Verschleiß des Kniegelenks

Gonarthrose

Der Verschleiß des Kniegelenks gehört zu den häufigsten Arthroseformen. Alle Infos zu Ursachen, typischen Symptomen, Behandlungsoptionen und Vorbeugung.

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Übermäßige Belastung des Kniegelenks kann zur Gonarthrose führen.
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Gonarthrose (alternative Begriffe: Kniearthrose oder Kniegelenksarthrose) ist der Fachbegriff für die Gelenkveränderung am Kniegelenk aufgrund von Verschleiß und Alterung (Degeneration). Der Gelenkverschleiß führt zum Abbau und schließlich zur Zerstörung des Knorpels im Kniegelenk.

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Die Gonarthrose gehört neben der Hüftgelenksarthrose zu den häufigsten Formen der Arthrose. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, der Gelenkverschleiß kann jedoch auch schon in jüngeren Jahren beginnen und zu Beschwerden führen.

Ursachen: Was zur Gonarthrose führt

Zu einer Knie- oder Gonarthrose können Fehlstellungen der Gelenke, Verletzungen, Entzündungen und ererbte Veranlagungen führen.

Fehlstellungen

Am Knie tritt eine Arthrose meist zunächst einseitig auf, entweder an der Innen- oder an der Außenseite des Knies. Bei einer Innenarthrose verändert sich die Beinachse allmählich in Richtung O-Bein, bei außenseitiger Kniearthrose in Richtung X-Bein. Umgekehrt führen angeborene oder erworbene O-Stellungen zuerst zur Innenarthrose, X-Stellungen zur Außenarthrose.

Überbelastung durch Sport und körperliche Arbeit

Neben den beiden genannten Arthroseformen, die das Hauptgelenk betreffen, ist aber auch die Kniescheibenarthrose zu beobachten. Diese Art der Arthrose tritt meist schon in jüngerem Alter auf und verursacht vor allem Probleme beim Aufstehen, Heben von Lasten, Treppensteigen und Springen.

Sportarten, die mit Springen und Drehen verbunden sind (zum Beispiel Tennis) sind ungünstig; auch die Berufswahl sollte bei den oft noch jungen Erwachsenen sorgfältig bedacht werden. Berufe wie Fliesenleger oder Bergbauarbeiter unter Tage gehen mit einem erhöhten Risiko der Kniearthrose einher.

Gelenkverletzungen und Knochenbrüche

Jede Formveränderung mindert die Funktion des Kniegelenks. Wächst der Knochen nach einem Knochenbruch nicht völlig exakt zusammen, reicht eine Stufe im Gelenk von weniger als einem Millimeter aus, um eine Kniearthrose vorzubereiten. Meniskusschäden oder die operative Entfernung eines Meniskus führen leider recht häufig zur Kniearthrose (nach kompletter Entfernung eines Meniskus verschleißt dieser Gelenkanteil meist innerhalb von zwei Jahrzehnten). Meniskuserhaltende Operationen werden daher heute wo immer möglich durchgeführt.

Gelenklockerungen durch Bänderriss führen zum vermehrten mechanischen Verschleiß, da das Gelenkspiel nicht mehr punktgenau arbeitet. Bei Einblutungen in den Gelenkspalt entstehen beim Abbau des Bluts Endprodukte, die aggressiv auf den Knorpel einwirken können.

Falsche Belastung des Knies

Für jedes Gelenk existieren Idealachsen. Steht das Gelenk in dieser Achse, sind die am Gelenk ansetzenden Kräfte optimal verteilt. Ist die Gelenkstellung gestört, so erhöht sich die Belastung an bestimmten Stellen, es kommt zum Knorpelabrieb. Dabei wirken sich auch Fehlbelastungen in ferneren Gelenken (zum Beispiel Großzehengrundgelenk, Hüfte) auf das Knie aus. Schmerzen im Fuß oder der Hüfte können zur Schonung eines Beines führen, das andere Knie wird daraufhin umso mehr belastet. Eine Überbelastung kann durch ein zu hohes Körpergewicht bedingt sein, welches zu einem großen Teil auf den Knien lastet.

Mehr über die generellen Ursachen und Risikofaktoren der Arthrose erfahren Sie hier.

