Gesund Saunieren

Goldene Regeln für den Sauna-Besuch

Goldene Regeln für die Sauna
Wer beim Saunieren keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte einige grundlegende Regeln beachten.
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Der regelmäßige Gang in die Sauna stärkt das Immunsystem und schützt nachweislich vor Erkältungen. Das Schwitzbad stellt jedoch für den Körper eine gewisse Belastung dar. Zehn Grundregeln stellen sicher, dass der Saunagang gesund hält und nicht krank macht.

Saunabesuche fördern die Durchblutung und sorgen für eine Auszeit vom Alltag. Und sie stärken das Immunsystem. Gerade in der kalten Jahreszeit kann regelmäßiges Saunieren helfen, den Körper gegen Erkältungsviren zu wappnen - wenn dabei einige Grundregeln beachtet werden.

1. Gut vorbereitet in die Sauna

Zur Vorbereitung auf die Sauna gehört mehr, als die nötigen Utensilien wie großes Badetuch, mehrere Handtücher, Badeschlappen und eventuell einen Bademantel einzupacken. Entspannung ist angesagt, und die braucht Zeit. Planen Sie also mindestens zwei Stunden für den Saunabesuch ein. Die extreme Temperatur, der sich Saunagänger aussetzen, belastet den Kreislauf. Deshalb sollten Sie alles vermeiden, was eine zusätzliche Belastung darstellt, zum Beispiel schweres, fettes Essen vor dem Saunagang. Ganz leer sollte der Magen auch nicht sein. Nehmen Sie vor dem Schwitzbad eine leichte Malzeit zu sich und treten Sie erst eine halbe Stunde später den ersten Saunagang an. Wichtig ist auch, sich mit ausreichen Flüssigkeit zu versorgen. Am besten geeignet ist Mineralwasser.

2. Vor dem Schwitzbad unter die Dusche

Wenn Sie im Winter bei niedrigen Außentemperaturen im Saunabereich ankommen, sind Sie womöglich ordentlich durchgefroren. Wärmen Sie sich deshalb vorher unter der Dusche auf. Das Duschen vor dem Betreten der Sauna ist schon aus hygienischen Gründen geboten. Wichtig ist, sich nach der Dusche gründlich abzutrocknen, denn Restfeuchtigkeit auf der Haut verzögert das Schwitzen. Die Füße sollten warm sein, wenn man die Sauna betritt; bei kalten Füssen hilft ein warmes (40 bis 43 Grad Celsius) Fußbad.

3. Sauna-Anfänger auf die unteren Bänke

Die Sauna ist ein trockenes Heißluftbad - bei minimaler Luftfeuchtigkeit wird die Badekabine auf bis zu 100 Grad Celsius erhitzt. Man sitzt oder liegt auf Holzbänken, die in unterschiedlicher Höhe in der Kabine angebracht sind. Je weiter oben sich die Bank befindet, desto höher ist die Temperatur. Wer zum ersten Mal in der Sauna ist, tut gut daran, den Körper langsam an die hohe Raumtemperatur zu gewöhnen. Suchen Sie sich als Sauna-Neuling deshalb eine untere Sitzbank aus und bleiben Sie nicht zu lange in der Kabine. Je acht Minuten in zwei Saunagängen genügen für den Anfang. Später können Sie die einzelnen Saunagänge verlängern. Mehr als 15 Minuten und maximal drei Saunagänge sollten es aber nicht sein. Für den Anfang können Sie sich auch mit einer Sauna begnügen, die etwas niedrigere Temperaturen hat (bis 70 Grad Celsius). Ausschlaggebend für Länge und Zahl der Saunagänge ist aber immer das eigene Wohlbefinden. Wer sich unwohl fühlt, verlässt besser früher die Kabine, statt eine vorgeschriebene Anzahl von Minuten auszuhalten. Sportlicher Ehrgeiz, was Länge und Häufigkeit der Saunagänge betrifft, schadet mehr als er nützt.

4. Erst liegen, dann sitzen

Zur richtigen Körperhaltung in der Sauna gibt es unterschiedliche Ansichten. Sie machen nichts verkehrt, wenn Sie zunächst mit angewinkelten Beinen auf den Rücken legen und in den letzten Minuten, bevor Sie die Saunakabine verlassen, sich erst aufsetzen. Sitzen Sie dabei entspannt, mit vorgeneigtem Oberkörper und geneigtem Kopf, und stützten Sie sich mit den Armen auf den Knien ab.

