Homöopathische Hilfe

Herpes: Bläschen mit natürlichen Arzneien loswerden

Zunächst brennt, juckt und spannt es – kurz darauf, ist er in voller Blüte da: Herpes. Am häufigsten treten die unangenehmen Bläschen an der Lippe auf. Manchmal aber auch im Genitalbereich. Die Homöopathie verfügt über einige Arzneimittel, die dabei helfen sollen, Herpes loszuwerden.

Herpes-Bläschen an der Lippe
Die häufigste Herpes-Form ist Herpes labialis an der Lippe, gefolgt von Herpes genitalis.
© iStock.com/lolostock

Egal ob Lippen- oder Genitalherpes, ausgelöst wird die Infektion in den meisten Fällen durch das Herpes-simplex-Virus. Durch direkten Kontakt, zum Beispiel beim Küssen oder wenn Besteck und Gläser gemeinsam genutzt werden (Schmier-, Tröpfcheninfektion), wandert der Virus von einem Menschen zum anderen. Zwar greift Herpes nur die obersten Hautschichten an, er dringt aber bis in die Nervenbahnen ein und bleibt dort ein Leben lang. Ein Herpes-Ausbruch kann unter anderem durch ein geschwächtes Immunsystem begünstigt werden.

Artikelinhalte im Überblick:

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Lippenherpes: Zunächst harmlos, Rezidiv mit starken Symptomen

Etwa drei bis sieben Tage nach der Infektion mit dem Virus treten die ersten Symptome auf. Bei einer erstmaligen Ansteckung mit Herpes an der Lippe (Herpes labialis) zeigen sich lediglich die für die Erkrankung typischen Bläschen um den Mund.

Kommt es zu einem erneuten Ausbruch (Rezidiv), kündigt sich der Ausschlag zunächst durch Spannen, Jucken und Brennen an. Kurz darauf bilden sich schmerzende, mit klarer Flüssigkeit gefüllte und hochinfektiöse Bläschen im Gesicht – vor allem an den Lippen. Nach bis zu zwei Wochen verschwindet der Hautausschlag wieder.

Herpes genitalis: Bläschen an Geschlechtsteilen

Die Stärke der Symptome beim Genitalherpes sind genau umgekehrt: Die Erstinfektion verläuft meist mit intensiven Beschwerden, das Rezidiv tritt in der Regel abgeschwächter auf.

Je nachdem, ob das Herpes-Virus durch vaginalen, oralen oder analen Geschlechtsverkehr übertragen wird, bilden sich die Bläschen an den Geschlechtsteilen (diese schwellen zusätzlich an), im Mundraum oder Enddarm. Die betroffenen Stellen schmerzen und brennen. Kam es vorher noch nicht zu einem Ausbruch von Lippenherpes, können außerdem allgemeine Symptome wie Fieber, Muskel-, Rücken- und Kopfschmerzen auftreten. Diese sind bei einem wiederkehrenden Herpes genitalis seltener.

Herpes simplex: Symptome mit Homöopathie lindern

Neben den üblichen Tabletten oder Cremes zur Behandlung von Herpes, können Betroffene unterstützend homöopathische Arzneimittel verwenden. Je nachdem, um welchen Herpes es sich handelt – Herpes labialis oder Herpes genitalis – und aus welchem Grund die Infektion ausbricht, gibt es in der Homöopathie verschiedene Wirkstoffe.

Homöopathische Arzneimittel bei Lippenherpes:

Natrium chloratum ist das Mittel der Wahl, wenn diese Faktoren zutreffen:

  • Auslöser: Sonne, Hitze, Aufenthalt am Meer, Verzehr von Meerestieren, psychische Probleme
  • Symptome werden schlechter: morgens, mittags, Sonne, Anstrengung
  • Symptome werden besser: nachmittags, frische Luft, Liegen

Rhus toxicodendron sollte Sie dagegen in diesen Situationen verwenden:

  • Auslöser: während eines fieberhaften Infekts, körperliche Überanstrengung, Stress
  • Symptome werden schlechter: feuchtkaltes Wetter, Ruhe, nachts
  • Symptome werden besser: Wärme, fortgesetzte Bewegung, Massagen

Auch wenn die genaue Ursache für Lippenherpes unbekannt ist, können Betroffene zu Rhus toxicodendron greifen.

Sepia verschreiben Homöopathen bei:

  • Auslöser: Ekel, Verzehr von Fisch oder Meerestieren, häufige Gallenbeschwerden, Verstopfung und Hämorrhoiden
  • Symptome werden schlechter: nachts, morgens, Monatsblutung, Wetterwechsel
  • Symptome werden besser: Wärme, Bewegung, körperliche Aktivität

Dulcamara wird verwendet wenn Folgendes zutrifft:

  • Auslöser: Erkältung, Wetteränderung (warm zu kalt), Nässe; bei Frauen: in den Tagen vor der Menstruation
  • Symptome werden schlechter: Nässe, Kälte
  • Symptome werden besser: Wärme
Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welche Arznei hilft!

Homöopathische Arzneimittel bei Genitalherpes:

Clematis recta hilft in dieser Situation:

  • Symptome: rote, brennende Bläschen, die aufplatzen und verkrusten, intensiver Juckreiz, geschwollene Lymphknoten im Leistenbereich
  • Symptome werden schlechter: Bewegung, nachts, Bettwärme, Waschen mit kaltem Wasser
  • Symptome werden besser: frische Luft, Schwitzen

Petroleum dagegen kann bei folgenden Voraussetzungen angewandt werden:

  • Symptome: Die Haut an Penisspitze oder Scheideneingang ist trocken und rissig, besonders tagsüber oder während der Menstruation besteht ein starker Juckreiz. Krusten, die sich durch Kratzen gebildet haben, nässen, wenn sie sich ablösen.
  • Symptome werden schlechter: Winter, morgens
  • Symptome werden besser: Wärme

Kreosotum verordnen Homöopathen, wenn diese Faktoren zutreffen:

  • Symptome: Die Bläschen sind mit einem trüben, übel riechenden und brennenden Sekret gefüllt.
  • Symptome werden schlechter: Ruhe, Kälte, abends; nach Menstruation
  • Symptome werden besser: Wärme, Bewegung

Croton tiglium ist dagegen das Mittel der Wahl bei:

  • Symptome: Der Ausschlag sitzt vor allem am Hoden, die Haut ist dort gerötet. Nach einiger Zeit platzen die Bläschen auf und verkrusten. Dabei verspüren die Betroffenen einen intensiven Juckreiz, dem sie meist mit Kratzen begegnen.
  • Symptome werden schlechter: Berührung
  • Symptome werden besser: Ruhe
Homöopathische Arzneimittel für die Hausapotheke

Herpes vorbeugen: Das können Sie tun

Da rund 80 Prozent der Erwachsenen das Herpes-Virus in sich tragen, ist es fast unmöglich, sich vor Lippenherpes zu schützen. Jedoch sollten die Personen im Umfeld des Betroffenen den direkten Kontakt (Küssen, mit dem Finger berühren) mit den Bläschen vermeiden. Wer sich einen Genitalherpes eingefangen hat, sollte zunächst Geschlechtsverkehr vermeiden, um dadurch das Risiko der Ansteckung des Partners zu verringern. Bei Lippenherpes sollte außerdem auf Oralverkehr verzichtet werden. Da Herpesviren durch Berührung der Bläschen auch auf die Hände und von dort zum Beispiel in den Genitalbereich gelangen können, sollten Betroffene unbedingt auf regelmäßiges Händewaschen und eine ausreichende Hygiene achten.

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