Typische Symptome der Kniegelenksarthrose

Die wesentlichen Krankheitszeichen der Kniearthrose sind der Schmerz, die Bewegungseinschränkung und Muskelverspannungen im Bereich des Kniegelenks. Je nach Ausmaß der Abnutzung können auch Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung und Überwärmung dazukommen. Ebenfalls ein typisches Zeichen einer fortgeschrittenen Arthrose sind Reibegeräusche.

Diese Krankheitszeichen sind meistens so typisch für die Arthrose, dass zur Sicherung der Diagnose allenfalls noch eine Röntgenaufnahme erforderlich ist.

Schmerzen beim Treppensteigen und Aufrichten

Typisch für Kniegelenksarthrose sind Schmerzen beim Treppensteigen, beim Aufstehen aus tiefer Sitzposition oder Aufrichten aus der Hocke. Der Schmerz wird dabei häufig hinter der Kniescheibe lokalisiert.

Nahezu alle Patienten (95 Prozent) mit Gonarthrose geben an, dass der Schmerz zunächst bei Beginn eines Bewegungsablaufes als Anlaufschmerz auftritt. Nach längerem Ruhen sowie morgens kann auch ein Gefühl der Steifigkeit dazukommen. Der Anlaufschmerz geht nach einer kurzen Zeit zunächst wieder zurück und tritt erst bei längerer Belastung wieder als Ermüdungsschmerz auf. Beim weiteren Voranschreiten der Kniegelenksarthrose bestehen die Schmerzen schließlich auch in Ruhe.

Weitere Symptome der Gonarthrose sind:

  • eingeschränkte Beweglichkeit: Diese ergibt sich zunächst aus der Schonhaltung, mit der Betroffene versuchen, schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden. Das führt zu Muskelverspannungen und auf Dauer zu Verkürzungen der Muskeln. Die verkürzten Muskeln schränken den möglichen Bewegungsumfang weiter ein.

  • Entzündungsanzeichen: Durch die Reizung der Gelenkinnenhaut durch abgeriebene Knorpelteilchen kommt es zu entzündlichen Veränderungen im Bereich des betroffenen Gelenks. Das Gelenk ist geschwollen, seine Umgebung manchmal überwärmt und es kann auch ein Gelenkerguss stattfinden, also eine Flüssigkeitsansammlung in der Gelenkhöhle.

  • Gelenkerguss: Die vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit in der Gelenkhöhle führt vielfach zu einem vorübergehenden Gefühl der Schmerzerleichterung, was darauf zurückzuführen ist, dass die Gelenkflächen besser aufeinander gleiten.

  • Reibegeräusche: Der Abrieb von Knorpelteilchen und die aufgeraute Knorpeloberfläche führen manchmal dazu, dass über dem Gelenk Reibegeräusche hörbar oder als Knirschen beim Betasten des Gelenks sogar fühlbar sind.

Mehr Informationen über die Symptome der Arthrose bekommen Sie hier.

So diagnostiziert der Arzt eine Arthrose des Kniegelenks

Bei Beschwerden im Kniegelenk wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte erfragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Bildgebende Verfahren, Blutuntersuchung sowie diagnostische Eingriffe können die Diagnose Gonarthrose bestätigen und andere Krankheitsbilder, die zu ähnlichen Symptomen führen, ausschließen.

Am Beginn der Untersuchungen bei Verdacht auf Kniearthrose steht die Erhebung der Krankengeschichte durch den Arzt (Anamnese). Wichtig sind dabei neben Art und Dauer der Beschwerden auch begleitende Erkrankungen, besondere berufliche Belastungen und sportliche Aktivitäten sowie Gelenkerkrankungen in der Familie.

Danach folgt die körperliche Untersuchung, bei der auf äußere Veränderungen des Kniegelenks und typische Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Überwärmung geachtet wird. Der Arzt untersucht die Beweglichkeit des Knies und achtet genau auf das Gangbild des Patienten.

Laboruntersuchungen des Blutes

Um einen reinen Verschleiß von einer Entzündung zu unterscheiden, wird das Blut im Labor auf bestimmte Werte hin untersucht. Auf eine Entzündung weisen eine beschleunigte Blutkörperchensenkungsreaktion, ein erhöhter Spiegel an C-reaktivem Protein und eine typisch veränderte Elektrophorese hin. Gicht wird bei erhöhten Harnsäurespiegeln diagnostiziert; auf eine Gelenkentzündung durch Streptokokken, eine bestimmte Bakterienart, weist der Antistreptolysintiter hin. Der Rheumafaktor ist bei der rheumatoiden Arthritis häufig erhöht. Diese Krankheit muss von der Arthrose jedoch deutlich abgegrenzt werden.

