Symptome sind halbkugelige Gebilde, die aus der Haut hervorstehen. Ihre Oberfläche ist meist stark verhornt und zerklüftet. Gemeine Warzen stehen manchmal in Gruppen, können aber auch als einzelne Hautwucherung vorkommen. Häufig findet man sie an den Fingern, den Nagelrändern oder an den Fußsohlen.

Fußsohlenwarzen (Verrucae plantares):

Es lassen sich zwei Formen der Fußsohlenwarzen unterscheiden:

Dellwarzen:

Dellwarzen kommen öfter bei Kindern vor. Häufig bilden sie sich im Gesicht, am Körperstamm sowie in Beugefalten, wie den Achselhöhlen. Dellwarzen sind hautfarbene, kugelig aus der Haut emporstehende Knötchen, die in der Mitte eine kleine weißliche Grube ("Delle") aufweisen. Aus diesem Zentrum lässt sich talgartiges Material herausdrücken.

Genitalwarzen (Feigwarzen, Kondylome):

Beim Mann kommen Genitalwarzen bevorzugt unter der Vorhaut beziehungsweise am Eichelrand vor, bei Frauen an den kleinen Schamlippen sowie an Muttermund und Gebärmutterhals. Bei beiden Geschlechtern können Feigwarzen auch in der Analregion auftreten. Meist wuchern Genitalwarzen als haut- oder schleimhautfarbene Gebilde blumenkohlartig aus dem betreffenden Hautbezirk. In Hautfalten sehen sie häufig seitlich abgeflacht aus. Meist bilden sich mehrere Genitalwarzen, die zunächst klein sind (wenige Millimeter Durchmesser). Sie können jedoch mitunter zu großen Gebilden heranwachsen.

Flachwarzen (Plane Warzen, Verrucae planae):

Typischerweise treten Flachwarzen im Gesicht, teilweise auch an Händen und Unterarmen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf. Sie sind – wie der Name schon sagt – flach und oft bräunlich pigmentiert. Meistens bilden sich mehrere Flachwarzen in dem betreffenden Hautbereich.

Ursachen: Virus als Auslöser

Die Ursache von Warzen sind Viren. Dabei lassen sich verschiedene Virentypen unterscheiden, die überwiegend zur Familie der sogenannten humanen Papillomviren (HPV) gehören. Die Virusinfektion kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen, zum Beispiel durch direkten Hautkontakt mit den Warzen, durch eine Schmierinfektion und durch Geschlechtsverkehr.

In der Regel erfolgt eine Übertragung der humanen Papillomaviren von Mensch zu Mensch. Eine Ausnahme sind Dellwarzen, deren Ursache das sogenannte Molluscum contagiosum Virus (MCV) ist, welches zur Familie der Pockenviren zählt.

Im Schwimmbad oder durch Händeschütteln: So steckt man sich an

Das Risiko einer Infektion besteht zum Beispiel bei unmittelbarem Hautkontakt, etwa beim Händeschütteln. Die Warzen-Viren können allerdings auch einige Zeit in der Umwelt überleben, sodass auch Gegenstände eine Infektionsquelle darstellen können. Vor allem in feucht-warmem Milieu finden die Erreger gute Überlebensbedingungen. Entsprechend häufig stecken sich Menschen mit HPV über Böden von Schwimmbädern und Saunen an.

Ein Übertragungsweg der Erreger von Genitalwarzen ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Eine Infektion mit einigen dieser HPV-Typen (Typ16 und18) ist mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs verbunden.

Natürlicher Hautschutz kann geschwächt sein und Warzen begünstigen

Normalerweise verfügt die Haut über einen gewissen Schutz vor Erregern wie Viren, Bakterien oder Pilzen. Dieser natürliche Hautschutz kann aber vorübergehend geschwächt sein, zum Beispiel, wenn die Haut durch Feuchtigkeit aufgeweicht ist, etwa durch starkes Schwitzen in wenig atmungsaktiver Kleidung und Schuhen. Auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis machen die Haut anfälliger für Infektionen. An trockenen, rissigen oder entzündeten Hautstellen haben die Warzenerreger leichtes Spiel. Begünstigend wirkt sich auch eine schlechte Hautdurchblutung aus. Ursache hierfür kann zum Beispiel ein Diabetes mellitus oder auch Rauchen sein.

Ob sich nach einem Kontakt mit den entsprechenden Erregern tatsächlich auch Warzen bilden, hängt auch vom der individuellen Situation des Immunsystems ab. So können etwa bestimmte Medikamente oder Infektionen, beispielsweise mit HIV, die Abwehrkräfte schwächen und so eine Ansteckung mit Krankheitserregern begünstigen. Auch bei Kindern oder älteren Menschen reichen die Abwehrkräfte manchmal nicht aus, um eine Infektion mit Warzen-Viren abzuwenden.

