Hautkrankheiten

Dornwarzen

Verrucae Plantares/Plantarwarzen: Symptome, Therapie und Vorbeugung

Unter Dornwarzen ist eine Warzenform zu verstehen, die im Gegensatz zu gewöhnlichen Warzen dornartig in die Tiefe wächst. An der Hautoberfläche zeigt sie sich als flache, rundliche Hautwucherung, die meist durch eine Schicht Hornhaut bedeckt ist und grau-gelblich gefärbt ist. Bei genauem Hinsehen sind oft winzige schwarze Punkte in der Warze erkennbar, die von kleinen Einblutungen herrühren.

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Nach der Vereisung einer Dornwarze kommt es zur Blasenbildung, das Warzengewebe stirbt ab.
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Wie andere Warzenarten sind Dornwarzen eher harmlos. Sie treten bevorzugt an den Fußsohlen auf, weshalb sie auch als Fußsohlen- oder Plantarwarzen  bezeichnet werden. Der Begriff "Plantar" leitet sich aus "planta" ab, dem lateinischen Wort für Fußsohle, und bedeutet so viel wie „die Fußsohle betreffend“.

Dornwarzen: Die besten Hausmittel und Tipps

Eine weitere Form der Plantarwarzen sind sogenannte Mosaikwarzen, die im Gegensatz zu den Dornwarzen flach sind und nicht in die Tiefe reichen. Sie verursachen daher meist keine Schmerzen, können aber in großer Zahl auftreten und beetartig die Fußsohle überziehen.

Dornwarzen können stechende Schmerzen verursachen

Eine Dornwarze muss neben der punktuellen Hautverdickung nicht von weiteren Symptomen begleitet sein. Da sie aber bevorzugt an Stellen der Fußsohle auftritt, die einer hohen Druckbelastung ausgesetzt sind, zum Beispiel Ferse oder Fußballen, können zu den Symptomen der Dornwarze auch starke, stechende Schmerzen beim Gehen gehören. Dazu kann es kommen, wenn die Ausläufer der Dornwarze an die Enden von Nerven heranreichen. Das hat der Dornwarze auch die Bezeichnung Stechwarze eingebracht.

Hinter Dornwarzen stecken Humane Papillomaviren (HPV)

Ursache für Dornwarzen ist wie bei fast allen anderen Warzenarten – mit Ausnahme der Dellwarzen, die durch Pockenviren hervorgerufen werden –  eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV). Rund 100 verschieden HPV-Typen sind bekannt, von denen einige, sogenannte Hochrisikotypen, auch Krebserkrankungen auslösen können. So gelten beispielsweise die HPV-Hochrisikotypen 16 und 18 als Hauptursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Dagegen handelt es sich bei den HP-Viren, die  Warzen hervorrufen können, um Niedrigrisikotypen, die in der Regel nicht mit Tumorbildungen in Zusammenhang gebracht werden. Meist sind dies die HPV-Typen 1, 2, 4, 60 und 63. 

Vorsicht, Dornwarzen sind ansteckend!

Da sie durch Viren hervorgerufen werden, sind Dornwarzen ansteckend. Die Viren können über feine, mit dem bloßen Auge kaum sichtbare Verletzungen oder Risse in die Haut eindringen. Auch bei aufgeweichter Haut, beispielsweise nach einem Schwimmbadbesuch oder ausführlichen Bad, haben die Erreger leichtes Spiel. Eine warme, feuchte Umgebung kommt den Viren zugute. Öffentliche Schwimmbäder und Saunen sind daher ideale Verbreitungsorte.

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In die Haut eingedrungen können HP-Viren die typischen Hautwucherungen verursachen – eine Warze bildet sich. Bis dies eintritt, vergehen nach der Infektion oft Wochen oder Monate. Der Grund, warum die Hautwucherungen bei Dornwarzen nach innen und nicht wie bei anderen Warzenarten nach außen wachsen, liegt darin, dass sie an den Fußsohlen einer hohen Druckbelastung ausgesetzt sind. So bildet sich ein Hornkegel, der tief in die Haut wächst und starke Schmerzen verursachen kann.

Bei Dornwarzen genügt meist eine Blickdiagnose

Zur Diagnose einer Dornwarze genügt dem erfahrenen Haus- oder Hautarzt in der Regel ein Blick auf das äußere, charakteristische Erscheinungsbild. Die Betrachtung unter einem Dermatoskop oder Auflichtmikroskop, wie es auch zur Früherkennung von Hautkrebs verwendet wird, kann die Diagnose absichern. Diese Technik ermöglicht es dem Arzt, die Warze und die umgebende Haut bis in tiefere Schichten zu betrachten.