Röntgen, Sonographie, Szintigraphie bei Kniegelenksarthrose

Zur weiteren Diagnose kann der Arzt auf eine Reihe bildgebender Verfahren zurückgreifen. Die Röntgenuntersuchung bei Arthrose basiert auf unterschiedlicher Strahlendurchlässigkeit des Knorpelgewebes. Als typisches Arthrosezeichen ist im Röntgenbild ein verschmälerter Gelenkspalt zu erkennen, es können weitere Ursachen der Bewegungseinschränkung wie Entzündungen oder Osteoporose (Schwund der Knochensubstanz) festgestellt oder ausgeschlossen werden.

Weil das Weichteilgewebe im Kniegelenk (Muskeln, Sehnen, Bänder) und Flüssigkeitsansammlungen im Röntgenbild nicht gut dargestellt werden kann, wird häufig eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) durchgeführt. Das Auflösungsvermögen beim Ultraschall ist jedoch am Gelenk nicht allzu hoch.

Die Szintigraphie kann dem Arzt Informationen liefern, ob die Symptome durch den Verschleiß des Kneigelenks oder durch entzündliche Prozesse verursacht werden. Bei der Szintigraphie werden schwach radioaktive Stoffe in die Vene gespritzt. Entzündliches Gewebe reichert den Stoff stärker an als gesundes Gewebe, so dass diese Areale deutlich erkennbar werden.

Computertomographie (CT) und  Magnetresonanztomographie (MRT) können sehr detailreiche Schnittbilder des Kniegelenks liefern. Vor allem mithilfe der MRT können Meniskus, Bänder, Gelenkinnenhaut und Knorpel dargestellt werden. Beide Untersuchungen werden jedoch nicht standardmäßig durchgeführt, sondern sind vor allem zur Vorbereitung von Kniegelenksoperationen nötig.

Punktion und Spiegelung des Kniegelenks

Aus dem gut zugänglichen Kniegelenk kann Gelenkflüssigkeit mit einer Punktionsnadel gewonnen werden. Im entzündeten Gelenk bildet sich vermehrt Gelenkflüssigkeit mit veränderter Stoffzusammensetzung. Die Flüssigkeitsansammlung dehnt Gelenkkapsel und Bänder, die in ihr enthaltenen Abfallstoffe können den Knorpel schädigen, die Blutversorgung des Kniegelenks kann durch den erhöhten Druck beeinträchtigt sein.

Die Kniegelenkspunktion wird durch eine örtliche Betäubung erleichtert. Nach Desinfektion wird eine dünne Hohlnadel in den Gelenkspalt eingeführt und Flüssigkeit herausgesaugt – bei einem deutlich angeschwollenen Gelenk wird es gleichzeitig durch Entfernen des Ergusses entlastet. Die gewonnene Flüssigkeit kann mikroskopisch und biochemisch untersucht werden, sodass eine gezielte Behandlung möglich ist.

Gelenkspiegelung – Arthroskopie

Die Kniegelenkspiegelung schließlich ist ein endoskopisches Verfahren, mit dem der Arzt raue Knorpeloberflächen, Meniskusrisse, abgeschilferte Knorpel-Knochenfragmente, eine verdickte Gelenkinnenhaut oder arthrotische Knorpel-Knochenanbauten direkt im Gelenk sichten kann. Die Gelenkspiegelung ist inzwischen kein rein untersuchendes Verfahren mehr. Veränderungen im Gelenk können mit Zusatzinstrumenten direkt behandelt werden. Der Nutzen der Kniespiegelung bei Arthrose ist jedoch umstritten.

Eine Gelenkeröffnung, also die Knieoperation zu diagnostischen Zwecken ist nur noch in Fällen sehr ausgedehnter Veränderungen notwendig.

Generelle Informationen zur Diagnose einer Arthrose finden Sie hier..

Wie die Kniearthrose behandelt wird

Das Behandlungsziel bei einer aktivierten Gonarthrose besteht immer darin, die Entzündung zur Ruhe zu bringen. Bei der ruhenden Kniegelenksarthrose muss vorrangig versucht werden, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten und die Beschwerden zu minimieren.