Diagnose bei Warzen

Bei Warzen stellt der Arzt die Diagnose meist anhand ihres typischen Aussehens. Auch wenn die meisten Warzen-Arten harmlos sind, ist eine Diagnose durch den Arzt wichtig, denn manchmal lassen sich die gutartigen Hautwucherungen nur schwer von Hautkrebs unterscheiden.

Viele Warzen sehen so typisch aus, dass der Arzt die Diagnose schon auf den ersten Blick stellen kann. In der Regel erkennt der Hautarzt die Hautgebilde, bei Genitalwarzen stellt vielfach auch der Gynäkologe die Diagnose. Da es für den Laien recht schwierig ist Warzen von anderen, eventuell bösartigen Hautveränderungen (wie Hautkrebs) zu unterscheiden, ist in jedem Fall ein Arztbesuch ratsam.

Warze oder Hautkrebs?

  • zum Lexikon

    Im Lifeline-Lexikon sind Diagnosen von A wie Angiographie bis Z wie Zystoskopie ausführlich und auch für medizinische Laien verständlich beschrieben.

Dieser stellt zunächst in einem Vorgespräch verschiedene Fragen, etwa seit wann die Hautveränderung aufgefallen ist und welche Beschwerden sie hervorruft. Mithilfe eines Auflichtmikroskops (Dermatoskop) kann er in der anschließenden Untersuchung die Hautwucherung vergrößert betrachten. In vielen Fällen reicht diese Untersuchung aus, um bei Warzen die richtige Diagnose zu stellen. Lässt sich die Hautwucherung nicht hundertprozentig zuordnen, entnimmt der Mediziner unter Umständen auch eine Gewebeprobe (Biopsie) der betroffenen Stelle. Unter dem Mikroskop lässt sich die Beschaffenheit der Hautveränderung genau beurteilen und sicher von Hautkrebs abgrenzen.

Diagnose von Genitalwarzen: Abstrich notwendig

Unklare Veränderungen an Schamlippen, Muttermund oder Gebärmutterhals betupft der Gynäkologe mit Essigsäure. Im Fall von Genitalwarzen färbt sich die betupfte Hautstelle weiß. Bestimmte Erreger von Genitalwarzen – vor allem die humanen Papillomviren Typ 16 und 18 – stehen in einem Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Um diese Viren nachzuweisen, benötigt der Frauenarzt Schleimhautzellen, die er mithilfe eines Abstrichs aus dem Gebärmutterhals gewinnt. HPV 16 und 18 können je nach Ansteckungsweg ebenso andere Körperstellen, zum Beispiel die Analregion sowie die Schleimhaut von Rachen oder Kehlkopf beider Geschlechter betreffen. Auch an diesen Stellen steigern sie das Risiko für bösartige Tumore.

Vereisen bis operieren: Therapie bei Warzen

Bei Warzen richtet sich die Therapie nach Warzentyp, Größe und Anzahl der Warzen sowie der betroffenen Hautstelle. In manchen Fällen können Betroffene die Behandlung selbst durchführen, andere Warzen-Typen kann nur der Arzt entfernen.

Viele Warzen sind harmlos und können nach einiger Zeit auch wieder von alleine verschwinden. Dennoch ist die Behandlung von Warzen sinnvoll, nicht zuletzt weil sie ansteckend sind. Zudem stören viele Menschen Warzen aus kosmetischen Gründen. Je nach Lokalisation (etwa der Fußsohle) rufen sie mitunter Schmerzen hervor. Manche Formen erhöhen das Risiko für bestimmte Krebsarten und erfordern daher eine Behandlung.

Bei Warzen gibt es folgende Möglichkeiten der Therapie:

Kryotherapie (Vereisung):

Der Arzt vereist die Warze durch flüssigen Stickstoff, den er über ein Spray oder mithilfe eines Tupfers auf die Warze aufbringt. Meist erfolgen mehrere Behandlungsintervalle.

Operation:

Unter örtlicher Betäubung kann der Arzt vor allem einzelne, spitze oder gestielte Warzen chirurgisch entfernen.

Keratolyse:

Dabei lösen spezielle Substanzen wie Salizylsäure die oberste Hornschicht der Haut. Zur Keratolyse stehen zum Beispiel salizylsäurehaltige Pflaster oder Lösungen zum Auftragen zur Verfügung. Anschließend trägt der Arzt mit dem Skalpell oder einem Hornhauthobel die aufgeweichte Hornschicht ab.

