Geeignete Reiseziele

Urlaub - was Asthmatiker beachten sollten

Wenn der Sommer kommt, erwacht bei vielen Menschen das Fernweh. Ob Wander-Aktiv-Urlaub in den Bergen, Fernreise auf fremde Kontinente oder relaxen am Strand: Auch Asthmatiker können mittlerweile ihr Reiseziel individuell wählen, bei der Planung der Reise sollten sie allerdings einige wichtige Punkte nicht außer Acht lassen.

Urlaub - was Asthmatiker beachten sollten
Asthmatiker sollten ihr Urlaubsziel und ihre Reise gut planen und einige wichtige Dinge dabei beachten.
(C) 2009 Jupiterimages

Gerade wenn zuhause der Pollenflug am stärksten ist, kann ein Ortswechsel Patienten mit allergisch bedingtem Asthma Erleichterung verschaffen. Um dabei aber nicht vom Regen in die Traufe zu geraten, sollten Asthmatiker bereits vor Reiseantritt Informationen über ihr Traumziel sammeln. Dazu gehören Angaben zur Höhe über dem Meeresboden, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Schadstoffemission.

Mehr Luft für Asthmatiker an der Küste und in den Bergen

In den Bergen ist die Allergenbelastung im Allgemeinen geringer als im Flachland: Ab einer Höhe von 1.500 Metern gibt es nahezu keine Hausstaubmilben mehr und auch die Pollenmenge nimmt deutlich ab, da viele Pflanzen hier nicht mehr vorkommen. Zu beachten ist jedoch, dass mit zunehmender Höhe die körperliche Leistungsfähigkeit aufgrund des niedrigeren Sauerstoffgehaltes der Luft drastisch sinkt. Klassische Gebiete mit besonders reiner Luft sind auch die Küstenregionen. Aufgrund des niedrigen Schadstoff- und Pollengehalts, der hohen Feuchtigkeit und dem Salzgehalt der Luft können Asthmatiker hier tief durchatmen. Vorsicht ist auch bei Reisen in Großstädte geboten. Hier ist mit einer erhöhten Schadstoffbelastung durch Feinstaub und Ozon zu rechnen.

Vorsicht vor hoher UV-Belastung

Sowohl für das (Hoch)gebirge als auch für den Strandurlaub gilt: Vorsicht bei starker Sonnenbestrahlung! Die Einnahme von Kortison, die bei vielen Asthmatikern zur Basisbehandlung gehört, kann in Verbindung mit einer hohen UV-Belastung zur Schwächung des Immunsystems führen.

Den Allergenen besser aus dem Weg gehen

Bei sportlichen Aktivitäten im Freien ist besonders darauf zu achten, dass die Allergenexposition so gering wie möglich gehalten wird. In den frühen Morgenstunden ist die Pollendichte am größten. Patienten mit allergischem Asthma sollten daher Anstrengungen um diese Tageszeit vermeiden, im Haus bleiben und die Fenster geschlossen halten. Beachten Sie auch auf Reisen die allgemeinen Ratschläge zur Allergieprophylaxe wie Haarewaschen vor dem Zubettgehen und Ausschütteln der Kleidung im Freien oder in einem separaten Raum. Darüber hinaus können verschmutzte Filter in Klimaanlagen für eine Belastung mit Allergenen wie z.B. Pilzsporen sorgen. Zusätzlich reizt die oft trockene, kalte Luft die Atemwege. Nicht unterschätzen sollte man auch das Erkältungsrisiko durch die Zugluft.

Tiefe See und hohe Berge meiden

Auch bei den Aktivitäten im Urlaub sind natürlich die individuellen Risiken zu beachten und Faktoren zu vermeiden, von denen bekannt ist, dass sie einen Asthma-Anfall auslösen können. Darüber hinaus wird Asthmatikern generell vom Tauchen abgeraten - Schnorcheln ist für sie deutlich ungefährlicher. Auch Wanderungen in Höhen über 3.000 Metern können auf Grund des geringen Sauerstoffgehaltes der Luft mit Risiken verbunden sein.