Wächst die Warze besonders schnell, kann eine Biopsie (Gewebsprobe) zur Untersuchung entnommen werden. Dazu rät der Arzt vor allem Menschen mit  geschwächtem Immunsystem, um eine bösartige Hauterkrankung auszuschließen.

Spontanheilung: Viruswarzen verschwinden oft von selbst

Eine Therapie der Dornwarzen ist nicht immer notwendig. Solange die Warze keine Beschwerden verursacht, kann erst einmal abgewartet werden: Etwa 60 Prozent aller Viruswarzen bilden sich innerhalb von zwei Jahren nach ihrem Auftreten von alleine wieder zurück. Das erklärt möglicherweise, dass gerade  zur Warzenbehandlung viele, teils kuriose Hausmittel kursieren.

So schwören manche darauf, eine Nachtschnecke über die Warze kriechen zu lassen, am besten immer wieder und möglichst bei Vollmond. Das Einreiben mit Knoblauch, Zwiebelsaft, Bananenschale oder Urin sind weitere bekannte Hausmittel, für deren Wirksamkeit es aber keine Belege gibt.

Thuja-Extrakt: Mit Homöopathie gegen Dornwarzen

Anders für die Behandlung mit Tinkturen aus Thuja-Extrakten, die bis zum Abheilen der Warze mehrmals täglich aufgetragen werden und in der homöopathischen Behandlung von Dornwarzen eingesetzt werden: Hier konnte in einer Studie eine Wirksamkeit gegen Warzen nachgewiesen werden, die darauf beruht, dass Inhaltsstoffe der Pflanzenextrakte die Produktion von Entzündungsmediatoren in den Hautzellen auslösen. Darunter sind körpereigene Stoffe zu verstehen, die Entzündungsreaktionen auslösen und aufrechterhalten und dadurch das Immunsystem stimulieren. So kann Thuja-Extrakt Dornwarzen abklingen lassen.

Dornwarzen abkleben oder mit Teebaumöl betupfen?

Einen Versuch wert ist das Abkleben der Dornwarze mit einem handelsüblichen, durchsichtigen Klebeband. In einer 2002 veröffentlichten Studie konnte nach zwei Monaten bei einem Großteil der Teilnehmer eine Rückbildung der Warze beobachtet werden, auch wenn Folgeuntersuchungen die Wirksamkeit dieses Hausmittels nicht bestätigen konnten.

Erfolgsmeldungen gibt es auch für die Behandlung von Dornwarzen mit Teebaumöl. Dazu wird das nachweislich antimikrobiell wirkende Hausmittel ein bis dreimal täglich auf die Warze aufgetragen. Problematisch dabei ist jedoch, dass das Teebaumöl Kontaktekzeme hervorrufen kann.

Dermatologen raten daher von der Warzenbehandlung mit Teebaumöl ab. Zudem wirkt das beliebte Hausmittel zwar antibakteriell, Warzen jedoch werden von Viren hervorgerufen. Diese sind per Definition bereits tot und deshalb schwerer zu bekämpfen als Bakterien.

Rituale sollen Dornwarzen vertreiben

Überliefert ist zudem eine Vielzahl von Ritualen, die Warzen zum Verschwinden bringen sollen. Sie bestehen oft darin, die Krankheit –  in diesem Fall die Warzen – auf einen Gegenstand zu übertragen. In Europa war früher beispielsweise das Knotenbinden zur Warzentherapie verbreitet: Wer Warzen hat, so die Empfehlung, solle in einen Bindfaden so viele Knoten binden, wie er Warzen hat, und diesen dann unter der Dachraufe vergraben. Ist der Faden mitsamt den Knoten verrottet, verschwinden auch die Warzen, besagte der Volksglaube. Auch das Besprechen von Warzen wurde und wird noch immer praktiziert mit Sprüchen wie "Warzen, ihr seid Dreck, drum geht doch einfach weg".

Suggestiv-Methoden gegen Warzen wirken gut bei Kindern

Dass solche Methoden funktionieren können, wird dem Placebo-Effekt zugeschrieben, zu dem es wissenschaftliche Untersuchungen gibt: Der feste Glaube daran, dass ein Medikament oder eine Methode hilft, setzt im Körper Selbstheilungsprozesse in Gang. So geht man davon aus, dass sich das Immunsystem über die Psyche beeinflussen lässt. Kinder gelten als besonders empfänglich gegenüber derartigen Suggestiv-Methoden, aber auch Erwachsene reagieren zum Teil darauf.

