Wie einen Bewusstlosen erkennen?

Bewusstlosigkeit und Koma

Durch Verletzung oder Krankheit erzeugter Tiefschlaf lässt Schutzreflexe ausfallen

Bei akuten Erkrankungen oder einer schweren Verletzung (Trauma) schaltet sich das Gehirn stufenweise zurück oder fällt aus Eigenschutz in einen Zustand, in dem Reize von außen nur noch stark gedämpft oder gar nicht mehr wahrgenommen werden. Dieser Zustand heißt Koma und ist lebensgefährlich.

Frau liegt bewusstlos am Boden
Notfall Bewusstlosigkeit - jetzt zählt jede Sekunde.
Thinkstock

Als Vigilanz bezeichnen Mediziner den Wachheitsgrad des Gehirns und unterscheiden Schlafzustände, in denen der Körper sich ausruht, von Zuständen, in denen sich das Bewusstsein vorübergehend zum Selbstschutz ausschaltet. Das Gehirn funktioniert dann sozusagen auf "Stand-By" und erhält nur noch elementare Körperfunktionen aufrecht. Dieser Zustand wird je nach Tiefe der Bewusstlosigkeit als Stupor (Eintrübung) oder Sopor (nur noch Schutzreflexe vorhanden) bezeichnet. Gehen diese Reflexe verloren und ist der Betroffene nicht mehr erweckbar, sprechen Ärzte vom Koma, der echten Bewusstlosigkeit.

Erste Hilfe: Kontrolle von Bewusstsein und Atmung

Bei der Ersten Hilfe ist es wichtig, zu Beginn festzustellen, ob der Verletzte noch bei Bewusstsein ist und atmet. Auch in der Zeitspanne, bis der Arzt oder Rettungskräfte eintreffen sollten Bewusstsein und Atmung weiter kontrolliert werden.

So gehen Sie vor:

  • Auf den ersten Blick
    Aussehen, Position und Verhalten des Betroffenen liefern Ihnen erste Informationen über seinen Zustand. Beispielsweise deutet eine schlaffe Körperhaltung auf Bewusstseinsprobleme hin.
  • Bewusstsein
    Können Sie eine reglose Person durch lautes Ansprechen und leichtes Rütteln an der Schulter nicht wecken, dann ist sie bewusstlos.
    • Rufen Sie laut nach Hilfe
    • Machen Sie die Atemwege frei
  • Atmung
    Ist die Person bewusstlos,
    • überstrecken Sie den Kopf und Hals (lebensrettender Handgriff),
    • entfernen Sie sofort sichtbare behindernde Fremdkörper im Mundraum,
    • beugen Sie sich zu der Person nieder und prüfen Sie die Atmung.
  • Spüren Sie an Ihrer Wange die Ausatemluft
    Hören Sie Ausatemgeräusche und sehen Sie, wie sich der Brustkorb hebt und senkt?

Suche nach Verletzungen (Body-Check)

Sind Bewusstsein und Atmung des Betroffenen vorhanden, führen Sie eine Ganzkörperuntersuchung durch, um Verletzungen oder Zeichen einer akuten Erkrankung zu erkennen.

  • Suchen Sie den Körper des Betroffenen durch Sehen und Fühlen von Kopf bis Fuß auf Veränderungen ab (Wunden, Schwellungen, Fehlstellungen, Veränderungen der Hautfarbe).
  • Beachten Sie bei dieser Kontrolle die Schmerzäußerungen des Betroffenen.

Die Suche nach Verletzungen ist wichtig, da nicht alle Verletzungen auf den ersten Blick erkennbar sind. Betroffene sollten daher behutsam in geeignete Positionen gebracht werden, damit der Ersthelfer auch Körperstellen, die zuvor verdeckt waren, begutachten kann. Die Befragung von Unfallzeugen kann weitere Hinweise zu möglichen Schädigungen liefern.

Feststellen eines Schocks

Ein Schock äußert sich durch Unruhe, Angst, blasse Hautfarbe, kalte und schweißnasse Haut, Frieren und Zittern. Im späteren Verlauf kann es zu Teilnahmslosigkeit und zum Verlust des Bewussteins kommen. Es treten nicht immer alle Anzeichen gleichzeitig auf. In den meisten Fällen sind Personen unter Schock noch bei Bewusstsein.

 

Vier Basismaßnahmen, die immer richtig sind

Vitalfunktionen sichern

Um Änderungen der Vitalfunktionen (Puls, Atmung) frühzeitig festzustellen und zeitnah reagieren zu können, ist eine engmaschige Kontrolle dieser Funktionen erforderlich.

Eigenwärme erhalten

Schützen Sie den Betroffenen vor Wärmeverlust! Das Umhüllen mit einer Rettungsdecke wirkt zudem beruhigend.

Notruf tätigen

Die frühe Alarmierung des Rettungsdienstes sichert die schnelle medizinische Versorgung des Betroffenen und erhöht seine Heilungschancen.

Trösten und Betreuen

Durch Ihre Ruhe und Zuwendung nehmen Sie dem Betroffenen die Angst und stärken somit seine Vitalfunktionen - selbst bei einem Bewusstlosen.  

Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung) durchführen
Haben Sie eine Frage?

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Meistgeklickt zum Thema
So nehmen Sie den Helm ab nach einem Unfall
Erste Hilfe

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung einer Helmabnahme nach einem Motorrad-Unfall mehr...

Stabile Seitenlage: So wird sie gemacht
Erste-Hilfe-Grundwissen

Die stabile Seitenlage gewährleistet, dass bei bewusstlosen Personen die Atemwege frei bleiben. Sie ist selbst für Laien einfach durchzuführen mehr...

Mythen der Wiederbelebung
Medizin-Mythos der Woche (26)

Das Experten-Interview nimmt die Angst vor der Reanimation mehr...

Experten-Foren

Mit Medizinern und anderen Experten online diskutieren.

Forum wählen
Unsere Empfehlung
  • Gürtelrose (Herpes zoster): Ursache, Symptome und BehandlungGürtelrose

    Gürtelrose ist mehr als Herpes – oft bleiben danach chronische Schmerzen! mehr...

  • Drehen Sie das Glücksrad!Drehen Sie das Glücksrad!

    Vielleicht ist das Glück heute auf Ihrer Seite. Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen haben Sie die Chance auf hochwertige Preise. mehr...

Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

So funktioniert Wiederbelebung
Newsletter-Leser wissen mehr über Gesundheit

Aktuelle Themen rund um Ihre Gesundheit kostenlos per Mail.

Abonnieren

Zum Seitenanfang