Immer mehr Hotels bieten spezielle Allergiker-Zimmer

Viele Hotels bieten mittlerweile spezielle Zimmer für Allergiker an: Hier findet man in der Regel weder Klimaanlage noch Teppichboden, wenige bis keine Zimmerpflanzen und es gilt ein generelles Rauchverbot. Asthmatiker mit einer ausgeprägten Hausstauballergie sollten eventuell ihren antiallergischen Bettüberzug mitbringen.

Informieren Sie Mitreisende

Wer in einer Gruppe reist, sollte ein oder zwei Mitreisende über seine Beschwerden informieren und erläutern, was sie im Notfall tun können. Das gilt vor allem für Kinder, die ohne ihre Eltern in den Urlaub fahren. In diesem Fall sollten die Betreuer unbedingt über die Erkrankung des Kindes Bescheid wissen. Eine Liste, was im Notfall zu tun ist, und wichtige Telefonnummern sind dabei sehr hilfreich.

Die optimale Reisevorbereitung

Damit die Reise glückt und der Urlaub wirklich zur „schönsten Zeit des Jahres" wird, ist die Vorbereitung besonders wichtig. Bei Reisen ins außereuropäische Ausland ist eine ausführliche Information über eventuell erforderliche Schutzimpfungen spätestens zwei Monate vor Reiseantritt unerlässlich. Auch hier gilt besondere Vorsicht für Patienten mit einer Kortison-Therapie, da die Wirksamkeit von Impfungen beeinträchtigt sein kann. Das Erstellen eines individuellen Asthma-Medikationsplanes zusammen mit dem Hausarzt gehört ebenso zur optimalen Reisevorbereitung. Dieser Plan sollte sowohl die Basis- als auch die Notfallmedikation beinhalten. Um Problemen beim Zoll vorzubeugen, kann je nach Reiseziel ein offizieller Ausweis sinnvoll sein. Der Deutsche Bundesverlag, Postfach 1320, 53030 Bonn, gibt z.B. den Europäischen Notfallausweis (ENA) heraus, der gegen eine geringe Schutzgebühr über die Arztpraxis, die Apotheke oder direkt vom Verlag bezogen werden kann.

Bei Flugreisen gehören Notfallmedikamente ins Handgepäck

Nach Angaben des Hamburger Lungenfacharztes und Tropenmediziners Dr. Manfred Peters sind alle Asthmatiker flugtauglich, bei denen die Einsekundenkapazität (FEV1) nicht unter 60 Prozent liegt, die Lungenfunktion also nicht zu stark eingeschränkt ist. Insbesondere Langstreckenflüge können jedoch auch in ihrem Fall zu verschiedenen Belastungen führen. Zum einen nimmt durch den geringen Luftdruck in der Flugkabine der Sauerstoffgehalt des Blutes ab. Und zum anderen kann die geringe Luftfeuchtigkeit sowohl Asthmaanfälle als auch Infektionen begünstigen. Daher sollte ein Asthma-Kranker eine längere Flugreise unbedingt vorher mit seinem Arzt besprechen und auf einen möglichen Asthmaanfall während des Fluges vorbereitet sein. Ins Handgepäck gehört aus diesem Grund immer eine Notfallapotheke, die im einzelnen vom Arzt zusammengestellt wird.

Bei Flugreisen ist darauf zu achten, dass die Asthma-Medikamente im Handgepäck mitgeführt werden. Damit es bei der Sicherheitskontrolle keine Probleme gibt, müssen alle Behälter mit Flüssigkeiten, wie z.B. Dosieraerosole, in einem wiederverschließbaren durchsichtigen Plastikbeutel verpackt werden. Weitere Informationen geben die Fluggesellschaften bzw. der Reiseveranstalter. Gerade bei Flugreisen sollten Asthma-Patienten nicht nur die für die Dauer des Aufenthaltes ausreichende Medikamentenmenge einpacken, sondern zusätzlich dazu einen kleinen „Vorrat". Flugverspätungen und andere Unwägbarkeiten vor Ort können leicht dazu führen, dass sich die Rückreise um einige Tage verzögert. So gewappnet steht der Urlaubserholung nichts mehr im Wege.

Bei der Urlaubsplanung können nationale und europäische Pollenflugvorhersagen hilfreich sein.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2012
Quellen: Nach Informationen des Reisemedizinischen Infodienstes und www.luft-zum-leben.de

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