Medikamente gegen Warzen:

Zur Warzen-Therapie stehen Medikamente zu Verfügung, die die Zellteilung hemmen (Zytostatika), wie 5-Fluorouracil. Der Wirkstoff kommt auch in der Krebstherapie zum Einsatz. Gegen Warzen verschreiben Ärzte wirkstoffhaltige Cremes oder Lösungen, die nur örtlich und nicht im gesamten Körper wirken.

Ob nach dem Kontakt zu Warzen-Viren tatsächlich Warzen entstehen oder nicht, hängt auch sehr von der Situation des Immunsystems ab. Daher besteht ein weiterer Behandlungsansatz bei Warzen darin, dass Abwehrsystem mithilfe von Medikamenten zu stimulieren. In Deutschland ist zur Therapie von Genitalwarzen der Wirkstoff Imiquimod zugelassen. Das Mittel ist als Creme zum Auftragen auf die betroffenen Stellen verfügbar.

Hausmittel gegen Warzen

Die Schulmedizin sieht zwar keinen Sinn darin, Warzen mit Hausmitteln zu bekämpfen, dennoch gibt es einige Verfechter von Anwendungen mit Zitrone oder Essig. Eine Auswahl verschiedener Rezepte:

  • Reiben Sie die Warze täglich drei- bis viermal mit einem Stück frischer Zitrone ein und lassen Sie den sauren Saft der Zitrone anschließend darauf trocknen.
  • Fertigen Sie ein Gemisch aus Essig und Salz an und träufeln Sie es mehrmals täglich auf die Warze.
  • Befeuchten Sie die Warze mit der gepressten Milch aus Löwenzahn.
  • Befestigen Sie eine dünne Scheibe Knoblauch mit einem Pflaster auf der Warze.
  • Ein Stück Zwiebel mit einem Pflaster auf der Warze befestigt, soll ebenfalls gegen Warzen helfen.
  • Eigenurin: Kleben Sie einen mit Ihrem eigenen Urin getränkten Wattebausch mit einem Pflaster auf die Warze.

Verlauf meist unbedenklich

In vielen Fällen ist der Verlauf bei Warzen gut, denn meist sind die Hautwucherungen lästig aber harmlos. Mitunter kann die Behandlung aber auch langwierig sein, manche Warzen können erneut auftreten. Da einige Warzen-Typen das Risiko bestimmter Krebsarten steigern, sind hier regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich.

Eine allgemeine Aussage über den Verlauf bei Warzen zu machen ist schwierig und hängt von der Art der Warzen, dem verursachenden Virus sowie von der individuellen Situation des Immunsystems ab. In vielen Fällen sind Warzen jedoch harmlos und verschwinden manchmal auch von alleine. In der Regel lassen sich einzelne Warzen gut entfernen, bei Hautarealen die mit zahlreichen Warzen bedeckt sind kann die Therapie unter Umständen auch aufwändiger sein.

Sonderstellung: Genitalwarzen

Die Infektion mit bestimmten Erregern, HPV-16 und 18, steigern das Risiko für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Weist der Frauenarzt diese Viren nach, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen sinnvoll. So kann er mögliche Schleimhautveränderungen frühzeitig erkennen und gegebenenfalls entfernen, bevor Krebszellen entstehen.

Kann man Warzen vorbeugen?

Nicht allen Arten von Warzen können Sie vorbeugen. Aber bestimmte Hygienemaßnahmen helfen, sich vor den unliebsamen Hautwucherungen zu schützen. Gegen bestimmte Erreger der Feigwarzen stehen Impfstoffe zur Verfügung.

Doch es gilt: Es gibt kein Verfahren, das sicher vor dem Befall mit Warzen schützt.

Möglicherweise kann das Risiko für Fußsohlenwarzen verringert werden, wenn man Barfußgehen in öffentlichen Schwimmbädern und Turnhallen vermeidet. Dies kann man durch das Tragen von Bade- oder Turnschuhen leicht erreichen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 27. Februar 2017
Quellen: Plewig, G. et al.: Braun-Falco´s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer Verlag, Berlin 2012/ Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage, Berlin 2013 / Sitzmann, F.C., Meyer, S., Gortner, L.: Pädiatrie. Thieme Verlag, Stuttgart 2012/ von Stebut, E. et al.: Facharztprüfung Dermatologie und Venerologie. Thieme Verlag, Stuttgart 2014; Glaser, H.: Alte und neue Hausmittel zur äußeren Anwendung. Gesundheitspflege initiativ, gemeinnützige Bildungsgesellschaft mbH Esslingen, Esslingen 2008; Hoek, T., Suda, D.: Sichere Hausmittel für mein Kind. Springer Verlag, Heidelberg 2002

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