Die einzelnen Stufen der Behandlung sind:

  • gelenkfreundliche Änderung der Lebensgewohnheiten. Diese bestehen vor allem im Erlernen gelenkschonender Bewegungsabläufe und einem gewissem Maß steter, gleichmäßiger Belastung, die eine optimale Ernährung des Gelenkknorpels fördert

  • physikalische Behandlung (Wärme/Kälte, Schonung, Krankengymnastik, Massagen, Elektrotherapie, TENS, Ultraschalltherapie)

  • schmerz- und entzündungslindernde Medikamente

  • Operationen

Elektrotherapie, Ultraschalltherapie, TENS bei Arthrose

Diese Verfahren zielen auf die Reduktion des entzündlichen Ergusses im Kniegelenk. Die Elektrotherapie verbessert die Durchblutung und damit den Abtransport von Stoffwechsel-Endprodukten und die Regeneration. Die Ultraschallwellen bewirken eine Mikromassage im Gelenk. Werden vor Anwendung der Verfahren schmerz- und entzündungshemmende Medikamente in Salbenform auf die Haut über dem Kniegelenk aufgebracht, unterstützt die Elektro- beziehungsweise Ultraschallanwendung das Aufnehmen dieser Substanzen in das Gelenk und damit eine verstärkte Tiefenwirkung. Die gleichzeitige Anwendung eines äußerlich aufgetragenen Medikaments mit Elektrotherapie nennt man Iontophorese.

Eine spezielle Form der Elektrotherapie ist die TENS (transkutane elektrische Nerven-Stimulation = elektrische Nervenreizung über die Haut). Das Prinzip beruht darauf, dass das zentrale Nervensystem (Rückenmark und Gehirn) aus einem bestimmten Gebiet nur einen Reiz auf einmal registrieren und bearbeiten kann. Bei chronischen Schmerzen hat sich der Reiz-Empfindungs-Kreislauf verselbstständigt: Es wird ständig ein Schmerz empfunden, obwohl der Anlass schon längst beseitigt ist. Die TENS setzt nun einen neuen Reiz, dessen Intensität der Patient selbst auswählt und allmählich steigert, um damit den chronischen Schmerz zu unterbrechen.

Der Vorteil der Therapie liegt darin, dass sie nebenwirkungsfrei ist und zu Hause durchgeführt werden kann. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, zunächst in der Arztpraxis zu testen, ob der Patient darauf anspricht. Ist dies der Fall, erstatten die Kassen die Kosten für das Behandlungsgerät.

Medikamente

Zwei große Medikamentengruppen stehen zur Verfügung: knorpelschützende beziehungsweise -aufbauende Präparate (Chondroprotektiva, Chondro = Knorpel, protektivum = schützendes Mittel) schmerz- und entzündungshemmende Mittel (Antirheumatika), darunter wieder zwei größere Gruppen: nichtsteroidal und steroidal. Steroidal heißt "von Steroiden abgeleitet", dies sind im Wesentlichen Medikamente der Kortison-Familie. Nicht-steroidal sind Medikamente, die den Entzündungsstoffwechsel beeinflussen, etwa Aspirin und Verwandte.

Als alternative Mittel erwiesen sich sowohl Hagebuttenpulver wie auch Glucosamin in Studien als wirksam bei der Behandlung aller Arthroseformen.

Kniespiegelung (Arthroskopie) erweist sich als nutzlos

Häufig wird zur Behandlung der Gonarthrose eine Kniespiegelung, ein therapeutischer Eingriff mithilfe des Arthroskops, vorgeschlagen. Das Kniegelenk wird dabei endoskopisch gespiegelt, krankhaft veränderte Meniskus- oder Knorpelanteile abgetragen und anschließend mit Kochsalzlösung gespült. Neuere Studien zeigten jedoch, dass der Nutzen dieses Eingriffs nicht belegbar ist. Zudem birgt die Kniespiegelung eine Reihe von Risiken: Neben Wundheilungsstörungen, Gelenkergüssen und einem erhöhten Thrombose-Risiko gelangen in seltenen Fällen Infektionen ins Kniegelenk. Eine Arthroskopie kann außerdem zu weiteren Knorpelverletzungen führen.

