Akut oder chronisch

Sinusitis: Nasennebenhöhlenentzünzung erkennen und behandeln

Mit dem Fachbegriff Sinusitis beschreiben Mediziner eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die häufig Folge einer Erkältung ist. Sie betrifft überwiegend Erwachsene, weil sich bei Kindern das System der Nasennebenhöhlen noch in der Entwicklung befindet.

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Die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist oft Folge einer Erkältung.
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Die Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, zu denen unter anderen Stirnhöhlen und die Kieferhöhle gehören. Die Sinusitis geht in den meisten Fällen (etwa 70 Prozent) auf das Konto von Viren. Wenn die Schmerzen und das eitrige Nasensekret nur auf einer Seite auftreten, spricht das jedoch für Bakterien als Auslöser. Meist dauert die Sinusitis dann länger als sieben Tage. Wenn sämtliche Nebenhöhlen inklusive Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen von der Entzündung betroffen sind, sprechen Mediziner von einer Pansinusitis (griechisch pan: ganz).

Chronische Sinusitis plagt mehrere Monate lang

Generell kann die Nasennebenhöhlenentzündung akut oder chronisch verlaufen. Die akute, in der Regel unkomplizierte Sinusitis entwickelt sich meist aus einem Erkältungsschnupfen (Rhinitis). Wird sie verschleppt, also nicht vollständig ausgeheilt, kann eine chronische Sinusitis entstehen, die dann mehrere Monate bestehen bleibt.

Die Sinusitis ist eine sehr häufige Erkrankung, etwa jeder siebte erwachsene Deutsche bekommt einmal im Jahr eine Nasennebenhöhlenentzündung. Kinder sind nur selten betroffen. Neben Viren und Bakterien kommen Allergien wie Heuschnupfen, aber auch Nasenpolypen als Auslöser der Sinusitis in Frage.

Sinusitis-Symptome: Woran Sie die Entzündung erkennen

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Typisches Symptom der Sinusitis: Druckschmerz an der Stirn und neben der Nase.
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Eine akute Sinusitis kann in einer einzelnen, aber auch in allen Nasennebenhöhlen gleichzeitig auftreten. Besonders belastendes Symptom ist gerade nachts die verstopfte Nase, welche zu Schnarchen und einem trockenen Mund führt.

Das Hauptsymptom der Sinusitis ist ein Druckschmerz im Bereich der betroffenen Nasennebenhöhle(n), der sich beim Bücken oder heftigem Auftreten mit den Füßen verstärkt. Wenn das Nasensekret gelb-grünlich verfärbt ist, weist das auf eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung hin. Patienten mit Sinusitis leiden außerdem an einem beeinträchtigten Allgemeinbefinden, manchmal ist ihre Körpertemperatur erhöht.

Symptome der akuten Sinusitis im Überblick:

  • Schnupfen mit grün-gelblich verfärbtem, eher dickflüssigem Nasensekret

  • Schmerzen in Bereich von Vorderkopf und Gesicht, die beim Bücken stärker werden

  • eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn

  • Druckschmerz im Bereich der Nasennebenhöhlen

  • pfeifendes Geräusch beim Ausatmen

  • Fieber

  • Abgeschlagenheit, geringere Leistungsfähigkeit

  • bisweilen nach außen hin sichtbare Schwellung im Gesicht

Sinusitis: Wann muss ich zum Arzt?

Bei hohem Fieber (über 39 °C) und starkem Krankheitsgefühl sollten Patienten mit Sinusitis zum Arzt gehen. Außerdem ist ein Arztbesuch angesagt, wenn sich die Entzündung der Nasennebenhöhlen nach maximal einer Woche trotz geeigneter Behandlung nicht bessert oder sogar weiter verschlimmert, sowie wenn die Sinusitis mehrmals im Jahr auftritt oder schon chronisch geworden ist.

Sinusitis-Ursachen: Welche Auslöser dahinterstecken

Schuld an der Entstehung einer Sinusitis ist meist eine Erkältung, die sich in die Nasennebenhöhlen ausbreitet. Eine akute Sinusitis entsteht, wenn Erkältungsviren von der Schleimhaut der Nase auf die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen gelangen. In der Folge kommt es dort zu Entzündungen, die zu Schwellungen und zur vermehrten Produktion von Sekret führen. Gleichzeitig schwellen die Ostien (Verbindungen zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen) zu, wodurch das Sekret aus den Nebenhöhlen nicht mehr abfließen kann.

Ursache ständiger Sinusitis ist oft eine verschleppte akute Entzündung

Gestautes Sekret führt in den Nebenhöhlen zu Druck und ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die sich darin rasch vermehren können (bakterielle Superinfektion). Die chronische Sinusitis entsteht meist als Folge einer nicht ausgeheilten akuten Sinusitis oder eines allergischen Schnupfens und erfordert einen Arztbesuch.

Nasenpolypen können chronische Sinusitis auslösen

Zu den weiteren Auslösern einer Sinusitis gehören Allergien, die zu allergischem Schnupfen führen, sowie Nasenpolypen, welche die Abflusswege für das Sekret in der Nase verengen. Mediziner sprechen dann von einer polypösen Sinusitis.

Sinusitis-Therapie: So wird die Nasennebenhöhlenentzündung behandelt

Zur Therapie der Sinusitis eignen sich örtliche Wärmeanwendungen, beispielsweise das Bestrahlen des Gesichtes mit einer Rotlichtlampe. Sie fördern das Abheilen der Entzündung in den Nasennebenhöhlen und beugen so chronischer Sinusitis vor.

Geeignet zur Behandlung einer Sinusitis sind außerdem Dampfinhalationen mit Zusätzen von ätherischen Ölen oder Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung (neun Gramm Salz auf einen Liter Wasser). Sie befreien die Atmung und helfen, zähflüssiges Sekret zu lösen. Viel trinken hilft ebenfalls beim Lösen von zähflüssigem Sekret.

Rezeptfreie Medikamente gegen Sinusitis

Die Nasenatmung lässt sich durch schleimhautabschwellende Nasentropfen oder -sprays lindern. Diese tragen auch dazu bei, dass die Ostien wieder frei werden und das Sekret abfließen kann. Abschwellende Nasensprays sollten jedoch nicht zu lange angewandt werden – sonst setzt ein Gewöhnungseffekt ein und die Medikamente verlieren ihre Wirkung.

Der Sekretabfluss wird durch die Einnahme schleimlösender Wirkstoffe unterstützt. Pflanzliche Schleimlöser lindern außerdem die Entzündungen der Schleimhäute und dadurch auch deren Schwellungen.

Therapie der Sinusitis: meist pflanzlich, selten Antibiotika

Auch der Arzt wird versuchen, die Sinusitis mit pflanzlichen Medikamenten und abschwellenden Nasentropfen und -sprays in den Griff zu bekommen. Manchmal muss er jedoch ein Antibiotikum verordnen, weil sich äußerst hartnäckige Bakterien in den Nasennebenhöhlen festgesetzt haben (Superinfektion). Dieses darf nicht eigenmächtig abgesetzt werden, auch dann nicht, wenn sich die Beschwerden unter der Behandlung rasch bessern. Ein zu frühes Absetzen des Antibiotikums kann zu Rückfällen führen.

Richtig schnäuzen bei Sinusitis: So gehts

Patienten mit Sinusitis sollten ihre Nase immer vorsichtig schnäuzen. Sonst besteht das Risiko, dass Nasensekret in die Nasennebenhöhlen gepresst wird. Das spielt den Bakterien in die Karten. Sinnvoll ist es außerdem, beide Nasenlöcher nacheinander und nicht gleichzeitig zu schnäuzen. Dabei immer behutsam vorgehen, um den Verlauf der Sinusitis nicht zu verschlimmern.

Wirksame Tipps gegen Schnupfen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Februar 2017

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Schnupfen / Sinusitis
    chronische sinusitis?
    16.02.2014 | 22:44 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr,  Ich hatte im Dezember sinusitis. Das war leider wiederkehrend....   mehr...

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