Wohnqualität für Asthmatiker

Asthma-Auslöser in der Wohnung

Bei der Asthma-Therapie spielt neben den Medikamenten vor allem das Vermeiden von Auslösern eine zentrale Rolle. Daher sollten Erkrankte bzw. Eltern von betroffenen Kindern versuchen, die Faktoren herauszufinden, die einen Anfall auslösen können. Denn in vielen Fällen lässt sich das Risiko mindern. Tipps und Tricks, worauf in Innenräumen zu achten ist.

Asthma-Auslöser in der Wohnung
Allergien auslösende Schadstoffe in den vier Wänden zuhause lassen sich in der Regel beseitigen.
(c) Getty Images/Fuse

Kinder und auch viele Erwachsene verbringen den Großteil ihres Tages in geschlossenen Räumen - vor allem bei Kleinkindern handelt es sich häufig um die Wohnung oder das Haus der Eltern. Da die Raumluft verschiedenste biologische, chemische und physikalische Schadstoffe enthalten kann, ist sie ein wichtiger Faktor bei einer Reihe von Erkrankungen. Daher stellt sie auch ein Ansatzpunkt für mögliche Gegenmaßnahmen dar. Das gilt beispielsweise für Asthma, wo spätestens bei Ausbruch der Erkrankung unterschiedliche Aspekte der häuslichen Umgebung auf den Prüfstand gehören.

Top-5-Liste zur Allergenvermeidung

"Im häuslichen Umfeld gibt es eine Anzahl von verschiedenen Irritantien und Allergenen, die eine Asthma-Reaktion stimulieren können", betonte Dr. William F. Bria gegenüber dem Internetportal Newswise. Nach der Empfehlung des medizinischen Kodirektors des US-amerikanischen U-M Health System´s Asthma Airways Program sollten sich Erkrankte daher sehr detailliert mit möglichen Asthma-Triggern zu Hause auseinandersetzen. So hat die American Lung Association (Amerikanische Gesellschaft für Lungenerkrankungen) in einer Top-5-Liste zusammengefasst, wie sich das Risiko für Asthma-Anfälle deutlich senken lässt:

  • Rauch-Verbot zu Hause
  • Kontrolle des Schlafzimmers auf Asthma-Auslöser
  • Auswahl des richtigen Bodenbelags und gründliches Reinigen
  • Reduktion von Staub
  • Vermeiden von Hausstaubmilben

Rauchen auch nicht bei geöffnetem Fenster

Dass Rauchen - aktiv oder passiv - nicht nur für Lungenkranke ungesund ist, weiß inzwischen jeder - dennoch hapert es häufig an der Umsetzung: Auf die Schnelle eine Zigarette am geöffneten Fenster kann doch nicht so schlimm fürs Kind sein... Gegen diese Einstellung wehren sich Experten vehement. Als Asthma-Erkrankter sollte man als erste Maßnahme sofort versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Und auch bei Eltern von betroffenen Kindern ist es von besonderer Bedeutung, dass sie den Zigarettenkonsum zu Hause vollkommen einstellen. Denn selbst beim Rauchen am Fenster gelangen Schadstoff in die Wohnung und bei empfindlichen Kindern kann schon der Geruch in der Kleidung ein Auslöser sein.

Bett ist wichtige Allergen-Quelle

An zweiter Stelle steht die Kontrolle des Schlaf- bzw. Kinderzimmers, denn hier verbringt der Asthma-Kranke die ganze Nacht. Die wichtigste Gefahrenquelle stellt zunächst das Bett dar: Kopfkissen und Bettdecke sollten keine Vogel-Federn enthalten und einmal in der Woche frisch bezogen werden. Das Waschen der Bezüge bei mindestens 50 Grad Celsius schützt vor Milbenbefall. Zudem können Kissen, Decke und Matratze mit einem Anti-Allergie-Bezug überzogen werden. Als Bodenbelag werden am besten Holz oder Fliesen gewählt. Ist dies nicht möglich, sollte der Teppich zumindest keine Wolle enthalten und kurzflorig sein. Um die Staubbelastung am Abend zu mindern, erfolgt das Saugen oder Säubern des Bodens am besten jeweils früh morgens - dann hat der aufgewirbelte Reststaub genug Zeit, sich wieder zu legen. Bei Kindern ist es darüber hinaus sinnvoll, die Zahl der Stofftiere zu reduzieren - sie sind ein wichtiger Träger von Milben und Schimmelsporen. Wenn die Kleinen auf ihre Schlafhilfe nicht verzichten wollen, stellt jedoch das wöchentliche Einfrieren eine Alternative dar.

Staubfänger wöchentlich säubern

Da auch Haustiere eine bedeutende Allergen-Quelle sind, ist es am besten, in Familien von Asthma-Kranken auf sie zu verzichten. Lässt sich dies nicht umsetzen, sollte das Tier zumindest nicht in das Schlafzimmer des Erkrankten dürfen. Darüber hinaus beherbergen auch Zimmerpflanzen häufig Krankheitsauslöser, da die Erde Milben und Schimmel enthalten kann. Zudem ist es - mit oder ohne Tier - sinnvoll, alle "Staubfänger" wie Teppiche, Polstermöbel, Seidenblumen, Fensterbänke, Heizungen etc. wenigstens einmal in der Woche zu säubern. Kerzen können schließlich zu Deko-Zwecken auf dem Tisch stehen, angezündet werden sollten sie jedoch nicht.

Küche: Beim Braten gut lüften

In der Küche ist vor allem auf eine gute Belüftung beim Zubereiten von Fleisch zu achten. Des Weiteren stellen viele Reinigungsmittel mögliche Asthma-Trigger dar. Daher sollte vor allem auf Sprays verzichtet und zum Abwischen von schmutzigen Flächen lieber ein feuchter Lappen verwendet werden.

Im Keller die Luftfeuchtigkeit regulieren

Aus dem Keller droht schließlich Gefahr in Form von Schimmel - Asthmatiker sollten vor allem auf den schwarzen Schimmel achten. Durch eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit - 30 und 50 Prozent sind anzustreben - lässt sich seinem Auftreten vorbeugen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. Januar 2012
Durch: Springer Medizin
Quellen: Wohnen Allergie, Stauballergie, Asthma, Asthma Wohnen; Newswise, 2004 und Environmental Health Perspectives, 2004

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