Knorpeltransplantation

Bei bestimmten Knorpelverletzungen des Kniegelenks kann für junge Patienten eine Knorpeltransplantation infrage kommen. Die Tendenz zur Spontanheilung von Knorpelverletzungen, also zur Heilung, die der Körper aus eigener Kraft leisten kann, ist nämlich nur äußerst gering. Eine Knorpeltransplantation mit körpereigenem Gewebe kann die Heilungsrate von frischen Knorpelwunden nach Verletzungen steigern. Nach der Transplantation des körpereigenen Materials kann sich die Knorpelschicht wieder aufbauen.

Umstellungsosteotomie

Die Korrektur-Osteotomie soll einer Gonarthrose vorbeugen, indem die Gelenkverhältnisse im Knie so abgeändert werden, dass die Belastungen gleichmäßig verteilt werden und eine Arthrose damit gar nicht erst entsteht. Die Operation hat zum Ziel, die Kniegelenksarthrose bei bereits eingetretener Fehlbelastung (zum Beispiel O-Beinen) von vornherein zu verhindern.

Bei dieser Operation wird das Kniegelenk selbst nicht angetastet, sondern lediglich die Achse des Unterschenkels geändert, indem ein Knochenkeil aus dem Schienbein entfernt wird. Inzwischen handelt es sich bei 30 Prozent aller arthrosevorbeugenden Operationen am Knie um eine Umstellungsosteotomie.

Kniegelenkersatz (Teil- oder Vollprothese)

Ist nur der innere oder äußere Gelenkanteil betroffen, kann eine Schlittenprothese implantiert werden. Die Kufe des Schlittens wird in die Gelenkrolle des Oberschenkelknochens, die Gleitfläche in den betroffenen Teil des Schienbeinkopfes eingesetzt. Sind beide Gelenkflächen, die innere und die äußere, betroffen, werden beide Gelenkrollen des Oberschenkelknochens überkront und eine Gleitfläche auf dem Schienbeinkopf eingesetzt. Eine Scharnierprothese kommt infrage, wenn die Bänder instabil sind und ein sogenanntes Wackelknie besteht. Ist auch die Kniescheibe arthrotisch aufgeraut, wird sie mit Kunststoff abgedeckt. Die Prothesen können mit oder ohne künstlichen Knochenzement eingebaut werden, je nach Erfahrung des Operateurs und verwendetem Material.

Behandlung von Arthrose: Was hilft bei Gelenkverschleiß? Alle Informationen gibt es hier!

Gonarthrose vorbeugen: Tun Sie Ihrem Knie Gutes!

Sowohl jeder einzelne mögliche Betroffene als auch seine Ärzte können viel dafür tun, das Auftreten einer Gonarthrose zu vermeiden oder wenigstens hinauszuzögern.

So schützen Sie Ihre Knie

Die möglichen Maßnahmen zur Vorbeugung der Kniearthrose umfassen:

  • weitgehende Vermeidung von Fehlbelastungen durch Ausgleichssport bei einseitiger oder beruflicher Belastung (zum Beispiel Maurer, Fliesenleger) oder auch Schuhhöhenausgleich bei Beinlängendifferenz.

  • Vermeiden einer Überlastung der Kniegelenke. Hierzu gehören die Reduktion von Übergewicht, aber auch das Drosseln übertrieben ehrgeiziger Sportprogramme.

  • Regelmäßige Bewegung. Diese sorgt für gute Knorpelernährung und einen stabilen Muskelmantel, der auch die Kniegelenke entlastet. Ideal sind zum Beispiel Schwimmen und Radfahren.

  • Bei Verletzungen des Kniegelenks durch einen Unfall sollte darauf geachtet werden, dass eine möglichst vollständige Wiederherstellung der Knorpel-, Knochen- und Bänderanteile stattfindet. Selbst bleibende Knochenstufen von nur wenigen Millimeterbruchteilen können Jahre oder Jahrzehnte später zum Verschleiß des Kniegelenks führen.

  • Bei einer Fehlstellungen gibt es eine operative Möglichkeit, einer Gonarthrose vorzubeugen. Bei der Umstellungsosteotomie des Kniegelenks wird die Gelenkachse verändert, indem der Unterschenkel begradigt wird. Hierdurch wird das Knie wieder in seine korrekte Achse eingestellt. Ein ausgeprägter Verschleiß des Kniegelenks lässt sich so häufig vermeiden.

Arthrose vorbeugen: Alle Tipps für gesunde Gelenke

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. März 2016
Durch: es
Quellen: bsmo Redaktion, Springer Professional Medicine

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