Pollenallergie

Die sieben besten Hilfen gegen Heuschnupfen

Rund jeder vierte erwachsene Bundesbürger leidet an einer Pollenallergie. Diese Zahl wird in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen. Wer gegen bestimmte Pollen allergisch ist, muss das aber nicht als Schicksal hinnehmen. Für jeden gibt es eine maßgeschneiderte Medizin. Lifeline stellt die sieben wichtigsten vor – von Akupunktur und Hyposensibilisierung bis Tabletten.

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Rund jeder dritte Deutsche ist Allergiker, davon wiederum haben 15 Prozent Heuschnupfen. Die richtigen Medikamente stoppen den die Symptome oder führen sogar eine Heilung herbei.
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Die ersten Heuschnupfengeplagten niesen schon, denn Hasel- und Erlenpollen sind jetzt unterwegs. Dabei handelt es sich um besonders aggressiven Blütenstaub, auf den die meisten Pollenallergiker reagieren. Zahlreiche Therapien versprechen, den Betroffenen zu helfen. Lifeline stellt die sieben wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten in alphabetischer Reihenfolge vor:

  1. Antihistaminika gegen Beschwerden
  2. Hyposensibilisierung
  3. Grastablette bei Pollenallergie
  4. Homöopathie gegen Heuschnupfen
  5. Kortison bei allergischen Beschwerden
  6. Mastzellstabilisatoren

1. Akupunktur gegen Pollenallergie:

Mit der Nadelung spezieller Akupunkturpunkte lässt sich die überschießende Reaktion des Immunsystems abbremsen. Verschiedene Studien haben bewiesen, dass Akupunktur gegen heuschnupfensymptome wirkt. Die Therapieform aus der traditionellen chinesischen Medizin, kurz TCM hat sich unter anderem 2013 in einer Untersuchung der Charité behaupten können.

Während der Behandlungszeit mit Akupunktur – innerhalb von acht Wochen wurden die Probanden zwölfmal genadelt – nahmen die Symptome deutlich ab. Der Effekt hielt sogar noch nach Ende der Therapie etwas an. Akupunktur hat den großen Vorteil, dass keine Nebenwirkungen auftreten. Allerdings wird Akupunktur zur Behandlung von Heuschnupfen in aller Regel nicht von den Kassen bezahlt.

Die besten Tipps gegen Heuschnupfen

 

2. Antihistaminika zur Linderung von Allergie-Symptomen:

Histamin ist ein körpereigenes Gewebehormon, das unser Abwehrsystem bildet, um gefährliche Eindringlinge abzuwehren. Bei einer Allergie schüttet der Organismus Histamin fälschlicherweise aus, als Reaktion auf harmlose Stoffe, wie etwa Pollen. Die Anzeichen der Histaminaktivität: Niesen, Juckreiz, laufende Nase und Augen sowie die weiteren, bekannten Allergiesymptome.

Medikamente, die diese Reaktion unterdrücken, heißen Antihistaminika. Sie wirken also gegen das Histamin, indem sie alle Histaminandockstellen auf den Zellen besetzen. Damit kann Histamin seine Wirkung nicht mehr entfalten, die allergische Reaktion bleibt aus.

Antihistaminika sind inzwischen so modifiziert, dass die meisten nicht mehr müde machen oder Kopfschmerzen bereiten. Frühere Antihistaminika hatten diese Nebenwirkungen. Heute sind diese Anti-Allergiemittel gut verträglich und wirken gut. Die meisten sind rezeptfrei erhältlich.

3. Desensibilisierung/Hyposensibilisierung heilt die Allergie:

Dabei handelt es sich um die einzige Therapieoption, die beinahe eine Heilung bewirken kann. "Spezifische Immuntherapie" oder kurz SIT genannt, bewirken dabei Spritzen oder Tropfen, dass der Körper seine Überempfindlichkeit gegen das Allergen nach und nach verliert. Dabei muss zuerst durch einen Test gesichert werden, um welches Allergen oder im welche Allergene es sich handelt.

In der beschwerdefreien Zeit, also meist in den Herbst- und Wintermonaten, startet dann die Therapie, die durchschnittlich zweieinhalb Jahre dauert: Die Allergene werden in kleinster Dosis in den Arm injiziert. Wöchentlich gibt es dann wieder eine Spritze, die jedes mal ein bisschen mehr des Allergens enthält. Später wird die Injektion nur noch einmal im Monat verabreicht.