Wer sich bei der Dornwarzen-Behandlung lieber auf moderne schulmedizinische Methoden verlassen will, hat auch hier verschiedene Verfahren zur Auswahl. In der Apotheke gibt es säurehaltige Pflaster und Tinkturen, mit denen man Warzen, auch einer Dornwarze, zu Leibe rücken kann. Häufig wird Salizylsäure eingesetzt, aber auch andere Säuren wie Trichloressig- oder Milchsäure kommen infrage. Meist enthalten die Präparate zusätzlich virushemmende Wirkstoffe (Virostatika), die das Wachstum der Warze bremsen. Sie sind allerdings verschreibungspflichtig, müssen also von einem Arzt verordnet werden.

Keratolyse: Warzenpflaster oder Tinkturen gegen Dornwarzen

Bei säurehaltigen Pflastern muss man darauf achten, dass sie gut befestigt sind – denn sie sollen einige Tage auf der Warze verbleiben. Tinkturen werden mehrmals täglich (zwei bis viermal) aufgetragen. Oft hinterlassen die Lösungen einen dünnen, lackartigen Film auf der Warze, der vor dem erneuten Auftragen der Tinktur abgezogen beziehungsweise vorsichtig abgerubbelt werden sollte.

Etwa alle drei Tage wird nun die obere, durch die Säure aufgeweichte, weißliche Hornschicht der Warze vorsichtig abgetragen. Das kann man auch selbst mithilfe einer Feile oder eines in Drogerien erhältlichen Hornhauthobels tun. Am besten geht das, wenn die Warze zuvor in warmem Wasser zusätzlich aufgeweicht wurde. Das Abtragen der aufgeweichten Hornschicht kann aber auch dem Arzt überlassen werden. Diabetiker mit Empfindungsstörungen an den Füßen sollten das Abtragen der aufgeweichten Dornwarzen-Hornhaut keinesfalls selbst in die Hand nehmen.

Für dieses  Verfahren, das als Keratolyse bezeichnet wird, braucht der Patient Geduld und Durchhaltevermögen: Bis die Dornwarze auf diese Weise ganz verschwunden ist, können sechs bis zwölf Wochen vergehen, auch wenn meist schon nach dem ersten Abtragen der Hornschicht eine Schmerzlinderung eintritt.

Kryotherapie – Vereisen von Dornwarzen

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Alternativ dazu oder wenn die Keratolyse keine ausreichende Wirkung zeigt, kann eine Dornwarze auch mit Kälte behandelt werden, der sogenannten Kryotherapie. Dabei trägt der Arzt flüssigen Stickstoff auf die Dornwarze auf. Dieses Vereisen hat zur Folge, dass das Warzengewebe abstirbt und sich unter der Warze eine Blase bildet, wodurch die Warze angehoben wird und schließlich abfällt. Während bei gewöhnlichen Warzen meist eine Anwendung genügt, sind bei der in die Tiefe wachsenden Dornwarze bis zu vier Behandlungen nötig, die im Abstand von etwa zwei Wochen erfolgen sollten.

Vereisungssprays zur Selbstanwendung gibt es auch frei verkäuflich in Apotheken. Bei der Anwendung sind die Anweisungen auf der Packungsbeilage sehr genau zu befolgen, da Anwendungsfehler Narben und schlimmstenfalls Nervenschädigungen zur Folge haben können.  

Dornwarzen wegätzen und operativ entfernen

Eine weitere Behandlungsoption ist das Verätzen der Dornwarze beispielsweise mit Monochloressigsäure oder Silbernitrat. Die Säure wird aufgetupft oder mit einem Stift aufgetragen. Aufgrund der starken Wirkung kann es allerdings zu Verätzungen von umliegendem, gesundem Hautgewebe und dadurch zu Schmerzen kommen.

Schließlich gibt es auch noch die Option, eine hartnäckige und schmerzende Dornwarze unter lokaler Betäubung operativ mit dem Skalpell oder einem scharfen Löffel zu entfernen. Allerdings hinterlässt das Herausschneiden einer tief in den Fuß gewachsenen Dornwarze eine schmerzhafte Wunde, die einige Zeit zum Abheilen braucht. Zudem entstehen in der Umgebung oft neue Plantarwarzen.

