Lungenfunktion kontrollieren, Asthmaauslöser meiden

Asthma-Management: Die Rolle des Patienten

Viele chronisch Kranke sind schockiert, wenn sie erstmals von ihrer Diagnose erfahren. Unzählige Fragen und Ängste schießen ihnen durch den Kopf: Wie gefährlich ist die Erkrankung? Kann man sie heilen? Welche Therapien gibt es? Was bedeutet die Krankheit für meine Zukunft? Und wie wird sie mein Leben beeinflussen? Ähnlich ergeht es auch Asthmatikern.

Ampel_grün_Verkehr_GO
Green color on the traffic light
(c) Getty Images/iStockphoto

Dank moderner Therapiekonzepte lassen sich beim Asthma auf viele dieser Fragen beruhigende Antworten finden. Wenn der Betroffene von einem Arzt behandelt wird, der sich mit der Asthma-Therapie auskennt, und wenn er seinen Teil zum Therapieerfolg beiträgt, bleibt sein Leben in der Regel trotz der Erkrankung lange ohne wesentliche Einschränkungen. Eine konsequente medikamentöse Behandlung steht an erster Stelle, um die Asthmabeschwerden zu lindern und das Risiko für eine Verschlimmerung der Erkrankung zu senken. Das heißt in vielen Fällen: Die Medikamente auch dann noch anwenden, wenn es wieder besser geht und keine Symptome mehr zu spüren sind.

Selbstkontrolle nach dem Ampelschema

Bei der medikamentösen Therapie spielt die Selbstkontrolle des Patienten eine wichtige Rolle. Dafür überprüft er mehrmals am Tag seine Lungenfunktion mit Hilfe eines speziellen Messgerätes, dem sogenannten „Peak-Flow-Meter“. Zum einen sollten diese Werte in einem Tagebuch notiert werden, damit der Arzt den Verlauf der Erkrankung überprüfen kann. Zum anderen sind die Messwerte wichtig, um Notfälle frühzeitig erkennen und auf sie nach dem so genannten Ampelschema reagieren zu können:

ROT:

Bei einem Peak-Flow-Wert, der 50% unter dem persönlichen Bestwert liegt, sollte der Asthmatiker sofort einen Arzt bzw. eine Klinik aufsuchen. Darüber hinaus ist es wichtig, ruhig zu bleiben und die Atmung mit speziellen Techniken zu unterstützen.

GELB:

Bei einem Peak-Flow-Wert zwischen 50% und 80% des persönlichen Bestwertes erfolgt nach Absprache mit dem Arzt vorübergehend die Einnahme von zusätzlichen Medikamenten und/oder eine individuelle Erhöhung der Medikamentendosis.

GRÜN:

Bei einem Peak-Flow-Wert zwischen 80% und 100% des persönlichen Bestwertes ist alles in Ordnung - der Patient kann seine Behandlung unverändert weiterführen.

Die genaue Reaktion auf die Messwerte muss im Einzelfall immer mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Mit anderen Worten: Der Asthmatiker braucht das Peak-Flow-Meter wie der Hochdruck-Patient das Blutdruck-Messgerät oder der Diabetiker sein Blutzucker-Messgerät.

Krank machende Stoffe meiden

Auch bei den nicht medikamentösen Methoden spielt das Engagement des Patienten eine zentrale Rolle. Bei allergischem Asthma sollten die Allergene, die Beschwerden auslösen so konsequent wie möglich gemieden werden. Das kann vergleichsweise einfach sein - beispielsweise die Freundin mit Katze nicht mehr bei ihr zu Hause treffen. Schwerwiegendere Fälle können jedoch auch eine umfassendere Umstellung des Lebensstils notwendig machen - beispielsweise das eigene Haustier abschaffen oder Aktivitäten unter freiem Himmel nach dem Pollenkalender planen. Auch das Erlernen von Atem- oder Entspannungstechniken, die ergänzend sehr hilfreich sind, setzt natürlich Willen und Durchhaltevermögen beim Patienten voraus.

Schulung macht Patienten stark

Auf den ersten Blick kann sich ein Patient von diesen Aufgaben überfordert fühlen. Doch wie bei anderen chronischen Erkrankungen ist für eine optimale Lebensqualität und Symptomkontrolle wichtig, dass sich der Betroffene auf seinen Arzt verlässt, und gleichzeitig zum Manager seiner Erkrankung wird. Das ist leichter als es klingt: Denn wer sollte den Körper und seine Reaktionen besser kennen als der Erkrankte selbst? Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass er umfassend über seine Erkrankung und die Möglichkeiten der Therapie informiert ist. Nur so kann er begreifen, welche Bedeutung die dauerhafte Behandlung hat. Außerdem lernt der Patient, die eigenen Symptome einzuschätzen und auf schwierige Situationen souverän zu reagieren. Informationen und Unterstützung erhalten Asthmatiker in Schulungen, die immer häufiger angeboten werden. Für Kinder gibt es spezielle Schulungen, die Eltern mit einbeziehen. Auch der Austausch mit anderen Patienten über die Erkrankung, die Behandlung und praktische Erfahrungen im Alltag kann sehr hilfreich sein. Besonders Selbsthilfegruppen sind wichtige Ansprechpartner.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2012

Reden Sie mit!

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Meistgeklickt zum Thema
Berufswahl - ein wichtiges Thema bei jungen Asthmatikern
Geeignete Berufe

Jugendliche mit Asthma oder Allergien müssen bei der Wahl eines geeigneten Berufes besondere Vorsicht walten lassen. Eine falsche Berufswahl kann den Gesundheitszustand teilweise gravierend beeinflussen. Bei... mehr...

Asthma: Tipps für den Sommer
Allergene meiden

Viele Menschen empfinden ein kräftiges Sommergewitter als reinigend: Die Temperaturen sinken, die Schwüle verschwindet und die Luft wird klarer. Doch der Schein trügt: Besonders Allergiker sollten sich vor dem... mehr...

Sportunterricht auch für Kinder mit Asthma?
Asthma bei Kindern

Eltern von kranken Kindern wissen: Körperliche Anstrengung führt oft zu einer asthmatischen Reaktion. Viele Eltern schrecken deshalb davor zurück, ihrem Kind die Beteiligung an sportlichen Aktivitäten zu... mehr...

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Welche Asthma-Form ist am häufigsten?
Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang