Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Gebärmutterhalskrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen

frau-traurig-krebs122397235.jpg
An Gebärmutterhalskrebs erkranken jedes Jahr über 6000 Frauen in Deutschland.
Getty Images/Ingram Publishing

Gebärmutterhalskrebs beginnt häufig mit Entzündungen im Bereich des Muttermundes. Sich daraufhin verändernde Zellen, die sehr wahrscheinlich durch eine Virus-Infektion hervorgerufen wurden, führen über verschiedene Vorstadien zum Zervixkarzinom.

Gebärmutterhalskrebs - in der Fachsprache Zervixkarzinom genannt - ist eine der häufigsten Arten von Krebs bei Frauen. Jährlich treten weltweit etwa 500.000 Fälle neu auf, 230.000 Patientinnen versterben. Vor allem Frauen im mittleren Lebensalter sind betroffen. Meist tritt die Krankheit zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr erstmalig auf. Zellveränderungen oder Krebsvorstufen werden jedoch oft schon viel früher - am häufigsten bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren festgestellt.

Hauptverursacher sind so genannte Humane Papillomviren (HPV), gegen die es inzwischen eine Impfung gibt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Impfkosten bei Mädchen von zwölf bis 17 Jahren. Die Impfung soll vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Heutzutage wird zudem empfohlen, dass sich ebenso junge Männer vor ihrem ersten Verkehr dagegen impfen lassen, da sie Überträger des Virus sind.

Vorsorge- und Früherkennungsprogramme in der westlichen Welt haben dazu geführt, dass die Zahl der Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom und die Zahl der Todesfälle in den vergangenen Jahren stark gesunken ist. Mit Abstrichen an Muttermund und Gebärmutterhals können bösartige Veränderungen oft schon frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Gebärmutterhalskrebs beginnt häufig mit Entzündungen

Vorsorge spielt bei dieser Krebsart eine große Rolle, denn typisch für die Erkrankung ist ein sehr langer Entstehungsprozess. Gebärmutterhalskrebs beginnt häufig mit Entzündungen im Bereich des Muttermundes. Betroffen sind zunächst Oberflächenzellen (Plattenepithel). Diese Zellen verändern sich im Laufe der Zeit sehr langsam über verschiedene Vorstufen zu Krebszellen. Der Prozess kann bis zu 15 Jahre dauern.

Sind erst einmal Krebszellen vorhanden, breitet sich die Erkrankung weiter aus, ausgehend von den Oberflächenzellen zunächst in tiefere Schichten, dann auf angrenzende Organe wie Scheide und Gebärmutterkörper. Auch andere Bauchorgane wie Blase und Darm können befallen werden. Über den Anschluss an Lymphbahnen erfolgt die Ausbreitung der Tumorzellen in Lymphknoten. Seltener gelangen Krebszellen in die Blutbahn und bilden dann Absiedlungen (Metastasen) in Organen wie Lunge oder Knochen.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 01. Oktober 2013
Durch: sl / Lifeline
Quellen: Deutsche Krebshilfe: http://www.krebshilfe.de (Stand: Oktober 2013) Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. Gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 7. Ausgabe, 2010 Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums, Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 11/2010) Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/033 (Stand: Januar 2008)

Gesundheit und Medizin
Amyotrophe Lateralsklerose

Unheilbare, neuronale degenerative Erkrankung der Muskelnnerven mehr...

Listeriose

Listeriose: GrundlagenAufgrund der weiten Verbreitung der Listerien ist der Mensch ihnen beinahe... mehr...

Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...
Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Zum Seitenanfang