Symptome der Schuppenflechte

Psoriasis im Genitalbereich

Schuppende Herde an Knie, Ellenbogen oder Rumpf gehören zum typischen Bild einer Psoriasis. Eine Schuppenflechte im Genitalbereich sieht dagegen eher uncharakteristisch aus und wird leicht mit einer Pilzinfektion verwechselt. Für die Betroffenen ist nicht nur der oft quälende Juckreiz ein Problem. Häufig belastet die Erkrankung auch die Beziehung zum Partner und die Sexualität.

Psoriasis im Genitalbereich
Schuppenflechte im Genitalbereich betrifft Mann und Frau beidermaßen
Getty Images/Polka Dot RF

Symptome von Psoriasis im Genitalbereich

Eine Schuppenflechte im Genitalbereich tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Betroffen sind vor allem die Leisten, der Schamhügel mit den Schamhaaren, die Genitalien selbst (bei Männern die Peniswurzel, die Eichel und der Hodensack, bei Frauen die Vulva mit den Schamlippen) und die Haut zwischen Genitalien und After bzw. um den After herum. Die Symptome sind für eine Psoriasis eher untypisch, weil zwischen den Hautfalten die charakteristische Schuppung fehlt. So erscheinen die betroffenen Bereiche meist flammend rot und scharf begrenzt. Sie können nässen und meist jucken sie stark. Durch Kratzen und Scheuern entstehen schmerzhafte Risse und wunde Stellen, die sich besonders von der Haut um den After auf die gesamte Pofalte ausdehnen können.

Für die betroffenen Patienten sind die Beschwerden äußerst unangenehm. Besonders der Juckreiz ist für viele nahezu unerträglich. Eine Schuppenflechte im Genitalbereich verursacht an den offenen Stellen Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und beim Wasserlassen. Langes Sitzen, Gehen oder Schwitzen bei sportlicher Betätigung können die Symptome verschlimmern.

Da Infektionen mit Hefepilzen ein ähnliches Krankheitsbild verursachen, kann die Diagnose leicht verwechselt werden. Auf den wunden Bereichen siedeln sich allerdings tatsächlich bevorzugt Hefepilze an, sodass es oft zusätzlich zu einer Pilzinfektion kommt.

Reden Sie über die Schuppenflechte im Genitalbereich

Eine Schuppenflechte im Genitalbereich verursacht jedoch nicht nur Juckreiz und Schmerzen, sie stellt auch partnerschaftliche Beziehungen auf eine harte Probe. Die Beschwerden beeinträchtigen oft das eigene Körpergefühl und nehmen die Lust an der Sexualität. Scham oder die Angst, der Partner oder die Partnerin könnten sich ekeln oder vor einer Ansteckung fürchten, sind oft eine unüberwindliche Hemmschwelle beim gegenseitigen Kennenlernen. In bereits bestehenden Beziehungen kommt es häufig zu Konflikten, weil es manchen Partnern schwerfällt, die Erkrankung zu akzeptieren und verständnisvoll zu reagieren, wenn der Betroffene sich aus Scham zurückzieht.

Ob in einer bereits bestehenden oder in einer sich anbahnenden Beziehung – es ist wichtig und auch entlastend, mit dem Partner über die Erkrankung zu reden. Eine Schuppenflechte im Genitalbereich ist weder ansteckend noch entsteht sie durch mangelnde Hygiene. Dies sollten der Partner oder die Partnerin unbedingt wissen. Besteht ein vertrauensvolles Verhältnis zum behandelnden Hautarzt, kann ein gemeinsamer Arztbesuch und ein aufklärendes Gespräch mit dem Dermatologen ebenfalls viel zum besseren Verständnis beitragen. Hilfreich sind auch Kontakte zu anderen Betroffenen beispielsweise im Rahmen einer Selbsthilfegruppe oder in Diskussionsforen im Internet. Internetforen haben zudem den Vorteil, dass die Beiträge auf Wunsch anonym eingestellt werden können, was den Erfahrungsaustausch über intime Themen wesentlich erleichtert.

Behandlung von Psoriasis im Genitalbereich

Die Schuppenflechte im Genitalbereich ist oft hartnäckig und daher schwierig zu behandeln. Viele Mittel, die sich bei Anwendung an anderen Körperstellen bewährt haben, sind im Intimbereich nicht geeignet, da sie die Schleimhäute übermäßig reizen. Fetthaltige Salben können die Entzündung im feucht-warmen Milieu noch verstärken. Deshalb ist es wichtig, zur Pflege eine verträgliche Feuchtigkeitscreme zu finden. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass die Creme möglichst keine allergieauslösenden oder zusätzlich reizenden Bestandteile wie Parfums oder Geruchsstoffe enthält. Als hilfreich und auch bei dauerhafter Anwendung unbedenklich gelten außerdem Sitzbäder mit synthetischen Gerbstoffen (Tanninen), die Juckreiz stillend und entzündungshemmend wirken.

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von kortisonhaltigen Cremes, die nur tageweise und nur niedrig dosiert aufgetragen werden sollten, da es bei längerer Anwendung zu Nebenwirkungen kommen kann. Vitamin-D3-Abkömmlinge werden ebenfalls zurückhaltend benutzt, weil sie die empfindliche Haut reizen und die Gefahr besteht, dass über die dünnen Schleimhäute zu viel Vitamin D vom Körper aufgenommen wird. Gute Erfahrungen in der Therapie einer Genitalpsoriasis wurden mit den sogenannten Calcineurin-Hemmern Tacrolimus und Pimecrolimus gemacht. Diese Präparate sind in Deutschland jedoch nur zur Behandlung der Neurodermitis zugelassen und werden nur in Ausnahmefällen vom Hautarzt verordnet.

Besteht zusätzlich zur Schuppenflechte im Genitalbereich eine Infektion mit Hefepilzen, muss diese mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

Sehr empfehlenswert ist das Tragen von bequemer Kleidung, um unnötige Hautreizungen zu vermeiden. Sowohl Unterwäsche als auch Hosen sollten nicht zu eng anliegen und aus möglichst hautfreundlichem Material bestehen. Für betroffene Frauen empfiehlt es sich, bei einer Schuppenflechte im Genitalbereich auf die dauerhafte Verwendung von Slipeinlagen zu verzichten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2009
Quellen: Nach Informationen von www.psoriasis.org (National Psoriasis Foundation) sowie des dermatologischen Experten Prof. Dr. C. Sunderkötter (www.lifeline.de)

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