Lungenfunktion und Allergietests

Asthma: Diagnose

Wenn ein Patient unter Asthma-Symptomen leidet, sollte – je nach Alter des Betroffenen – zunächst der Haus- oder Kinderarzt aufgesucht werden. Dieser geht dem Verdacht nach und zieht für spezielle Untersuchungen den Lungenfacharzt und den Allergologen hinzu. Denn um die Diagnose sicher stellen zu können, müssen verschiedene Untersuchungen kombiniert werden.

Asthma: Diagnose
Bei Verdacht auf Asthma bringen spezielle Untersuchungen bei Fachärzten diagnostische Klarheit.
(c) Getty Images/BananaStock RF

Bei der Erstuntersuchung wird der Arzt zunächst Fragen zur Vorgeschichte der Erkrankung stellen. Er möchte mögliche Risikofaktoren wissen, wie Asthma-Fälle in der Familie, allergische Erkrankungen des Patienten oder Infekte der Atemwege. Außerdem interessieren ihn auslösende Faktoren, wie Kontakt mit Tieren, körperliche Belastung oder Besonderheiten des Berufs. Hinzu kommt die körperliche Untersuchung.

Durch das Abhören der Atemwege kann der Arzt etwa Nebengeräusche beim Atmen feststellen. Auch Hinweise auf Folgeerscheinungen eines fortgeschrittenen, unzureichend behandelten Asthmas, beispielsweise Schäden am Herzen oder anderen Organen, lassen sich bereits bei der körperlichen Untersuchung finden.

Lungenfunktionstests sichern die Diagnose

Einen weiteren wichtigen Beitrag leisten die Lungenfunktionstests. Sie sichern die Diagnose, decken auslösende Faktoren auf, ermitteln den Schweregrad des Asthmas und liefern Hinweise auf den möglichen Erfolg einer medikamentösen Therapie. Die einfachste Methode ist die Spirometrie. Hierbei atmet der Patient über ein Schlauchsystem in ein Messgerät, das die Menge der ein- bzw. ausgeatmeten Luft bestimmt. Beim Atmen folgt der Patient speziellen Anweisungen des Arztes, denn je nach Art des Atmens lassen sich unterschiedliche Messgrößen ermitteln. Die wichtigsten sind die Vital- und die Sekundenkapazität. Die Vitalkapazität (VC) ist das Volumen, das nach maximaler Einatmung maximal ausgeatmet werden kann.

Dagegen beschreibt die Sekunden-Kapazität das Volumen, das der Patient nach maximalem Einatmen bei forciertem Ausatmen (so schnell und so viel wie möglich) innerhalb der ersten Sekunde ausstößt. Letzteres wird auch forciertes Exspirationsvolumen (FEV1) genannt. Ist das Ausatmen wie beim Asthma durch verengte Atemwege behindert, sind die FEV1-Werte erniedrigt. In diesem Fall wird der Arzt ein brochienerweiterndes Medikament geben und den Test wiederholen (Broncholysetest). Steigen die FEV1-Werte daraufhin an, hat der Patient vermutlich Asthma.

Bei normaler Lungenfunktion: Provokationstest

Fällt der Lungenfunktionstest normal aus, kann der Arzt noch überprüfen, ob die Bronchien auf Reize überempfindlich reagieren (Provokationstest). Hierfür muss der Patient spezielle Substanzen einatmen, die verengend auf die Bronchien wirken. Bei einem Asthmatiker mit überempfindlichen Lungen tritt diese Verengung sehr schnell ein. Beim Gesunden hingegen sind viel höhere Konzentrationen des Medikaments notwendig.

Durch Allergietests lassen sich Allergene meiden

Gibt es Hinweise, dass es sich bei dem Asthma um eine allergische Reaktion handelt, kann bei der Überprüfung der Lungenfunktion auch eine spezifische Provokation mit einer verdächtigen Substanz sinnvoll sein - zum Beispiel mit Tierhaaren oder bestimmten Mehlsorten. Beim Kälte- oder Anstrengungsasthma erfolgt die Provokation durch Inhalation von Kaltnebel oder das Laufen auf einem Laufband beziehungsweise die Belastung auf dem Fahrradergometer.

Kennt der Patient die auslösenden Allergene oder Triggerfaktoren, kann er versuchen, diese zu meiden und das Risiko für Asthma-Anfälle zu mindern. Doch der Test ist nicht ungefährlich und sollte nur von einem Spezialisten vorgenommen werden. Neben dem Provokationstest stehen dem Arzt für die Suche nach Allergenen auch Hauttests oder Blutuntersuchungen zur Verfügung. Beim Hauttest werden Substanzen in beziehungsweise unter die Haut gebracht und die Reaktionen der Haut erfasst.

Fällt er positiv aus, ist dies allerdings nur ein Hinweis, dass das Allergen an der Entstehung des Asthmas beteiligt ist - ein Beweis ist es nicht. Bei den Blutuntersuchungen ermittelt der Arzt dagegen die Mengen bestimmter Abwehrstoffe im Körper (Immunglobuline). Dadurch lässt sich indirekt auf die Bereitschaft für Überreaktionen schließen.

Peak-Flow-Metrie für zu Hause

Da ein Asthmatiker seine Lungenfunktion regelmäßig selbst überprüfen muss, sind für die Messung zu Hause kleinere Geräte entwickelt worden (Peak-Flow-Meter). Sie ermitteln den expiratorischen Spitzenfluss (Peak-Flow), das heißt die größte Flussrate in Litern pro Minute während der Patient forciert ausatmet. Mit dem Peak-Flow-Meter misst der Betroffene mehrmals täglich seine Lungenfunktion und notiert diese in einem speziellen Tagebuch. Anhand der Notizen kann der Arzt zeitliche Schwankungen bei der Verengung der Atemwege erkennen und die Therapie optimieren. Außerdem bemerkt der Patient an seinen Messergebnissen, wann sich sein Gesundheitszustand verschlechtert und er den Arzt umgehend aufsuchen muss.

Zusatzuntersuchungen ergänzen die Diagnose

Zusätzlich zu den bereits genannten Untersuchungen können im Einzelfall weitere sinnvoll sein, um die Überprüfung der Lungenfunktion oder die Suche nach Allergenen auszuweiten. Schließlich sind unter Umständen weitere Methoden notwendig, wie eine Röntgenaufnahme der Lunge, um andere Lungenerkrankungen sicher auszuschließen oder Komplikationen des Asthmas zu erkennen.

Bilderstrecke: Asthma – ein Überblick

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Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2017

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