5. Aufgüsse idealerweise beim zweiten Saunagang

Eine beliebte Prozedur ist der Aufguss: Mit einer Holzkelle wird dabei Wasser auf den heißen Ofen gegossen, das mit Zischen sofort verdampft. Es treibt für einen kurzen Moment die Luftfeuchtigkeit nach oben und befördert dadurch das Schwitzen. Für die Wirkungsweise der Sauna ist der Aufguss nicht unbedingt erforderlich. In Finnland gehören Aufgüsse jedoch unbedingt zum Vergnügen. Die Sauna-Etikette verlangt, die Mitbadenden zu fragen, ehe man einen Aufguss macht. Idealerweise nehmen Sie einen Aufguss erst beim zweiten Gang und nicht gleich zu Beginn des Schwitzbads vor. Warten Sie lieber erst fünf bis zehn Minuten. Nehmen Sie nicht zu viel Wasser für den Aufguss; bis drei Kellen Aufguss für eine Sechs- bis Acht-Personenkabine sind ausreichend. Auch Zusätze aus ätherischen Ölen sollten sparsam dosiert werden. Es eignen sich Kiefer- und Birkenessenzen oder auch Orangenblüte für Liebhaber südlicher Aromen. Minze und Eukalyptus mit ihrem kühlenden Effekt gehören nicht in die Sauna.

6. Langsam Abkühlen

Wie rasch die Schweißproduktion einsetzt, ist individuell verschieden. Manche beginnen schon nach einigen Minuten zu schwitzen, bei vielen dauert es länger. Zuweilen setzt der eigentliche Transpirationsprozess erst beim zweiten Saunagang ein. Nach jedem Saunagang folgt die Abkühlung mit Kaltwassergüssen. Güsse sollten immer zum Herzen hin erfolgen, also von den Fußgelenken, rechts beginnend, die Beine entlang zum Rumpf und von den Handgelenken zu den Schultern. Danach folgt die kalte Dusche oder der Gang ins Tauchbecken. Keinesfalls sollte man direkt aus der Sauna kommend ins eisige Tauchbecken springen, da dies den Kreislauf extrem belasten würde. Nach dem Abkühlen schützt ein warmes Fußbad vor Nachschwitzen. Es weitet die Blutgefäße und sorgt so für einen weiteren Temperaturausgleich und angenehme Wärme.

Von warmen Duschen zwischen den Saunagängen ist abzuraten, ebenso von der Benutzung von Seife, die nur die Haut auslaugen würde. Die Kaltwasseranwendungen, Güsse oder Duschen während der Abkühlungsphase reichen aus, um den Schweiß abzuspülen, den der Körper in der Sauna produziert.

7. Zwischen den Saunagängen ruhen

Nach dem Abkühlen folgt eine Ruhepause, während der die Füße warmgehalten werden sollten. Planen Sie für das Ruhen und Entspannen zwischen den Saunagängen jeweils 15 bis 30 Minuten ein. Wichtig ist, dass Sie dabei nicht frieren.

8. Trinken nicht vergessen

Trinken Sie ausreichend, um den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen. Am besten geeignet ist Mineralwasser. Wer's geschmackvoller mag, kann auch zu Saftschorlen greifen. Alkohol ist in der Sauna tabu, da er den Kreislauf unnötig belastet.

9. Nicht erkältet in die Sauna

Bei akuten Infektionen und Erkältungen ist die Sauna tabu, da die Hitze den angeschlagenen Körper zu sehr belasten würde. Kreislaufkranke sollten die Sauna nur nach Rücksprache mit einem Arzt besuchen. Sonst kann sich jeder, der möchte, das Vergnügen gönnen - auch Kinder. Wichtig ist, sich an die Regeln zu halten und den Signalen des eigenen Körpers zu vertrauen. 

10. Kreislauf nicht zusätzlich belasten

Überschüssige körperliche Energie sollten Sie vor dem Saunabesuch bei Jogging, Fitnesstraining, Squash oder Schwimmen ausleben, denn zwischen den Saunagängen sind Muskelanstrengungen zu meiden. Die Anforderungen, die die Sauna an den Kreislauf und den Organismus stellt, reichen als Reize vollkommen aus. Strenge Saunagänger verwerfen auch Bürstenmassagen und sogar die Benützung des Quast, eines Büschels aus Birkenzweigen. Damit wird in Finnland während des Saunagangs auf die Haut geschlagen, um die Schweißproduktion zu stimulieren. Übrigens: Die so genannte "Bio-Sauna" ist keine Sauna, sondern ein Schwitzbad und ähnelt mit ihren 50 Grad Raumtemperatur und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit dem russischen Dampfbad.

Tipps für eine starke Abwehr

Autor: / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 12. September 2014

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