Laser gegen Warzen: Verschiedene Verfahren im Überblick

Eine Alternative zum Herausschneiden ist das Lasern der Warzen. Dazu gibt es verschiedene Verfahren. Bei der Behandlung mit dem CO- Laser wird die Warze mithilfe eines Laserstrahls ebenfalls herausgeschnitten. Auch dieses Verfahren macht eine lokale Anästhesie erforderlich und hinterlässt schmerzende Wunden. Zudem sind gerade bei tief wurzelnden Dornwarzen mehrere Sitzungen nötig.

Im Gegensatz dazu zielt die Behandlung mit dem Farbstofflaser darauf ab, die kleinen Blutgefäße, welche die Warze versorgen, zu verschließen und die Dornwarze so "auszuhungern". Dazu sind mehrere Behandlungen im Abstand von jeweils einem Monat notwendig. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass dabei keine offene Wunde entsteht und die Warze in der Regel narbenfrei abheilt. Allerdings reicht die Eindringtiefe des Farbstofflasers nicht für tiefe Dornwarzen aus und die Behandlung selbst wird von Patienten als schmerzhaft beschrieben.  

Wie erfolgreich die Behandlung einer Dornwarze verläuft, lässt sich nicht vorhersagen. Keine der nicht-operativen Behandlungsmethoden ist zu 100 Prozent erfolgreich. Oft ist die Warzen-Therapie sehr langwierig. Die Behandlung wird auch dadurch erschwert, dass nach erfolgreicher Beseitigung einer Plantarwarze oft neue entstehen.

So können Sie Dornwarzen vorbeugen

Besser also, den auslösenden HP-Viren erst  gar nicht die Chance zu geben, eine Dornwarze zu verursachen. Dem Entstehen einer Dornwarze können Sie durch ein paar einfache Regeln vorbeugen. Dazu gehört vor allem, in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen oder Umkleidekabinen Badeschlappen zu tragen. Denn in der feucht-warmen Umgebung können HP-Viren lange außerhalb des Körpers überleben. Direkter Hautkontakt mit einer Dornwarze ist also nicht nötig, um sich anzustecken. Besonders bei feuchter, aufgeweichter Haut können die Viren über winzige Hautrisse eindringen und zum Beispiel die Fußsohle infizieren.

Zur Vorbeugung gegen Warzen tragen deshalb leichte, luftdurchlässige Schuhe und sorgfältiges Abtrocknen der Füße nach dem Baden oder Duschen bei. Ein intaktes Immunsystem kann selbst bei Kontakt mit HP-Viren verhindern, dass eine Dornwarze wächst. Mit einer gesunden Ernährung, ausreichend Bewegung und der Vermeidung von Stress können Sie Ihr Immunsystem stark machen.

Wie man eine Ansteckung mit Dornwarzen verhindert

Hat sich eine Dornwarze gebildet, ist es wichtig, der Entstehung neuer Warzen am Fuß oder anderen Körperregionen vorzubeugen. Hygienemaßnahmen sind dabei entscheidend. Dazu gehört, nach der Warzenbehandlung die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Handtücher und andere Textilien,  die mit der Warze in Berührung gekommen sind wie beispielsweise Socken, sollten bei 60 Grad gewaschen werden – das macht die Viren unschädlich.

Schützen Sie andere vor einer Ansteckung mit Fußwarzen, wenn Sie selbst betroffen sind. Nutzen Sie beispielsweise keine gemeinsamen Handtücher oder Waschlappen und laufen Sie zu Hause oder in öffentlichen Einrichtungen nicht barfuß, um die Dornwarzen-Viren nicht weiter zu verbreiten.

Klebeband und Co.: 18 verblüffende Hausmittel!

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Mai 2015
Quellen: Wolfram Sterry, Kurzlehrbuch Dermatologie, Georg-Thieme-Verlag 2011; http://www.arznei-telegramm.de/html/1999_02/9902024_01.html Markus Streit, Warzen - Klinische Bilder und Therapie (Teil II), Schweiz Med Forum 2014;14(36):659–669 Professor Dr. Henning Hamm, Viruswarzen - Kein Hexenwerk, Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 15/2010 Dr. Anja Baumwarth, Vulgäre Warzen richtig behandeln!, Medical Tribune vom 09.07.2012 Ernst-Albert Meyer, "Historisches - Warzen besprechen oder Bestreichen", in pta forum online, Ausgabe 6/2013

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