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Die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Kontrolle, weil in Einzelfällen starke allergische Reaktionen eintreten können. In der Regel wird die Desensibilisierung jedoch gut vertragen und hat eine Erfolgsquote von 90 Prozent.

Eine spritzenfreie Variante der SIT ist die sublinguale Immuntherapie. Dabei werden kleinste Mengen des Allergens in Tropfenform unter die Zunge (lateinisch sub lingua) verabreicht.

4. Grastablette für bestimmte Pollenallergiker:

Eine weitere Form der Desensibilisierung bietet die sogenannte Grastablette. Wie der Name schon sagt, betrifft sie jedoch nur Gräserpollenallergien. Betroffene sollten am besten im Winter damit starten, selbstverständlich mit ärztlicher Beratung und Verschreibung. Über einen Zeitraum von acht Wochen muss der Patient täglich eine Tablette unter der Zunge zergehen lassen.

In den beiden Folgejahren wird diese Behandlung wiederholt, danach sind die meisten ihre Gräserallergie wieder los. Ein Nachteil der Behandlung: Die Tabletten werden eigenständig eingenommen und dürfen auf keinen Fall vergessen werden. Für alle Gräserallergiker, die das Piksen der Spritze fürchten, ist die Gräsertablette jedoch eine gute Alternative und einen Versuch wert. Die Erfolgsquote liegt bei rund 70 Prozent.

5. Homöopathie gegen Heuschnupfen:

Gleiches mit Gleichem heilen, der Grundsatz der Homöopathie, kann auch bei Heuschnupfen funktionieren. Viele Betroffene schwören jedenfalls auf die Kügelchen. Am besten lässt sich der Patient dabei von einem Homöopathen ausführlich beraten, damit das Mittel genau auf die Beschwerden abgestimmt ist.

Eine andere Möglichkeit: homöopathische Komplexmittel. Sie enthalten eine Mischung aus mehreren Mitteln, die sich bei bestimmten Beschwerden besonders bewährt haben. Wissenschaftlich bewiesen ist der Erfolg jedoch nicht. Eine Metaanalyse aus mehr als hundert Studien hat in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts jedoch gezeigt, dass Galphimia glauca (lleiner Goldregen) gegen Heuschnupfen eine gewisse Wirkung zu haben scheint.

6. Kortison bei allergischen Beschwerden:

Dabei handelt es sich um Hormone, die in der Nebenniere gebildet werden. Die körpereigenen Glucokortikoide übernehmen eine ganze Reihe von wichtigen Funktionen, eine darunter ist die Steuerung des Abwehrsystems. Die pharmazeutisch hergestellten medizinischen Kortikoide bremsen das Immunsystem. Je nach Dosis ist Kortison hoch wirksam und kann sogar stärkste allergische Reaktionen stoppen. Das Hormon ist deshalb als Notfallmittel bei allergischem Schock oft lebensrettend.

Allerdings wird Kortison von den meisten Patienten nicht gut akzeptiert. Sie fürchten Nebenwirkungen wie Knochenschwund, Infektanfälligkeit und ein aufgedunsenes Gesicht. Diese Folgen sind jedoch nur bei hochdosiertem Dauergebrauch zu befürchten. Deshalb gibt es heute Kortison für die längere Anwendung in extrem niedriger Dosierung, etwa in Asthmaspray oder Nasentropfen. Nur Notfallmedikamente sind hochdosiert.

7. Mastzellstabilisatoren:

Bevor Antihistaminika entwickelt wurden, waren die sogenannten Mastzellstabilisatoren bei Heuschnupfen das Mittel der Wahl. Wie der Name schon sagt, stabilisieren sie die Membran der Mastzellen. Cromoglicinsäure und Nedocromil-Natrium, die gängigsten Mastzellstabilisatoren, dichten eben jene Zellen ab, die Histamin ausschütten. Das verhindert eine Allergie weitgehend.

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Das Medikament gibt es meist in Form von Augen- und Nasentropfen oder -sprays. Sie müssen jedoch mindestens 14 Tage vor dem geschätzten Beginn der Allergie angewendet werden. So lange dauert es nämlich, bis sich die Wirkung aufbaut. Besonders bewährt haben sich diese Medikamente bei allergischer Bindehautentzündung, wie sie im Rahmen von Heuschnupfen häufig auftritt. Mastzellstabilisatoren sind gut verträglich und können nur in seltenen Fällen Kopfschmerzen als Nebenwirkung verursachen.

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